In diesem Haus an der Tegernseer Schwaighofstraße spielte sich das tödliche Drama ab. Foto: tp
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In diesem Haus an der Tegernseer Schwaighofstraße spielte sich das tödliche Drama ab.

Kripo befragt Zeugen des tödlichen Streits

Ermittlungen zu Beziehungsdrama in Tegernsee dauern weiter an

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Opfer und Täter sind tot. Die Ermittlungen im Fall des Beziehungsdramas, das am Dienstagabend in Tegernsee zu einem schrecklichen Ende geführt hat, werden aber noch längere Zeit andauern.

Tegernsee – Ein Italiener (45) seine Lebensgefährtin (25) erstochen und wurde beim Polizeieinsatz erschossen. Das Paar hinterlässt einen 18 Monate alten Sohn. Die Kripo Miesbach hat jetzt zu klären, was genau sich in dem Mehrfamilienhaus an der Schwaighofstraße abgespielt hat. Dass der Täter nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann, spielt dabei keine Rolle, wie Polizeisprecher Martin Emig erklärt: „Vor allem die Angehörigen haben ein Recht darauf zu erfahren, was vorgefallen ist.“ Neben den Zeugenbefragungen und der Spurenlage soll die Obduktion der Toten Aufschluss geben.

Landeskriminalamt untersucht polizeilichen Schusswaffengebrauch

Untersucht wird auch der Schusswaffengebrauch durch die Polizei. Geschossen habe ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, erklärt Emig auf Nachfrage. Offen lässt er, ob es sich dabei um einen Kollegen der Inspektion Bad Wiessee handelt: „Da machen wir keine Unterschiede.“ Die Untersuchung des Vorfalls liege in den Händen des Landeskriminalamts.

Um der Frau zur Hilfe zu kommen, hatte die Polizei die Wohnungstür aufgebrochen. Der Italiener hielt das Messer in der Hand und legte es trotz aller Warnungen und Rufe nicht aus der Hand. Das belegen Aufnahmen der Bodycam. Es fielen zwei Schüsse. Der Italiener wurde getroffen und starb noch am Tatort. Der Polizist, der die Schüsse abgegeben hat, werde nicht als Beschuldigter geführt, erklärt Emig. Um der Frau in höchster Not zur Hilfe zu kommen, habe der Mann den Täter überwinden müssen. Zudem habe der mit dem Messer bedrohte Polizist auch in Notwehr gehandelt. „Da war die Schusswaffe das geeignete Mittel.“

Späteres Opfer hatte Hilfe gesucht

Auch die Hintergründe der Beziehungstat werden gründlich beleuchtet. Die 25-Jährige, die aus Rumänien stammt, hatte schon vor Wochen die Polizei um Hilfe gebeten. Dem Vernehmen nach hätte sie in einem Frauenhaus unterkommen sollen. „Dem gehen wir nach“, erklärt Emig. Im Zuge der Untersuchung werde geklärt, an wen sich das spätere Opfer zu welchem Zeitpunkt gewandt habe.  

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