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Solarstrom vom Dach: Auch das ist alternativ. 

Stadtrat beschließt Energienutzungsplan

Stadtrat Tegernsee: Mit konkretem Plan zur Energiewende

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Tegernsee - Alle reden von der Energiewende, Tegernsee versucht einen konkreten Schritt zu machen: Der Stadtrat hat die Aufstellung eines Energienutzungsplans beschlossen.

Bis 2035 will der Landkreis Miesbach unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Ein sportliches Ziel, denn 2014, so eine Studie der LMU München und des Innovationsteams INOLA der Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO), wurden im Landkreis gerade einmal 14 Prozent regenerativer Strom und 9,9 Prozent regenerative Wärme produziert. „Die Stromwende ist gut erreichbar, die Wärmewende eine Herausforderung“, sagte Elisabeth Freundl, INOLA-Projekt-Koordinatorin bei der EWO im Stadtrat. Dort stand zur Diskussion, ob sich Tegernsee einen Energienutzungsplan leisten solle, um mit konkreten Schritten die Marke 2035 zu schaffen.

Ein Energienutzungsplan kostet zwischen 20 000 und 50 000 Euro

Zwischen 20 000 und 50 000 Euro kostet ein Energienutzungsplan, bis zu 70 Prozent werden staatlich gefördert. In einem Jahr könnte der Plan stehen, inklusive Analyse- und Bestandsermittlung, konkreter Maßnahmen und deren wirtschaftlicher Bewertung. Ein Ingenieur-Büro muss diesen Plan ausarbeiten.

"Wir bieten seit Jahren Energieberatungen an"

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) bewegten einige Fragen: Wie kriegt man Privatleute dazu, alte Ölheizungen durch Gas und Solar zu ersetzen? Rechnet sich das Umrüsten? Welche Anreize gibt es? „Es ist nicht so, dass wir nichts tun“, betonte Hagn. „Wir bieten seit Jahren Energieberatungen an, müssen dafür aber die Leute zusammenkratzen und haben eigentlich null Resonanz darauf.“ Wenn die Stadt schon 30 000 Euro für den Plan ausgebe, dann seien gute Ideen und die Hilfe der EWO-Profis gefragt, um die Hausbesitzer zu überzeugen.

Die Stadt selbst könne mit gutem Beispiel vorangehen, erklärte Freundl, die von der Klimaschutzmanagerin und Energiebeauftragten des Landkreises, Veronika Weber, bei ihrer Präsentation unterstützt wurde. Öffentliche Gebäude wie Schulen, Turnhallen, Kindergarten oder Straßenbeleuchtung könnten umgerüstet werden. Ein weiterer Ansatz wäre, wenn sich ganze Wohngebiete in Sachen Energieversorgung zusammenschließen würden. 

„Wenn wir Umweltbewusstsein beweisen, dann wirkt sich das auch positiv auf den Tourismus aus“

SPD-Sprecher Thomas Mandl, zugleich Mitglied im Tal-Arbeitskreis Energie und Klimaschutz (ATTEK), machte sich für das Konzept stark und war überzeugt: „Wenn wir Umweltbewusstsein beweisen, dann wirkt sich das auch positiv auf den Tourismus aus.“ Ein zusammenhängender Maßnahmen-Katalog sei wichtig. „Und wenn wir keine Alternativen anbieten können, haben wir als Stadtrat versagt.“ Auch Rudolf Gritsch (CSU) war sich sicher: Wenn Tegernsee mit gutem Beispiel vorangeht, steigt die Attraktivität. 

Peter Friedrich Sieben (FWG) war ein Umstieg auf regenerative Energien „nur wegen dem Zeitgeist“ zu wenig: Man müsse schon wissen, welchen konkreten Nutzen man habe. „Wenn nur Allgemeinplätze herauskommen, dann sollten wir die Finger von einem Energienutzungsplan lassen“, sagte Sieben. Norbert Schußmann (CSU) überzeugten die Argumente der EWO-Profis nicht: „Ich habe nichts gesehen, was mich von den Socken reißt“, sagte Schußmann und unterstrich die Aussage Hagns, wonach Tegernsee schon viel in Sachen Energie mache. Er wollte zunächst von den Erfahrungen der anderen Gemeinden hören, die einen solchen Plan haben.

Otterfing, Weyarn, Fischbachau und Bad Wiessee haben bereits einen Energienutzungsplan

Otterfing, Weyarn, Fischbachau und Bad Wiessee haben sich bereits dazu durchgerungen. Freundl bot Schußmann die Einsichtnahme in vorliegende Konzepte an, doch auch das überzeugte Schußmann nicht. Er lehnte als Einziger den Plan ab, alle anderen waren am Ende für die Investition. 

gr

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