Im evangelischen Gemeindehaus betreuen Eva Schwarzer (l.) und Tina Weber aktuell so lange die Kinder, bis die Erweiterung im Reisbergerhof geschafft ist.
+
Im evangelischen Gemeindehaus betreuen Eva Schwarzer (l.) und Tina Weber aktuell so lange die Kinder, bis die Erweiterung im Reisbergerhof geschafft ist.

Nach vorübergehendem Umzug

Evangelische Kinderkrippe Tegernsee verdoppelt das Platzangebot

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
    schließen

Die evangelische Kinderkrippe Tegernsee ist in den evangelischen Gemeindesaal umgezogen. Der Standort dient allerdings nur als Übergangsquartier. Und das Platzangebot in der eigentlichen Heimat, dem Reisbergerhof, soll erweitert werden.

Tegernsee – Die Bedingungen in der Corona-Pandemie sind für die Betreuer in den Kinderkrippen schon schwierig genug. In der evangelischen Kinderkrippe Tegernsee kommt jetzt eine weitere Herausforderung dazu: Die Gruppe vom Reisbergerhof ist in den evangelischen Gemeindesaal umgezogen. Der Grund ermutigt jedoch alle: Die Krippe im Reisbergerhof, die derzeit über zwölf Plätze verfügt, wird erweitert und das Platzangebot damit verdoppelt.

Evangelische Kinderkrippe Tegernsee verdoppelt das Platzangebot

„Der Umzug in das Übergangsquartier war nicht so einfach“, sagt Pfarrer Martin Weber. „Vor allem logistisch.“ Alle Formalien, die für den Betrieb einer Krippe eben nötig sind, mussten eingehalten werden, berichtet Weber. „Das beginnt bei der Einrichtung eines bestimmten Essbereichs und geht über den Spielbereich bis zu technischen Anforderungen wie Feuermeldern.“ Viele Genehmigungen seien im Vorfeld nötig gewesen, sagt Weber, der sich jedoch dankbar äußert: „Die Stadt und das Landratsamt haben alles versucht, um vernünftige und praktikable Lösungen zu finden.“ Schließlich koste das „Gesamtpaket“ auch Geld. Allerdings müsse die Genehmigung für das Not-Quartier noch verlängert werden. Weber: „Sie gilt vorerst bis April. Weil sich die Genehmigung für den Umbau im Reisbergerhof jedoch etwas verzögert hat, muss da nachgelegt werden.“ Insgesamt, glaubt Weber, sei die Übergangskrippe für alle eine Herausforderung. „Schon allein, weil die Kinder ihre gewohnte Umgebung nicht mehr haben.“

Etwa drei Monate müssen Krippenkinder und ihre Betreuerinnen im Gemeindesaal zurechtkommen – dann heißt es: zurück in den Reisbergerhof. Weil die Nachfrage an Krippenplätzen ständig steigt, wird hier jetzt Platz geschaffen. „Vorhandener Platz wird besser genutzt“, korrigiert Weber. So wird der bisher von der vhs genutzte Mehrzweckraum so umgebaut, dass ihn auch die Krippe verwenden kann. „Wir machen eine multifunktionale Nutzung daraus“, erklärt Weber. Bis 16 Uhr werden Kinder hier betreut, danach steht der Raum für die Volkshochschule zur Verfügung. „Unproblematisch“, glaubt Weber. „Alles wird einfach zur Seite geräumt.“ Im Dachgeschoss sollen zudem ein Büro und ein Lager für die Krippe eingerichtet werden.

Bereits im Dezember 2019 hatte der Tegernseer Stadtrat den Umbau genehmigt und Gelder in Höhe von 50 000 Euro zur Einplanung im Haushalt freigegeben (wir berichteten).

Die Kinderbetreuung am Tegernsee macht damit weitere Fortschritte. Allein die evangelische Kirche ist für je zwei Gruppen in Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee sowie für drei Hortgruppen in Tegernsee und Bad Wiessee sowie für die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung in der Realschule Tegernseer Tal in Gmund zuständig. 40 Mitarbeiter sind talweit an Bord. „Über Bewerbungen freue ich mich immer“, sagt Weber, wenngleich aktuell ausreichend Personal da sei. Und überhaupt sei das derzeitige Platzangebot „noch nicht das Ende der Fahnenstange“, meint er.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare