Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Schaftlach-Tegernsee, hier zwei Lint-Züge im Bahnhof Tegernsee, war Thema am Rande der Stadtratssitzung.
+
Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Schaftlach-Tegernsee, hier zwei Lint-Züge im Bahnhof Tegernsee, war Thema am Rande der Stadtratssitzung.

Stadt Tegernsee will vernünftige Finanzplanung

Elektrifizierung der Bahn: Brief an die Ministerin

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
    schließen

Wie steht’s um die geplante Elektrifizierung der Bahnstrecke Schaftlach-Tegernsee? Im Stadtrat wurde bekannt, dass es einen Brief an die bayerische Verkehrsministerin gibt.

Tegernsee – Wie steht’s um die geplante Elektrifizierung der Bahnstrecke Schaftlach-Tegernsee? Thomas Mandl (SPD) brachte das Thema jetzt am Rande der Stadtratssitzung zur Sprache und bezog sich dabei auf einen Zeitungsbericht, in dem von den Strecken Holzkirchen-Schliersee-Bayrischzell sowie Holzkirchen-Lenggries die Rede war. „Was ist mit Tegernsee?“, hakte Mandl nach.

Bahnhof Tegernsee: „Er ist das Herzstück der Stadt“

Der Bahnhof sei das Herzstück der Stadt, er müsse dringend erhalten bleiben. Es könne nicht sein, dass die Elektrifizierung nur bis Gmund geplant würde. In dem Bericht war auch davon die Rede, dass die Staatsregierung aufmerksam die Entwicklung bei alternativen Antriebstechnologien etwa über Akkus oder mit Wasserstoff verfolge. „Ich plädiere dafür, dass auch solche Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, um den Bahnhof Tegernsee zu erhalten“, sagte Mandl.

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) bezog Stellung: „Es steht nicht zur Diskussion, dass wir nicht elektrifizieren, ganz im Gegenteil.“ Er berichtete jedoch, dass der Bund nur Projekte seiner eigenen Eisenbahnen, also der Deutschen Bahn AG, mit bis zu 90 Prozent fördere. Der Freistaat Bayern habe im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern keine rechtlichen Regelungen zu Förderungen von „nichtbundeseigenen Eisenbahnen“ (NE) geschaffen. Bei der Tegernsee-Bahn handelt es sich um eine solche. Sie gehört zu 45 Prozent der Stadt Tegernsee, zu 45 Prozent der Gemeinde Gmund und zu zehn Prozent dem Landkreis Miesbach.

Hagn berichtete, dass er an die bayerische Ministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Kerstin Schreyer (CSU) geschrieben habe mit dem Appell, der Freistaat möge der Tegernsee-Bahn zur Elektrifizierung eine ähnlich hohe Förderung zukommen lassen, wie die Deutsche Bahn vom Bund erhalte.

Elektrifizierung der Bahnstrecke nach Tegernsee: Bürgermeister fordern vernünftige Finanzplanung

Natürlich könne man die nichtbundeseigenen Eisenbahnen nicht miteinander vergleichen, so Hagn. „Die einen sind tatsächlich Verkehrsträger, die anderen mehr oder weniger Hobby.“ Kein Problem sei zwar, dass Tegernsee nur 65 Prozent für den Umbau der Bahnsteige bekommen habe. „Aber in Sachen Elektrifizierung haben wir darum gebeten, dass man sich rechtzeitig mit uns wegen einer vernünftigen Finanzplanung in Verbindung setzen möge.“ Es handle sich nicht um einen „Brandbrief“, stellt Hagn klar. Der Brief sei zudem von seinem Gmunder Kollegen Alfons Besel sowie von Landrat Olaf von Löwis als Mitgesellschafter unterzeichnet worden.

Entscheidungen für die Elektrifizierung oder alternative Antriebe müssten für alle drei Äste, also nach Tegernsee, Bayrischzell und Lenggries, getroffen werden, um den Autoverkehr weiter zurückzudrängen, sagte Hagn. Den Sorgen Mandls trat er entschieden entgegen: „Es gibt keinen Grund zur Besorgnis, dass Tegernsee nicht berücksichtigt wird. Wenn dies so sein sollte, würden wir sofort Alarm schlagen.“

Lesen Sie hier: Polizei sprengt Corona-Party am Spitzingsee.

gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare