An der Grundschule in Tegernsee entsteht die Interimshalle für die Feuerwehr. Ein 1,86 Meter tiefes Fundament ist dafür nötig. Ende November soll der Aufbau der Halle beginnen. 
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An der Grundschule entsteht die Interimshalle für die Feuerwehr. Ein 1,86 Meter tiefes Fundament ist dafür nötig. Ende November soll der Aufbau der Halle beginnen. 

Stadtrat legt weitere Details fest

Feuerwehrhaus Tegernsee: Gestaltung nimmt Form an

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Die Planungen für den Neubau des Feuerwehrhauses mit Wohnungen machen Fortschritte. Der Stadtrat legte jetzt weitere Gestaltungsdetails fest, wurden über die Kostenentwicklung informiert und erteilte den Auftrag für die Erarbeitung des konkreten Bauantrags. Auch zum geplanten Interimsbau gab’s neue Infos.

  • Stadtrat legt weitere Details zur Gestaltung des neuen Feuerwehrhauses fest.
  • Fundament für Interimslösung an der Grundschule wird errichtet.
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Tegernsee – Im Juli hatte der Stadtrat erstmals anhand einer Visualisierung zu sehen bekommen, wie der geplante Neubau im Wesentlichen aussehen wird: Die Feuerwehr bekommt einen L-förmigen Funktionsbau auf Basis von Betonoptik, in Nord-Süd-Achse kommt ein zweigeschossiger Bau für Feuerwehrräume und Wohnungen in Holzoptik obendrauf. Fest steht: Mit seinem modernen Bau wird Tegernsee architektonisch ein Zeichen setzen.

Eindruck der Eiger-Nordwand fällt weg.

Andreas Feichtner (CSU)

Zur jüngsten Sitzung brachte Architektin Claudia Schreiber diesmal Varianten zur Fassadengestaltung mit. Die betrafen zum einen die Fassade entlang der Hochfeldstraße, wo man nach kurzer Debatte einer Auflockerung mit hohen Fenstern den Vorzug vor Begrünung oder einem Kunstwerk gab. „Der Eindruck einer Eiger-Nordwand fällt weg, die Fenster lockern schön auf“, äußerte sich Andreas Feichtner (CSU) zufrieden. Ursula Janssen (Grüne) sah Vorteile für die Verkehrssicherheit, wenn man durch die Fenster erkennen könne, dass die Feuerwehr am Ausrücken sei.

Entwurf für das geplante Feuerwehrhaus in Tegernsee.

Während die Struktur für den Betonsockel im Funktionsbau noch zurückgestellt wurde, standen dann Varianten für den Wohnungstrakt zur Diskussion. „Jetzt sind wir natürlich im Geschmacksbereich“, schickte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) den Meinungen über schmale, breite, abgeflämmte oder dunkle Holzbretter voraus. Schreiber selbst empfahl, sich aus Gründen der Haltbarkeit auf sägeraue Lärchenholzbretter zu einigen. Anton Lengmüller (FWG) war nicht nur die Haltbarkeit wichtig, er war aus optischen Gründen für eine breitere Verschalung. „Sonst schaut’s nach kurzer Zeit aus wie bei der Realschule in Gmund.“ Andreas Feichtner (CSU) war für raue, etwa 14 Zentimeter breite Bretter. „Dann schaut das nicht wie ein Latt’lverschlag aus.“ Für diese sprach sich der Stadtrat dann aus. Was Farbe und Holz-Bearbeitung betrifft, so will sich der Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt festlegen.

Feuerwehrhaus Tegernsee: Kosten bei 12,6 Millionen Euro

In Sachen Kosten konnte die Architektin mit erfreulichen Nachrichten aufwarten. Denn gegenüber der bereits bekannten Berechnung über rund 12,566 Millionen Euro hätte sich bei nun genauer Berechnung nur eine geringfügige Erhöhung auf 12,629 Millionen Euro ergeben. Die Posten Ausstattung sowie Baunebenkosten seien dafür verantwortlich.

Schließlich wurde die Architektin beauftragt, den konkreten Bauantrag vorzubereiten. Den will die Stadt möglichst noch heuer beim Landratsamt einreichen. Dann sind die europaweite Ausschreibung des Vorhabens und das Einholen von Zuschüssen dran. Gegen die Stimme von Thomas Mandl (SPD) wurden die Details beschlossen. „Die Halle gefällt mir, aber mit der Kombination der Baukomplexe habe ich große Schwierigkeiten“, begründete Mandl seine Ablehnung.

Interimslösung für die Feuerwehr an der Schule: Tiefes Fundament nötig

Weil für Februar oder März 2021 der Abbruch des alten Feuerwehrhauses geplant ist, muss schon jetzt auf dem bisherigen Parkplatz an der Grundschule ein Interims-Gebäude entstehen. Bis 27. November muss das Fundament stehen, sonst ist der weitere Zeitplan in Gefahr. Bauamtsleiterin Bettina Koch mahnte zur Eile: Sollte die Baufirma nicht am 30. November mit dem Aufbau der Interimshalle beginnen können, dann müsste sie diesen ins nächste Frühjahr verschieben.

Hagn musste deshalb schon vor der Sitzung handeln. Er informierte den Stadtrat, dass er bereits das Okay für die Fundamentierungsarbeiten und unvorhergesehene Mehrkosten gegeben hatte. Denn: In der Ausschreibung war das Schneiden und Aufbrechen des bitumenhaltigen Belags nicht im nötigen Umfang berücksichtigt worden. Nötig wird ein 1,86 Meter tiefes Fundament. Das Material muss auf der Point zwischengelagert und der Aushub wieder zurückgefahren werden.

Die Mehrkosten dafür werden knapp 50 000 Euro betragen, so Koch. Diese Kosten könnten jedoch durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer gedeckt werden. „Wir waren selbst überrascht, dass wir so ein Fundament und solch ein tiefes Loch brauchen“, gestand Rathauschef Hagn. „Es gibt aber keine Alternative.“

gr

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