Country-Songs am Tegernsee: Dominik Oberwallner wandelt als Nik Wallner auf Solo-Pfaden. Seine modernen Country-Songs singt der Musiker auf Deutsch.
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Country-Songs am Tegernsee: Dominik Oberwallner wandelt als Nik Wallner auf Solo-Pfaden. Seine modernen Country-Songs singt der Musiker auf Deutsch.

Interview

Dominik Oberwallner hat seinen neuen Musikstil gefunden

Bekannt wurde der Tegernseer Domik Oberwallner (29) durch „The Voice of Germany“. 2014 schaffte er es mit Moritz Häußinger (26) bis in die Knock-out-Runde. Jetzt geht er als Nik Wallner eigene Wege.

Tegernsee – Es ist schon ein Weilchen her, dass Dominik Oberwallner (29) auf der großen „The Voice of Germany“-Bühne stand. 2014 schaffte er es gemeinsam mit seinem Spezl Moritz Häußinger (26) bis in die Knock-out-Runde der ProSieben-Musik-Show. Musikalisch haben sich die beiden getrennt. Dominik Oberwallner geht jetzt als Nik Wallner eigene Wege, hat seine erste Solo-Single „Hell Yeah“ herausgebracht. Sein Songwriter und Produzent ist kein Unbekannter: Tom Olbrich zeichnete auch für Andreas Bouranis Single „Auf uns“ verantwortlich.

Herr Oberwallner, lange nichts gehört. Wie geht es Ihnen?

Es geht mir sehr gut. Die letzte Zeit war sehr aufregend. Nachdem ich meinen jetzigen Songwriter und Produzenten Tom Olbrich kennengelernt habe, hat sich einiges getan. Ich habe endlich meinen eigenen Musikstil gefunden: Deutscher Country! Das gibt es so noch nicht, und ich kann all meine heimatlichen Gefühle einfließen lassen. Ich bin ja ein waschechter Tegernseer mit allem, was dazu gehört.

Wie kam es dazu, dass Sie mit Tom Olbrich und Warner Music, einem der drei großen Deutschen Musik-Labels, zusammenarbeiten?

Ich habe immer wieder geschaut, wie ich mich weiterentwickeln kann. So kam ich auf Tom Olbrich. Es war schon Glück und Zufall. Beim ersten Treffen haben wir gemerkt, dass wir einen ähnlichen Musikgeschmack haben, und auch das Menschliche hat gleich gepasst. Das war im August 2019. Das Genre „Deutsche Countrymusik“ gibt es so noch nicht. Tom und ich sind dann darauf gekommen, weil wir beide gerne moderne Countrymusik hören. Mein Manager mag eher die klassische Country-Musik aus den 30er- und 40er-Jahren. Tom hatte ein paar Demos, und wir haben sofort eine Schnittstelle gefunden. Es sollte auf keinen Fall eine Kopie des amerikanischen Stils oder ein Boss Hoss-Verschnitt sein. Mir ist es wichtig, in meiner Musik meine Werte, das Heimatliche, Freundschaft und Tradition, zu transportieren.

Gerade ist Ihre erste Single „Hell Yeah“ herausgekommen. Wie kommt sie beim Publikum an?

Also, ich war wahnsinnig aufgeregt, auch, weil aufgrund der Corona-Pandemie die PR-Maßnahmen anders ablaufen. Aber der Song wurde schon nach 24 Stunden mehr als 10 000 Mal heruntergeladen. Wir deuten das als Erfolg. Ich hoffe, das geht so weiter. Und dann möchte ich natürlich wieder live spielen. Ich will dringend wieder auf eine Bühne, und wenn ich vor zehn Menschen spiele (lacht). Meine Musik ist ehrlich und handgemacht, da bieten sich Konzerte einfach an.

Wann standen Sie denn das letzte Mal auf einer Bühne?

Letztes Jahr bei einem der letzten Festivals vor dem Lockdown, dem „Country 2 Country“-Festival in Berlin. Da hatte ich an drei Tagen acht Auftritte und konnte das neue Genre testen. Die Reaktion des Publikums war atemberaubend. Alle haben sofort verstanden, was wir rüberbringen wollen. Ich war der einzige deutsche Künstler. Nach mir standen Bands auf der Bühne, die ich alle kannte. Luke Combs, Old Dominion, Brett Young, Lindsay Ell und viele andere bekannte Country-Stars sind dort aufgetreten.

Vor sieben Jahren feierten Sie zusammen mit Moritz Häußinger einen großen Erfolg bei „The Voice of Germany“, nebenbei haben Sie eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Konzentrieren Sie sich jetzt komplett auf die Musik?

Nein, ich arbeite immer noch ganz bodenständig als Privatkundenberater bei der Kreissparkasse. Das macht mir auch richtig Spaß. Klar ist es mein Ziel, von der Musik, meiner absoluten Leidenschaft, zu leben. Aber gerade jetzt in der Corona-Zeit bin ich dankbar, dass ich dieses solide Standbein habe. Ich werde sehr gut von meinem Arbeitgeber unterstützt.

Das heißt, man trifft Sie nach wie vor am Tegernsee?

Oh ja, und das sehr gerne. Das ist meine Heimat. Aber ich bin natürlich auch oft in Berlin. Das gefällt mir schon sehr. Dort ist alles ganz anders, viel größer. Aber ich bin immer wieder froh, wenn ich den See und die Berge sehe. Und bis es wieder richtig losgeht mit Live-Konzerten, nehme ich Gesangsunterricht und braue seit Kurzem mein eigenes Bier, eine Flaschengärung. In Kürze kann ich die erste Flasche öffnen. Mal schauen, wie das schmeckt.

Das Gespräch führte Kathrin Suda

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