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Francesco sagt Ciao

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Von: Gerti Reichl

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Hat verkauft und schließt sein Ristorante spätestens Ende des Jahres: Francesco Sabbatella, der sein italienisches Lokal an der Hauptstraße in Tegernsee seit 16 Jahren betreibt.
Hat verkauft und schließt sein Ristorante spätestens Ende des Jahres: Francesco Sabbatella, der sein italienisches Lokal an der Hauptstraße in Tegernsee seit 16 Jahren betreibt. © Archiv Thomas Plettenberg

Es war ein Gerücht, das in Tegernsee kursierte. Jetzt hat es der bisherige Inhaber selbst bestätigt: Francesco Sabbatella (38) hat seinen Gebäudeanteil an eine Familien-GmbH aus Saudi-Arabien verkauft und schließt seine Pizzeria an der Hauptstraße. Spätestens Ende des Jahres sagt er Ciao.

Tegernsee – Wer im Ristorante „Da Francesco“ in Tegernsee einkehrt, erlebt nicht nur eine kleine Auszeit, die sich anfühlt, als sei man mitten in Italien. In dem Lokal an der Hauptstraße mit seinem lässigen, ungezwungenen Flair fühlen sich die Gäste als Freunde. Dass das seit 16 Jahren so ist, dafür sorgt nicht nur der bisherige Inhaber Francesco Sabbatella selbst, sondern weitere Mitglieder der Familie inmitten des elfköpfigen Teams – Mamma Clara (58) und Francescos Brüder Fabio (35) und Pasquale (27), dessen Zwillingsbruder Roberto bis vor Kurzem ebenfalls noch mitgearbeitet hat.

1997 hatte Francesco seine Heimat Neapel erstmals verlassen, um in einer Münchner Eisdiele zu arbeiten. Nach einem kurzen Intermezzo abermals in Italien eröffnete er 2006 sein Ristorante in Tegernsee. Der Laden brummte von Anfang an. Doch die unermüdliche Arbeit am heißen Pizza-Ofen oder in der Küche und die Verantwortung für das Team setzten dem Inhaber immer mehr zu – körperlich und psychisch.

Ristorante Francesco in Tegernsee schließt Ende des Jahres: Entscheidung hat mehrere Gründe

Dann kam die Corona-Pandemie und mit ihr die schlimmste Zeit, die er als Gastronom bisher erlebt hatte. Der Krieg in der Ukraine und gestiegene Preise für quasi alles brachten für Francesco das Fass zum Überlaufen. Obendrein wäre ein finanzieller Kraftakt gekommen, der mit der Verwirklichung bereits genehmigter Umbaupläne verbunden gewesen wäre. Im Ristorante sollte die Terrasse vergrößert, der Wintergarten umgebaut und unterkellert werden. Ein neuer Kanalanschluss sowie ein neuer Fettabscheider wären ebenfalls nötig gewesen. Ende Mai hatte der 38-Jährige bereits angedeutet, dass er der Situation nicht mehr gewachsen sei. „Wenn das so weitergeht, dann sperre ich zu“, hatte er im Interview mit der Tegernseer Zeitung gesagt.

Ristorante Francesco in Tegernsee mitsamt Gebäude an Araber verkauft

Was nun wahr wird: „Ich habe meinen Gebäudeteil an eine arabische Familien-GmbH verkauft“, bestätigt Francesco Sabbatella. Über ein Münchner Maklerbüro sei der Kontakt zustande gekommen. Vor Kurzem sei das Geschäft über die Bühne gegangen. Bis Ende Dezember, das habe er sich zum Ziel gesetzt, werde das Ristorante noch offen sein. Auch danach müssen Gäste wohl nicht auf Pizza und Pasta verzichten. Zumindest deutet Francesco an, dass die neuen Inhaber ebenfalls an dieser Stelle eine Pizzeria eröffnen wollen.

Wohin die Reise für ihn, seine Frau und die beiden 11- und 16-jährigen Kinder hingeht, ist noch offen. „Ich brauch’ erstmal Ruhe“, sagt Francesco, der auch seine Leidenschaft als Schrauber für alte Vespas und Fiats zurückgefahren hat. Was die Brüder betrifft, so wolle sich Pasquale im Tegernseer Tal selbstständig machen. Fabio peile eine Anstellung an. Ab 22. August macht das Ristorante nun zunächst zwei bis drei Wochen Betriebsurlaub. Eine Kostprobe für die Zeit ohne Francesco.

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gr

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