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Viel zu klein: Das jetzige Feuerwehrhaus in Tegernsee wird den Anforderungen nicht mehr gerecht: Die Stadt plant einen Neubau und hat jetzt die Zahl der Garagen festgelegt. 

Debatte ums Feuerwehrhaus Tegernsee

„Wir bauen keinen Palast“

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Wie viele Garagen braucht das neue Feuerwehrhaus in Tegernsee wirklich? Nach einer erneuten ausführlichen Prüfung und einer kontroversen Debatte hat der Stadtrat eine Entscheidung getroffen.

Tegernsee – Schritt für Schritt nähert sich Tegernsee dem dringend nötigen Neubau des Feuerwehrhauses. Bei seiner jüngsten Sitzung beackerte der Stadtrat erneut die Fragen: Wie viele Garagen sind tatsächlich nötig für die sieben Einsatzfahrzeuge, drei Anhänger und das Boot? Wo kommt das Feuerwehrboot unter? Kann der Kommandowagen, ein BMW X3, in der Waschhalle, die zugleich Werkzeughalle wird, geparkt werden? Nachdem sich der Stadtrat schon im April gegen ein Bootshaus ausgesprochen hatte, ließ die Stadt auf Antrag der Bürgerliste prüfen, ob der Bau einer Garage am Container-Standort am Schulgelände möglich wäre. Ludwig Dausmann von der Regierung von Oberbayern erteilte inzwischen eine Absage: Das Hin- und Herlaufen sei zu zeitaufwendig und wegen dem Überqueren der Hochfeldstraße auch gefährlich. Eine Unterbringung in der Waschhalle, die zugleich als Werkstatt genutzt werden soll, lehnte der Fachberater für Brand- und Katastrophenschutz ebenfalls ab. Der Boden sei hier nass, rutschig und ebenfalls unfallträchtig.

Die Vertreter der Bürgerliste versuchten dennoch alles, um an der Größe des künftigen Hauses zu feilen: Sowohl Martina Niggl-Fisser als auch Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein hielten die Unterbringung eines Fahrzeugs in der Waschhalle für machbar. „Unsere Bevölkerung ist nicht am Wachsen, technische Aufgaben sind immer besser zu lösen, da könnte man mit weniger Fahrzeugen auskommen“, argumentierte Hammerstein. „Diese Größe ist nicht der richtige Blick auf die Zukunft.“ Da Tegernsee über sechs Millionen Euro ausgeben müsse, sei es angebracht, die Investition mit dem nötigen Ernst zu überdenken. Die Fraktion sei nicht auf Gegnerschaft zur Feuerwehr aus und verzögere den Bau keinesfalls, fügte Florian Kohler an, doch es sei schon so, „dass wir da eine sehr großes Feuerwehrhaus bekommen.“ 

Neun Garagen und eine Waschhalle

Peter Schiffmann (SPD) rechtfertigte die Planung mit neun Garagen und einer Waschhalle: „Wir brauchen einen vernünftigen Bau und keinen, der auf Kante genäht ist. Wir bauen keinen Palast“, betonte Schiffmann. Der nötige Bedarf an Fahrzeugen sei ausführlich diskutiert. Das sah auch Rudolf Gritsch (CSU) so: „Unser Konzept ist nachhaltig durchdacht. Wir brauchen neun Stellplätze und eine Waschgarage.“ Die Größe sei die „absolute Notwendigkeit, das und hat nichts mit Palast zu tun, merkte SPD-Sprecher Thomas Mandl an. Er hatte keine Lust mehr, die Diskussion um den Bedarf an Ausstattung immer wieder neu zu diskutieren. Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) auch nicht. Er warnte davor, zu klein zu bauen und erinnerte daran, dass demnächst alte Fahrzeuge ausgemustert und durch neue ersetzt werden müssen. „Ich stehe in der Haftung.“

Am Ende stimmte nur die Bürgerliste gegen das Konzept mit neun Garagen und einer Waschhalle. Die Fraktion betonte, dass sie jedoch weiter konstruktiv an der Planung mitarbeiten wolle. Jetzt kann das Projekt EU-weit ausgeschrieben werden, dann kann die genaue Gestaltung geplant werden. 

Diese Ausrüstung hat die Feuerwehr:

Einen Kommandowagen (BMW X3), einen Einsatzleitwagen (Sprinter), ein Löschfahrzeug LF 20/16, ein Löschfahrzeug LF 16/20 (Baujahr 1990), eine Drehleiter DLK 23/12, einen Gerätewagen Logistik (Baujahr 1986), einen Rüstwagen RW 1, ein Mehrzweckboot, ein Umweltschutzanhänger, ein Pulverlöschanhänger 250, einen Eisenbahnanhänger. 

gr

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