Vor dem ersten Prosit in den Test-Bus: So wie hier im Tegernseer Bräustüberl genossen viele Besucher einen Besuch im Biergarten. Testen lassen kann man sich in vielen Stationen im Landkreis.
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Vor dem ersten Prosit in den Test-Bus: So wie hier im Tegernseer Bräustüberl genossen viele Besucher einen Besuch im Biergarten. Testen lassen kann man sich in vielen Stationen im Landkreis.

Öffnungen

Endlich wieder in den Biergarten: Entspannter Start nach langer Durststrecke

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Endlich sind auch im Landkreis Miesbach die Biergärten wieder geöffnet. Entsprechend gut war die Stimmung.

Landkreis – Um den Samstag hat Miesbachs Landrat Olaf von Löwis gekämpft, mit den Touristikern im Rücken. „Aber es hat sich gelohnt“, sagt Harald Gmeiner, Vorstand des kommunalen Tourismusunternehmens Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS). Dank einer Sondergenehmigung durften Außengastronomie und Hotels schon am Samstag öffnen, eigentlich wäre das erst am Sonntag möglich gewesen. „Und jeder Tag zählt“, weiß Gmeiner. „Es muss hier mit dem Tourismus endlich wieder losgehen.“

Es war ein entspannter Start. Keine Besucherrekorde, keine Mega-Staus. „Eigentlich wie ein ganz normales Wochenende“, resümiert Gmeiner. Die Biergärten gut besucht, aber nicht überfüllt, die Stimmung bestens. „Die Leute sind glücklich, es war alles sehr angenehm“, berichtet auch Peter Hubert, Wirt des Tegernseer Bräustüberls. Er hatte als Service für die Kundschaft einen Test-Bus organisiert, der gleich neben dem Biergarten stand. „Das ist gut angenommen worden“, sagt Hubert. Es seien sicher ein paar Hundert Besucher gewesen, die vor der Einkehr noch schnell einen Test im Bus machen ließen. Der Bus, zunächst nur fürs Wochenende bestellt, wird weiter stehen bleiben – bis die Inzidenz so niedrig ist, dass es keinen Test mehr braucht.

Schiffe auf dem Tegernsee fahren wieder

Mit der Öffnung der Biergärten hat auch der Schiffsverkehr am Tegernsee wieder seinen Betrieb aufgenommen. „Es war ein Start ohne Komplikationen“, sagt Stephan Herbst, Betriebsleiter der Staatlichen Seenschifffahrt am Tegernsee. An die Hygieneregeln seien die Gäste ja schon gewöhnt: FFP2-Maske ist Pflicht, eine Bewirtung findet nicht statt. Zum Gedränge am Steg kam’s nicht, auch wenn die Schifffahrt in Corona-Zeiten die Passagierzahl stark begrenzt hat. Aus eigenem Antrieb übrigens, wie Herbst erklärt: „Als Linienverkehr müssten wir da keine Beschränkungen machen.“

Bergbahnen in Betrieb

Gefragt waren auch Fahrten mit der Wallberg-Bergbahn, die jetzt wieder nach oben gondelt. „Gut zu tun, aber nicht überlastet“, schildert Gmeiner die Situation. Auch für die Bergbahn sei die Öffnung am Samstag wichtig gewesen. Der Dank von Bergbahn-Geschäftsführer Peter Lorenz sei eine der vielen positiven Reaktionen auf das Ringen der ATS um eine frühere Öffnung gewesen, berichtet Gmeiner. Wie wichtig ein einziger Tag sei, zeige ein Blick auf den im Schnitt erzielten Umsatz im Tourismus: Pro Tag sind es im Landkreis 1,5 Millionen Euro.

Doch nicht jeder Betrieb konnte die Chance auf Öffnung nutzen. „Für manche war’s zu kurzfristig“, weiß der ATS-Vorstand, der auch dafür von manchen Unternehmern Kritik einstecken musste. „Obwohl wir die Nachricht am Mittwoch über Newsletter verbreitet haben.“ Doch vor allem große Hotels bräuchten mehr Zeit, um den Betrieb wieder hochzufahren. „Aber die Öffnung war auch für die Einheimischen sehr wichtig“, weiß Gmeiner.

Verloren sind die Buchungen, die in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen für Pfingsten vorlagen. Die Betriebe mussten die Reservierungen stornieren, die Gäste haben sich andere Ziele gesucht. Doch die Aussichten für die gerade beginnende Saison seien jetzt gut, sagt Gmeiner. Die Inzidenz sinke nun schneller als erwartet: „Ich glaube, wir haben jetzt eine langfristige Perspektive.“

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