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Der Sarkophag von Herzog Max in Bayern befindet sich unter der einstigen Abteikirche in Tegernsee. Herzog Max Emanuel zeigt die Familiengruft in der Dokumentation. 

Dreharbeiten fanden am Tegernsee statt

Fernsehen zeigt Doku über Sisis Vater

Tegernsee - Herzog Max in Bayern hat die bayerische Musik, Tracht und Lebensart geprägt. Dennoch ist er den wenigsten bekannt. Am Tegernsee wurde jetzt eine Doku über den Herzog gedreht.

Er war der Vater von Kaiserin Elisabeth „Sisi“ von Österreich-Ungarn. Allenfalls als solcher kennt ihn die Generation, welche die Sissi-Filme von Ernst Marischka aus den 1950er-Jahren, kennt und mag. Der großartige Gustav Knuth mimte Sissis „Pappili“ und prägte damit das Bild, das man bis heute von Herzog Max in Bayern hat. Wenn überhaupt. Denn den wenigsten – so das Ergebnis einer Umfrage, mit der der Film beginnt – ist Herzog Max in Bayern ein Begriff. „Und das, obwohl er eine bayerische Integrationspersönlichkeit war“, meint Historiker und Filmemacher Bernhard Graf. „Er hat die bayerische Lebensart mehr geprägt als der Märchenkönig“, sagt er.

Dieser Stich von Franz Xaver Nachtmann zeigt die herzogliche Hochzeit in der Tegernseer Kirche.

Mitnichten war Max in Bayern der warmherzige Familienvater, der mit seiner Familie fern der höfischen Etikette in Possenhofen am Starnberger See lebte. Auch seine (politisch und wirtschaftlich motivierte und arrangierte) Ehe mit Ludovika war bei weitem nicht so harmonisch, wie das der Spielfilm impliziert. Sie wurde 1828 in der Tegernseer Kirche geschlossen. Filmemacher Bernhard Graf hat im Kaiserin-Elisabeth-Museum in Possenhofen einen kolorierten Stich von der Zeremonie entdeckt und führt in seiner Dokumentation die Realarchitektur mit der Bildarchitektur zusammen. Dabei sieht man, dass sich in der Kirche kaum etwas verändert hat.

Max, der in Bamberg geboren wurde, wuchs in Banz auf, wo er seine Leidenschaft für die Natur und die Jagd entwickelte. Von König Max nach München beordert, lernte er in der nachnapoleonischen Ära das höfische Leben kennen und lieben. Er erhielt eine hervorragende Ausbildung und entwickelte eine großartige musische und künstlerische Begabung.

„In Tracht und inkognito trat Herzog Max als ‚Zithermaxl‘ mit seinen Kindern in Gasthöfen auf und musizierte. Und er spielte nicht nur seine eigenen Kompositionen“, erklärt Graf mit Blick auf den „Gasthof Herzog Maximilian“ in Gmund am Tegernsee, mit dessen Wirtin Franziska Obermayr er befreundet war. Im Film gibt Heimatpfleger Benno Eisenburg Auskunft darüber – auch das eine spannende Facette der herzoglichen Persönlichkeit.

Ebenso wie der Umstand, dass Herzog Max in Bayern gerne reiste: Er war nicht nur in Frankreich, England und Italien, sondern unternahm auch eine Diplomatenreise nach Korfu und Athen. Und von dort weiter nach Ägypten und ins Heilige Land, von wo er Reliqien mitbrachte. Aus Nubien waren es Mumien, präparierte Krokodile und andere Kulturgegenstände, die heute als „Orientalische Sammlung“ in Banz zu besichtigen sind. Herzog Max in Bayern selbst staffierte damit seine insgesamt sechs Schlösser aus, die er abwechselnd bewohnte.

„Die Sachlage ist also komplett anders, als die Sissi-Filme nahelegen: Max war Diplomat, Immobilienmagnat, Naturliebhaber, Jäger, Kunstreiter, Kegler, Dichter, Komponist, Musiker und lebensfroher Gastgeber“, erzählt Graf, der nächstes Jahr auch eine umfassende Biografie zu „Max in Bayern“ herausbringen wird.

Der Historiker hat viel und lange über den mittlerweile fast in Vergessenheit geratenen Herzog recherchiert und hat viele Gespräche auch mit Vertretern des Hauses Wittelsbach geführt. Herzog Max Emanuel in Bayern führt sogar durch den gesamten Film, der am Ende auch die Wittelsbacher Grablege mit den Sarkophagen von Herzog Maximilian in Bayern und seiner Gattin Ludovika unter der ehemaligen Abteikirche St. Quirinus in Tegernsee zeigt.

Ausgestrahlt wird die Dokumentation "Sisis Vater - Herzog Maximilian in Bayern" am Ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) von 18 bis 18.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen.

Alexandra Korimorth

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