„Mir geht es gut“: Zehetmeier, hier bei der Impfung mit Dr. Thomas Straßmüller, hat die Spritze ohne Nachwirkungen überstanden. Ihr Mann auch. Am 17. Januar bekommen sie die zweite Impfung.
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„Mir geht es gut“: Zehetmeier, hier bei der Impfung mit Dr. Thomas Straßmüller, hat die Spritze ohne Nachwirkungen überstanden. Ihr Mann auch. Am 17. Januar bekommen sie die zweite Impfung.

„Tochter hatte Todesängste“

Erste Landkreis-Bewohnerin mit Corona-Impfung: So geht es ihr jetzt

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Renate Zehetmeier erhielt als erste Landkreis-Bewohnerin die Corona-Impfung: Wir haben mit ihr darüber gesprochen, wie es ihr geht und wie sie über die Impfung denkt.

Tegernsee – Renate Zehetmeier erhielt als erste Landkreis-Bürgerin den Piks, auf den viele warten: Am 27. Dezember spritzte Dr. Thomas Straßmüller der 75-jährigen Bewohnerin des Seniorenzentrums Der Schwaighof in Tegernsee den Corona-Impfstoff in den linken Oberarm. Wir haben mit Zehetmeier darüber gesprochen, wie es ihr geht und wie sie über die Impfung denkt.

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Erste Landkreis-Bewohnerin mit Corona-Impfung: So geht es ihr jetzt

Frau Zehetmeier, Ihre Corona-Impfung ist jetzt fast zwei Wochen her. Wie fühlen Sie sich?

Mir geht es gut. Ich habe und hatte weder Schmerzen noch sonst etwas. Nach der Impfung habe ich mich wie immer zum Mittagsschlaf hingelegt, und seitdem ist alles normal. Mein Mann hat sich auch impfen lassen. Auch bei ihm gab es keine Probleme.

Warum haben Sie sich impfen lassen?

Eine Bekannte von mir hatte Corona und sehr gelitten. Sie hat eine Woche im Bett gelegen und hatte keinen Geschmack mehr. Wir waren uns deswegen sicher, dass wir es machen lassen. Ich freue mich, wenn wir Corona nicht mehr kriegen können. Außerdem haben wir ja hier täglich Kontakt mit anderen. Wir wollen niemanden anstecken. Auch deswegen haben wir uns impfen lassen.

Fühlen Sie sich jetzt sicherer?

Ich fühle mich schon sicherer. Aber noch ist die Impfung ja nicht vorbei: Derzeit baut sich die Grundimmunisierung auf. Die zweite Impfung kommt am 17. Januar. Danach ist der Schutz vollständig. Darauf freue ich mich schon.

Was wird sich jetzt bei Ihnen ändern?

Im Alltag wird sich bei mir wenig ändern. Ich könnte aus gesundheitlichen Gründen auch ohne Pandemie nicht zum Spazieren rausgehen. Dafür sitze ich sehr gern auf dem Balkon in der Sonne. Aber ich würde mich freuen, wenn ich meine vier Töchter bald wieder umarmen darf. Sie besuchen uns regelmäßig, und das haben wir früher immer gemacht. Seit März aber nicht mehr. Das fehlt mir.

Haben Sie mit Ihren Töchtern über die Impfung gesprochen?

Nein. Das haben wir selbst entschieden. Eine von ihnen war entsetzt, als wir ihr berichtet haben, dass wir uns impfen lassen wollen. Sie ist gegen das Impfen und hat Todesängste ausgestanden, hat sie gesagt. Aber ihre Ängste waren unbegründet. Es war ja nichts. Nicht mal der Einstich hat wehgetan.

Renate Zehetmeier (75), Bewohnerin Der Schwaighof

Hatten Sie auch Angst? Es gab viele Behauptungen, was alles passieren kann.

Wir haben die Diskussionen natürlich verfolgt. Aber das hat uns nicht verunsichert. Es gibt immer etwas, das bei einer Impfung passieren kann. Ich lasse mich seit vielen Jahren gegen Grippe impfen, deswegen kenne ich das. Wir haben uns die Informationen des Landratsamts durchgelesen. Zur Sicherheit haben wir uns von unserem Arzt beraten lassen – mein Mann hat Parkinson. Aber der Arzt hat gesagt, es ist sicherer, es machen zu lassen, gerade weil wir in einem Seniorenheim leben. Der Schwaighof ist zum Glück sehr vorsichtig. Aber wir haben ja mitgekriegt, was anderswo los war.

Sie haben als erste Landkreis-Bürgerin die Impfung bekommen. Wie fühlt sich das an?

Es ist schon besonders. Es war ja auch mein Bild in der Zeitung. Aber von hinten, man hat nicht gesehen, wer es ist. Bisher hat mich niemand darauf angesprochen.

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