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Absurditäten aus dem echten Leben: Manfred von Papen alias Papan (M.) bei der Eröffnung seiner Ausstellung im Gulbransson-Museum. Mit auf dem Bild sind Klaus Fresenius (l.) und Laudator Florian Seidl. 

Olaf Gulbransson Museum 

Ernsthaft komisch: Münchner Cartoonist Manfred von Papen stellt in Tegernsee aus

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Unterhaltsam und humorig. So ist die Werkschau vom Münchner Cartoonist Manfred von Papen, die derzeit im Olaf Gulbransson Museum in Tegernsee zu sehen ist.

Tegernsee Seit Sonntag lockt im Olaf Gulbransson Museum Tegernsee höchst unterhaltsam, humorig und generationenübergreifend Papans Werkschau „Wer keinen Spaß versteht, versteht auch keinen Ernst?“ Der Münchner Cartoonist Manfred von Papen philosophiert hier lebensnah, inspiriert vom Wort, und bisweilen herrlich absurd über das echte Leben.

Genau so wie den Betrachter Papans Cartoons ab 1968 in der Zeit, der Brigitteund vor allem im Stern – wo die Rubriken „Dingsbums“ und „Der undressierte Mann“ für Leichtigkeit im Geschlechterkampf sorgten – gefangen nahmen, so willkommen geheißen fühlt man sich in der neuen Sonderausstellung des Olaf Gulbransson Museums: „Lauter alte Bekannte“, so könnte man angesichts der Protagonisten auf den über 100 Blättern meinen, die nicht mit spitzer Feder, dafür aber – je nach Schaffensphase – in Aquarell (bis 2010) oder (später) mit Bleistift daherkommen.

„Bekannte“ insofern, als dass sie aus dem echten und bei genauerem Hinsehen zur Absurdität tendierenden Leben ent- und geradewegs auf Papier gesprungen sind – und zwar trickreich in ein Zusammenspiel verschiedener Bildrealitäten.

Wie beispielsweise das Paar auf dem weiten Meer, bei dem die bei Wein, Kaffee und anderen häuslich-bürgerlichen Requisiten im Boot stehende Frau ihrem sich ans Boot klammernden Mann im Wasser zuruft: „Man muss auch mal loslassen können…“

Oder die Frau, die vor einem Apfelbutzen und einem Glas Wasser darbt, während draußen vor dem Fenster die feinsten Köstlichkeiten vorbeifliegen. Unterschrift: „Es ist eine Krankheit, sich die Gesundheit durch strenge Lebensweise zu erhalten.“

„Ich lasse mich eher durch Worte denn durch Bilder inspirieren“, erklärt Papan den Ursprung seiner Schaffenskraft. Wenn er von der neuen Immobilie des BND in Berlin als „selbstbewusstes Bauwerk“ lese, dann habe er quasi schon ein Bild im Kopf: „Denn, wie bitte, könne ein Bauwerk selbstbewusst sein?“

Der 75-jährige gebürtige Hamburger schärft seinen Blick am Wort und in der Beobachtung des Alltags und damit an aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Reichlich Gelegenheit dazu gaben dem gelernten Buchhändler die Beziehung zu Franziska Becker, engagierte Feministin neben Alice Schwarzer und Cartoonistin bei der Emma.

Mindestens bei der Abteilung „Mann & Frau“ ist sie gegenwärtig – sogar als zweidimensionale Holzplastik Seite an Seite mit Papan, just beim Übergang zur Abteilung „Selbstverwirklichung“. Damit die Blickrichtung der beiden Figuren stimmt, nahm Papan noch geschwind vor der Ausstellungseröffnung Tipp-Ex und Edding-Stift zur Hand und mit deren Hilfe eine Augenkorrektur vor. Unkompliziert, selbstironisch, pragmatisch, direkt.

So nimmt sich Papan Gegebenheiten an, wie etwa des gesprungenen Bilderrahmens, in den er (in der Abteilung „Kinder Kinder“) einen Fußball spielenden Jungen das Malheur mit der zerbrochenen Scheibe mit „Fuck“ kommentieren lässt.

Offen erzählt der Wahlmünchner, dass er, inspiriert von Alfred Kubin, Paul Klee und Topor Sahim, aber im Glauben nicht malen zu können, lange Zeit Fotos auf Butterbrotpapier abgepaust und dann seitenverkehrt auf seine Blätter „gerubbelt“ habe. Weil manche Motive von der Perspektive her so gar nicht zusammengepasst hätten, sei sein unverwechselbarer Zeichenstil, dem manch Kritiker quasi kubistischen Einfluss nachsagte, per Zufall entstanden. Spaß oder Ernst? Wer weiß.

Papan bekennt: „Ich bin ein Anmaler. Ich mache vorher die Zeichnung und dann male ich das an wie ein Kind.“ Und weil er mittlerweile geduldiger mit sich sei, wisse er, dass das auch ganz gut wird. Der Cartoonist, der Tanzen und das Meer verabscheut, weil er weder tanzen noch schwimmen könne, stellt sich immer wieder gezielt seinen Ängsten („Wenn ich es gemalt habe, kann ich das Bild und mit ihm die Angst ja immer noch verbrennen“).

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Auch so wird er zum Meister des Perspektivenwechsels. Diesen findet man in der von Sandra Spiegler vom Olaf Gulbransson Museum kuratierten Ausstellung nicht nur zu den Themen „Gestrandet“, „Gott, Teufel und Kirche“, „Lebensende und Zeit“ und den unter „Dichter und Denker“ von Goethe, Lessing, Kafka entliehenen philosophischen „Sprüchen und Wahrheiten“, sondern auch in den Gießharzplastiken. Da spielt Papan mit den verschiedenen Bildrealitäten, indem er Insekten und Cartoons versatzstückartig in mehreren Ebenen interagieren lässt und so Absurdes entstehen lässt – wie etwa einen Tausendfüßler beim Schuhkauf.

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ak

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