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Der Eröffnungsabend vom Bergfilmfestival.

Eröffnung im Barocksaal

Emotionaler Auftakt des Bergfilmfestivals

Er fehlt: Die Eröffnung des Tegernseer Bergfilmfestivals stand auch im Zeichen des Gedenkens an den langjährigen Schirmherren Heiner Geißler.

Tegernsee – Zum 15. Mal jährt sich das Internationale Bergfilm-Festival Tegernsee. An vier Tagen kommen Berg- und Naturfreaks an sechs Veranstaltungsorten in den Genuss von fast 100 Filmen. Bei der Begrüßung im Barocksaal verwies Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn stolz auf das Erreichte - und erinnerte an den Schirmherrn der ersten Stunde: den am 12. September verstorbenen Heiner Geißler.

Michael Pause, Leiter der über die Grenzen hinweg bekannten Veranstaltung, stellte die Jury mit Julia Brunner, Mojca Volkar Trobevsek, Helmut Scheben, Benedikt Kuby und Martin Kaufmann vor. Ihr kommt die undankbare Aufgabe zu, aus den durchwegs hochwertigen Produktionen der Kategorien „Erlebnisraum Berg“, „Naturraum Berg“ sowie „Lebensraum Berg“ den Siegerfilm zu küren.

Die Organisatoren (v.l.): Michael Pause, Johannes Hagn, Maximilian Werndl, Jürgen Eichinger, Paria Ravahi, Peter Janssen.

„Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Menschen“, lautet ein alpines Sprichwort. Menschen, die alle eine starke Leidenschaft für die Berge und die Natur eint. Von ihnen kamen so viele, dass der Barocksaal zur Gänze gefüllt war. Von den drei Streifen, die zum Auftakt gezeigt wurden, erzählte „Tupendeo – Ein Berg, zwei Geschichten“ von Robert Steiner parallel die Geschichte zweier Bergsteigergruppen, einer schweizerischen und einer englischen, über die Erst-Besteigung des rund 5700 Meter hohen Tupendeo im indischen Teil Kaschmirs.

Während die Eidgenossen es 2015 schafften, stießen sie im Laufe einer spannenden Recherche auf das tragische Scheitern der britischen Gruppe, von denen ein Mitglied gerade noch mit dem Leben davon kam. Hier wurde deutlich, dass mit einem noch so kleinen Fünkchen Hoffnung, einem immensen Lebenswillen sowie bedingungsloser Kameradschaft scheinbar Unmögliches geschehen kann.

Der siebenminütige Streifen „Last Exit“ zeigte, wie es zur ultimativen Entscheidung des Extremsportlers Maximilian Werndl kam: Er und seine Freunde hatten vor einigen Jahren mit dem Flügelanzug-Basejumpen begonnen. Zu Beginn zu zehnt, leben inzwischen nur noch vier von ihnen. Maximilian ist hin-und hergerissen zwischen den Ängsten und Sorgen seiner Mutter und seiner Freundin und der Faszination dieses Abenteuers. Der Film zeigt seinen letzten Sprung – und den Sieg der Vernunft über die Sucht.

Aus dem Genre „Naturraum“ präsentierte Jürgen Eichinger „Die Isar – Der letzte Wildfluss Deutschlands“. Durch Eingriffe des Menschen zum Zweck der Energiegewinnung ist eine einzigartige Flusslandschaft auf ihren ersten 60 Kilometern mit ihren zum Teil sehr seltenen Lebensräumen massiv bedroht. Der Film lebt von der Diskrepanz aus Bildern von atemberaubender Schönheit von Flora und Fauna im Laufe der Jahreszeiten und seiner kritischen und mahnenden Grundstimmung.

Tegernsees Altbürgermeister Peter Janssen würdigte seinen verstorbenen Freund Geißler in einer kurzen Laudatio. In der Dokumentation „Bergheimat“ (BR 2011) über den leidenschaftlichen Bergsteiger, die zusätzlich ins Eröffnungs-Programm aufgenommen wurde, bekannte dieser: „Das Bergsteigen hat mich unabhängig gemacht, um die Herausforderungen zu meistern. Es hat mir die Angst genommen.“

Von Reinhold Schmid

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