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Schön aber alt: Das Tegernseer Feuerwehrhaus.

Banges Warten auf Machbarkeitsstudie

Feuerwehrhaus Tegernsee: Droht jetzt der Abriss?

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Tegernsee – Lüftlmalerei und hölzerne Tore: Das Feuerwehrhaus Tegernsee ist ein Schmuckstück - und doch fernab jedes Standards. Droht jetzt doch der Abriss?

Erste Mängel am Feuerwehrhaus an der Hochfeldstraße wurden schon vor 20 Jahren laut. Seitdem hat sich der Zustand permanent verschärft: Die sieben Fahrzeuge, darunter eines mit Drehleiter, stoßen an die Decke. Durch die sternförmig geschnitzten, mit grüner und weißer Farbe bemalten Tore, die von Hand geöffnet werden müssen, passen die Fahrzeuge mit Ach und Krach. 

Fahrzeuge passen kaum noch rein: "Rechts und links ein Zentimeter Platz"

„Da ist rechts und links nur ein Zentimeter Platz“, beschreibt Vize-Kommandant Christian Müller die Platznot und listet weitere Mängel auf: Sozialräume sind zu klein, ein Schleusensystem für kontaminierte Ausrüstung und eine Trennmöglichkeit für Einsatz- und Privatkleidung fehlen. Auch ein Abluftsystem gibt’s nicht. „Wir müssen uns in der Halle umziehen und atmen die Abgase der laufenden Fahrzeuge ein“, sagt Müller. 

Keine getrennten Duschen - trotz steigenden Frauenanteils

Weil immer mehr junge Frauen aktiv sind (derzeit drei), sind getrennte Duschen nötig. Auch die fehlen bisher. Zudem gibt es nur eine Zufahrt für Privat- und Einsatzfahrzeuge. Wenn’s pressiert, kommt es hier regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Der Gemeinde Unfallverhütungsverband (GUV) rügt den Zustand seit langem.

Machbarkeitsstudie läuft

Bereits im Oktober 2014 hat der Stadtrat reagiert und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Sie soll Möglichkeiten aufzeigen. Vorstellbar wären der Erhalt und Umbau des Hauses zusammen mit dem Neubau einer Halle auf städtischem Grund oder der Abriss und Neubau des alten Gebäudes. Der Spielplatz müsste in jedem Fall verlegt werden.

Droht Abriss eines so schönen Gebäudes? 

„Das wird auch bei uns diskutiert“, sagt Müller. Er gehört einer etwa zehnköpfigen Arbeitsgruppe an, die bei der Feuerwehr gebildet wurde. „Wir sind offen für alles. Aber letztlich muss der reibungslose Einsatz gewährleistet sein. Darum geht’s.“ Wenn die Studie vorliegt, werde die ganze Mannschaft – aktuell 70 Aktive – über das weitere Vorgehen informiert.

Kein Denkmalschutz für das schöne Gemäuer

Auch im Rathaus wartet man auf das Ergebnis der Studie. „Dann wird der Stadtrat entscheiden müssen“, erklärt Geschäftsführer Hans Staudacher. Vermutlich noch heuer werde feststehen, was mit dem Feuerwehrhaus passiert. Inzwischen weiß die Stadt auch, dass das Haus nicht unter Denkmalschutz steht. Am 1. Mai 1927 wurde es eingeweiht, und die 1873 gegründete und anfangs im Rathaus untergebrachte Feuerwehr, zog vom damaligen Sommerkeller, ihrem zweiten Domizil, in den Neubau an der Hochfeldstraße. Innen wurde seitdem regelmäßig umgebaut, außen blieb es weitgehend im Urzustand.

SGT befürchtet das Schlimmste

Viele fürchten inzwischen, dass das Feuerwehrhaus der Abrissbirne zum Opfer fallen könnte. Bei Angela Brogsitter-Fink, der Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), klingelt schon das Telefon. „Sogar Feuerwehrler sorgen sich“, sagt Brogsitter, die das Thema inzwischen auch bei einem Treffen der Initiative „Denkmalnetz Bayern“ zur Sprache brachte. Es handle sich um ein städtebaulich sehr markantes Gebäude, das mit der Schule ein schönes Ensemble bilde. Ihr Urteil: „Auch wenn es nicht unter Denkmalschutz steht, ist es sehr erhaltenswert.“

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