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Manuela Krones hat ihren Friseursalon  "Haargenau" vorübergehend ins Bastenhaus verlegt.

Überraschung in Tegernsee

Friseursalon im Bastenhaus eingezogen

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Tegernsee - Das Gezerre ums Bastenhaus kommt der Friseurmeisterin Manuela Krones gerade recht: Sie hat ihren Salon "Haargenau" für zwei Monate in das ehemalige Hotel verlegt.

Seit fast 15 Jahren betreibt Manuela Krones (47) an der Hauptstraße 30 in Tegernsee ihren Friseursalon „Haargenau“ mit einem großen Stamm treuer Kunden. Sie hat vier Mitarbeiterinnen, darunter eine neue Auszubildende. Vor drei Monaten passierte im Haus die Katastrophe. Ein Wasserrohrbruch, der sich so ausweitete, dass am Ende feststand: Der 65 Quadratmeter große Laden muss geräumt, das komplette Haus gründlich saniert werden.

 „Ich habe alle leerstehenden Läden in Tegernsee abgeklappert“, sagt die Inhaberin. Eine vorübergehende Schließung wäre für sie nie in Frage gekommen: „Dann sind die Kunden weg.“ Außerdem hätte sie ihre Mitarbeiter ungern „zum Stempeln“ geschickt. Dann kam ihr die Idee, im Bastenhaus um Räume zu fragen. Krones wandte sich persönlich an Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne). „Der hat sich wirklich bemüht, mir in meiner Not zu helfen.“

Der Antrag der Friseurmeisterin musste alle Instanzen durchlaufen und genauestens geprüft werden. Schließlich ist die Regierung von Oberbayern mit ihrem Landratsamt Miesbach als verlängerter Arm seit 1. Juni Mieterin des Hauses. Doch die Zukunftspläne, die die Regierung mit dem ehemaligen Hotel hat, stocken noch immer. In dem Haus am See sollen bis zu 60 Asylbewerber einziehen. 80.000 Euro will die Regierung für einen entsprechenden Umbau investieren. Doch die rechtliche Lage ist verzwickt: Die Stadt Tegernsee hat eine Veränderungssperre erlassen, um sicherzustellen, dass das Bastenhaus als Hotel weiterhin besteht. Das geht nur, wenn das Haus höchstens drei Jahre lang als Flüchtlingshaus genutzt wird. Bereits eine Belegung um einen Tag länger, so befürchtet die Stadt, könnte bewirken, dass das Haus seinen Hotel-Status verliert und „durch die Hintertür“ Eigentumswohnungen entstehen könnten. 

Die Regierung von Oberbayern hat das Haus aber für zehn Jahre angemietet und ist an einer längeren Belegung mit Flüchtlingen interessiert. Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) bemüht sich seit langem, dieses rechtliche Problem auf Bundesebene lösen zu lassen. Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan (CSU) wurde mit dem Fall betraut.

Dem Landratsamt kam die Anfrage der Saloninhaber also nicht ungelegen. „Wir freuen uns, einen Raum anbieten und der Ladenbesitzerin vorübergehend helfen zu können“, sagt Landratsamts-Sprecher Birger Nemitz. Er betont, dass die Behörde hinter der Intention der Stadt Tegernsee stehe, was die Sicherstellung des Hotelstatus betrifft. Man sei weiter um eine Lösung bemüht. Wann und ob ein Umbau für Flüchtlinge tatsächlich beginnt, kann Nemitz noch nicht sagen.

Manuela Krones ist die Zitterpartie ums Bastenhaus gerade recht. Seit Anfang der Woche wäscht, schneidet, färbt und föhnt sie ihre Kunden an neuer Adresse im Bastenhaus. 90 Quadratmeter stehen ihr hier zur Verfügung. Weil der Raum vorher von einem Kosmetikstudio genutzt wurde, ist er in gutem Zustand. Dennoch musste Krones investieren und neue, mobile Rückwärts-Waschbecken anschaffen. „Das ist es wert“, sagt Krones. „Meine Kunden sind begeistert, und ich habe meine Mitarbeiter nicht auf die Straße setzen müssen.“ Der Mietvertrag zu ortsüblichen Konditionen läuft bis 15. Dezember. Bis dahin soll der Salon an der Hauptstraße 30 saniert sein. Dann darf Tegernsee wieder auf ein neues Kapitel im Bastenhaus gespannt sein.

gr

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