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In Francescos Hitnerhof wir im Sommer ein Eiswagen stehen.

Francesco Sabatella darf sich freikaufen 

Eiswagen statt Parkplatz

Francesco Sabatella will hinter seiner Pizzeria einen Eiswagen aufstellen und müsste einen Parkplatz nachweisen. Kann er aber nicht. Nur darf er sich freikaufen. 

Tegernsee – Francesco Sabatella will künftig auch Eis im Straßenverkauf anbieten und hinter seiner Pizzeria in der Nähe der Länd einen Eiswagen parken. Sein Bruder Fabio will ihn schon ab Ostern betreiben. Der Keller, in dem Francesco bisher an seinen Vespas geschraubt hat, wird dafür gerade in ein Eislabor umgebaut. Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte der Stadtrat grundsätzlich dafür gestimmt. Man wusste aber schon damals, dass der Italiener einen Stellplatz dafür von der Stadt ablösen müsste, weil er ihn nirgends nachweisen kann. Jetzt stellte das Landratsamt bei der Überprüfung der Angelegenheit zudem fest, dass ein Parkplatz, der eigentlich hinter dem Haus vorhanden sein sollte, de facto nicht mehr existiert, weil dort eine Holzlege gebaut wurde. Diese Holzlege soll nun weg und dem Eiswagen Platz machen.

Im Bauausschuss stand der Antrag zur Ablöse des Parkplatzes zur Debatte. Dabei rief Bauamtsleiterin Bettina Koch in Erinnerung, dass man Sabatella in den vergangenen neun Jahren vier Anträge genehmigt hatte: 2008 den Bau eines Wintergartens, 2011 einen Anbau an diesen Wintergarten und 2016 die Anhebung des Dachs um 1,20 Meter. Und jedesmal durfte sich Sabatella dafür bei der Stadt freikaufen, weil er die Parkplätze nicht nachweisen kann.

„Was ist das für ein Signal nach außen, wenn wir in Folge mehrere Parkplätze ablösen lassen?“, fragte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Er verwies auf den Beschluss, sich bei Neubauten sich nicht mehr auf eine Stellplatzablöse einzulassen. Bei Altbauten ist Tegernsee kompromissbereit. Die Stadt würde sich unglaubwürdig machen, zumal sie sich gerade der Zukunft der Parksituation ausgiebig widmet. Ein Parkhaus auf dem Horn-Grundstück und die Vergrößerung der Kreissparkassen-Tiefgarage stehen zur Diskussion.

Was die aktuelle Frage der Ablöse hinter der Pizzeria betrifft, so sagte Hagn zunächst, dass er „mit der Faust in der Tasche“ zustimmen könne, da es sich um die Ablöse eines Platzes handle, der in Realität ohnehin schon weg sei. Andrea Köstler (FWG) brachte das Dilemma auf den Punkt: „Die Parkplatz-Situation ist schwierig an der Hauptstraße.“

Am Ende der Debatte war der Bauausschuss dann mehrheitlich einverstanden, dass der Italiener die Ablöse von 7500 Euro an die Stadt zahlt. Der Rathauschef stimmte, anders als angekündigt, dann doch als Einziger dagegen.

gr

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