Das Gerippe der Übergangshalle neben der Grundschule steht bereits. Kommandant Wolfgang Winkler (r.) und sein Stellvertreter Christian Müller von der Feuerwehr Tegernsee planen den Umzug.
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Das Gerippe der Übergangshalle neben der Grundschule steht bereits. Kommandant Wolfgang Winkler (r.) und sein Stellvertreter Christian Müller von der Feuerwehr Tegernsee planen den Umzug.

Halle neben Grundschule nimmt Gestalt an

Feuerwehr Tegernsee: Umzug ins Übergangsquartier wird ein Kraftakt

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Das Übergangsquartier der Tegernseer Feuerwehr nimmt Form an: Noch in diesem Monat soll die Leichtbauhalle neben der Grundschule stehen. Der Umzug wird für die Feuerwehr ein Kraftakt.

  • Bis der Neubau des Feuerwehrhauses steht, kommt die Tegernseer Wehr in einer Übergangshalle unter
  • Die technische Ausstattung der Halle stemmt die Feuerwehr aus eigener Kraft
  • Kommandant Wolfgang Winkler spricht von einer Mammutaufgabe

Tegernsee – Im Frühjahr 2021 soll das alte Feuerwehrhaus in Tegernsee endgültig Geschichte sein: Das Gerätehaus wird abgerissen, um einem modernen und funktionalen Neubau samt Wohnungen Platz zu machen. Während der Übergangsphase soll die Feuerwehr in einer Interimshalle auf dem Parkplatz der Schule unterkommen – das Gerippe der Stahlkonstruktion ragt bereits in die Höhe. Kommandant Wolfgang Winkler rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Wochen. „Die geben ziemlich Gas, die Halle könnte schon eher stehen“, meint er.

Übergangsquartier für Feuerwehr nur eine Notlösung

Mehr als eine Notlösung ist die Halle freilich nicht. Laut Winkler werden dort in erster Linie die Einsatzfahrzeuge und Gerätschaften der Feuerwehr untergebracht – dazu ein kleines Büro und eine Werkstatt. Auf eigene Sanitäranlagen müssen die Aktiven vorläufig verzichten. „Der Aufwand wäre zu groß gewesen“, berichtet der Kommandant. Für diesen Zweck werde man möglicherweise in die benachbarte Schule ausweichen. Auch einen größeren Gemeinschaftsraum für Besprechungen oder Ähnliches gibt es im Übergangsquartier nicht. „Aber das Gesellschaftliche liegt derzeit ja ohnehin brach“, sagt Winkler mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Umsiedelung der technischen Infrastruktur eine Mammutaufgabe

Die technische Aufrüstung der neuen Unterkunft – „eine Art Industriehalle“ (Winkler) – stemmt die Freiwillige Feuerwehr mit ihren Ehrenamtlichen aus eigener Kraft. „Die Fahrzeuge hängen ständig an Strom und Druckluft“, macht der Kommandant deutlich. Der Umzug dieser Infrastruktur müsse an nur einem Tag innerhalb von Stunden über die Bühne gehen. „Eine Mammutaufgabe.“ Winkler hofft, dass es in dieser Zeit nicht ausgerechnet zu einer Alarmierung kommt.

Lesen Sie hier einen Bericht über den Neubau: Kosten klettern auf 13 Millionen Euro

Der Umzug der Technik ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Bereits seit dem Sommer sind die Mitglieder der Tegernseer Wehr mit Räumen und Schleppen beschäftigt. „Wir müssen ja ein fast 100 Jahre altes Gebäude leer räumen“, gibt der Kommandant zu bedenken. Einrichtungsgegenstände, die noch zu gebrauchen sind, und „historische Sachen“ würden eingelagert, alles andere müsse entsorgt werden. Das Coronavirus macht die Situation für die Helfer nicht leichter. „Wir arbeiten nur in Kleingruppen mit Mund-Nasen-Schutz und ausreichend Abstand“, berichtet Winkler. Knapp 70 Aktive zählt die Tegernseer Feuerwehr, ein harter Kern stehe für die Arbeitseinsätze immer parat.

Fundamentierung für Halle kam teurer als geplant

Ein Engagement, das auch Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) zu schätzen weiß. „Wir müssen sehr dankbar sein, dass es Leute gibt, die diesen Dienst an der Allgemeinheit in ihrer Freizeit leisten“, sagt er. Wie viel das Übergangsquartier im Endeffekt kosten wird, lässt sich derzeit noch nicht genau beziffern. Vorgesehen sind etwa 280.000 Euro für die Halle selbst (Bau und Mietkosten) sowie zusätzlich rund 180.000 Euro für die Fundamentierung. Die Kosten für Letztere waren in die Höhe geschossen, nachdem klar geworden war, dass beim Fundament wegen der Statik eine Tiefe von 1,86 Metern nötig ist.

Bis das neue Feuerwehrhaus steht, könnte noch einige Zeit ins Land gehen. Zuletzt hat der Stadtrat in seiner November-Sitzung den Auftrag für die Erarbeitung des konkreten Bauantrags erteilt. Doch Kommandant Winkler ist zuversichtlich, dass die Feuerwehr auch die Zeit im „Provisorium“ gut bewältigen wird. „Wir müssen halt schauen, dass die Einsatzbereitschaft zu jeder Zeit sichergestellt ist.“

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