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Das Bastenhaus steht seit zwei Jahren leer . 

Gutachten muss überarbeitet werden 

Flüchtlingsheim wegen Brandschutz in der Warteschleife

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Das ehemalige Hotel Bastenhaus in Tegernsee war bis vor zwei Jahren ein Hotel und soll zum Flüchtlingsheim werden. Doch bislang ist der Umbau nicht genehmigt: Es hakt beim Brandschutz. 

Tegernsee – Es hakt beim Brandschutz. Weil der nicht gewährleistet ist, steht das Hotel Bastenhaus in Tegernsee noch immer leer. Eigentlich sollte es längst als Flüchtlingsheim dienen. Doch aktuell ist noch nicht einmal der Umbau genehmigt. „Bei mehreren Begehungen wurde festgestellt, dass am Brandschutzgutachten nachjustiert werden muss“, erklärt Sophie Stadler, Stellvertretende Pressesprecherin des Landratsamtes. Momentan warte das Bauamt der Behörde auf das überarbeitete Brandschutzgutachten.

Gepachtet hat das Landratsamt als verlängerter Arm der Regierung von Oberbayern das ehemalige Hotel in bester Uferlage bereits seit zwei Jahren. Monatlich sind dafür 10 000 Euro fällig. Die Möglichkeit, das Haus zu pachten, schien die Rettung zu sein. Schließlich hausten zu jener Zeit fast 200 Flüchtlinge in der Tegernseer Landkreis-Turnhalle. Die Situation war angespannt, was die Entscheidung befeuerte, auf die Schnelle einen Zehn-Jahres-Vertrag zu schließen.

Die Idee: Gleich nach Schließung des Hotelbetriebs sollten Flüchtlinge einziehen.

Daraus wurde aus mehreren Gründen nichts. Wie berichtet, wollte die Stadt Tegernsee sichergestellt wissen, dass die Immobilie nur vorübergehend als Flüchtlingsheim dient und danach wieder ein Hotel wird. Inzwischen ist dies juristisch fixiert. Die Nutzung als Flüchtlingsheim ist nur bis zum 31. Mai 2026 genehmigt – so lange läuft der Pachtvertrag.

Im Februar dieses Jahres endlich stimmte der Tegernseer Stadtrat dem Bauantrag des Landratsamtes zu. Der sah als Brandschutzmaßnahme unter anderem die Installierung einer Fluchttreppe aus Stahl vor. Basis des Entwurfs war Stadler zufolge ein Brandschutzgutachten, das ein externer Fachmann erstellt hat. Im Zuge des Genehmigungsverfahrens – das Bauamt prüft dabei den Antrag der eigenen Behörde – erwiesen sich die bisher geplanten Brandschutzmaßnahmen aber offenkundig als nicht ausreichend.

Was die Kosten angeht, hält sich die Behörde derzeit bedeckt. Klar ist: Der Freistaat muss tief in die Tasche greifen, um aus dem früheren Hotel ein Flüchtlingsheim zu machen. In Frage scheint der Umbau dennoch nicht zu stehen. Laut Stadler gehen „auch die aktuellsten Kostenschätzungen davon aus, dass sich für das Bastenhaus ein günstiges Pro-Kopf-Verhältnis ergeben wird“. Heißt: Geflüchtete dort ein Zuhause auf Zeit zu geben, ist deutlich billiger als eine Unterbringung im Container oder einer Traglufthalle.

Im Bastenhaus sollen 40 bis 60 Menschen unterkommen, wobei die endgültige Zahl von der Raumaufteilung abhängt. Ziel des Landkreises ist es, Flüchtlinge, die derzeit in angemieteten Containern leben, ins Bastenhaus umzusiedeln.

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