Die Bahnsteigkanten in Tegernsee sollen 2022 auf 76 Zentimeter erhöht werden. Die SPD moniert, dass dennoch kein stufenloses Einsteigen in die Lint-Züge möglich ist.
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Die Bahnsteigkanten in Tegernsee sollen 2022 auf 76 Zentimeter erhöht werden. Die SPD moniert, dass dennoch kein stufenloses Einsteigen in die Lint-Züge möglich ist.

Bahnsteige in Tegernsee

Endlich stufenlos in Lint-Züge einsteigen: SPD fordert Erhöhung des Gleisbetts - „Technisch nicht machbar“

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Die Bahnsteige in Tegernsee sollen angehoben werden, damit sie dem allgemeinen Standard entsprechen. 2022 wird es soweit sein. Die SPD meldet sich nun mit einer kritischen Stellungnahme zu Wort.

Tegernsee – Anfang des Jahres kam die freudige Nachricht: 2,4 Millionen Euro an Zuschuss macht der Freistaat für die längst fällige Erhöhung der Bahnsteigkanten in Tegernsee locker. Von 38 auf 76 Zentimeter sollen die Bahnsteige wachsen – ein Standard innerhalb des regionalen Netzes. Kritik an der geplanten Maßnahme kommt jetzt von der Tegernseer SPD.

Endlich stufenlos in Lint-Züge einsteigen: SPD fordert höheres Gleisbett

Weil die Erhöhung allein auch künftig kein niveaugleiches Ein- und Aussteigen bei den neuen Lint-Züge ermöglicht, fordert sie, beim anstehenden Umbau die Gleise zudem auf 55 Zentimeter aufzuschottern. Durch das höhere Gleisbett könnten die Bahnreisenden dann für die „Restlaufzeit“ der Lint-Züge stufenlos einsteigen. „Bei späterer Umstellung auf höhere E-Züge kann diese Schotterschicht wieder reduziert werden“, heißt es in der Stellungnahme der SPD, die vom Vorsitzenden Thomas Mandl unterzeichnet ist.

TBG-Chef erteilt Vorschlag eine Absage: „Technisch nicht machbar“

Heino Seeger, Geschäftsführer der zuständigen Tegernsee Bahn Betriebsgesellschaft (TBG), erteilt dem Vorschlag der SPD auf Nachfrage eine klare Absage. „Technisch nicht machbar“, erklärt er mit Blick auf die gewünschte Änderung der Gleislage. Neben den betreffenden Gleisen selbst wären ja noch weitere Anlagen des Bahnhofs wie Weichen oder Prellböcke zu berücksichtigen – im Fachjargon bedeutet dies laut Seeger: „Es wären zu viele Zwangspunkte zu beachten.“

Auch der Spalt zwischen Bahnsteig und Zügen ist ein Problem

Grundsätzlich räumt der Geschäftsführer ein, dass die geplante Erhöhung der Bahnsteige auch in Zukunft kein stufenloses Einsteigen in die Lint-Züge möglich macht. Es ist, wie die SPD sagt. Die Stufe zum Zug kehrt sich lediglich um: Reisende müssen nach erfolgtem Umbau beim Einsteigen künftig einen Schritt nach unten tun, statt wie bisher einen nach oben. Das lasse sich aber so nicht ändern, sagt Seeger, der noch Weiteres zu bedenken gibt. Das Problem bei Lint sei nicht nur das unterschiedliche Niveau zwischen Bahnsteig und Fahrzeugboden, sondern auch der Spalt dazwischen. Diese Lücke, sagt Seeger, sei für Rollstuhlfahrer unüberbrückbar. Es brauche also ohnehin fremde Hilfe für den Aufbau einer Rampe.

SPD wünscht sich eine Gesamtplanung fürs Tegernseer Bahnhofs-Areal

Die SPD kritisiert aber nicht allein die Pläne bezüglich der Bahnsteigerhöhung. Der Ortsverein zeigt sich zudem „irritiert“ über die Aussage, dass zunächst der Bahnsteigumbau angepackt werde, ehe „die dringend notwendige Aufwertung des gesamten Bahnhofsareals“ erfolgen könne. „Wir befürchten hierbei planerisches Stückwerk und mehrfache Einschränkung der umweltbewussten Bahnnutzer.“ Die SPD fordere daher nachdrücklich, eine Gesamtplanung für eine „Mobilitätsdrehscheibe“ Tegernseer Bahnhof inklusive überdachter Bahn- und Bussteige sowie Taxi-Parkplätzen aufzustellen und im Stadtrat zur Entscheidung zu bringen.

Lesen Sie hier: So leben Tegernseer mit dem Lint

Die Sozialdemokraten wünschen sich darüber hinaus eine „Ideenwerkstatt“, um zusätzliche Anregungen zur angedachten Neugestaltung des Bahnhofs-Areals zu erhalten.

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