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Auftakt des Bergfiml-Festivals mit Ehrengästen: (v.r.) Festivalleiter Michael Pause und Bürgermeister Johannes Hagn sowie der Tegernseer DAV-Vorsitzende Rainer Toepel (h.l.) begrüßten zum Auftakt des Bergfilm-Festivals im Barocksaal auch die Protagonisten zweier Filme, die Tiroler Extremkletterin Babsi Zangerl und Skilehrer Toni Sponar.

Eröffnung

Gelebte Träume: So war die Eröffnung des 17. Bergfilm-Festivals Tegernsee

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Das 17. Bergfilm-Festival in Tegernsee hat am Mittwoch mit einer Weltpremiere und weit gereisten Ehrengästen eröffnet. Bis Sonntag sind 92 Filme aus 30 Nationen zu sehen.

Tegernsee – Mit drei sehr unterschiedlichen Beiträgen, Hintergrundgesprächen und internationaler Prominenz wurde am Mittwoch das 17. Tegernseer Bergfilm-Festival eröffnet. Bis Sonntag zeigt es in 92 Filmen den Alpinismus in verschiedensten Facetten.

Es war ein langer Eröffnungsabend, der für manchen schon vor der Tür zum Barocksaal endete. Nicht jeder, der auf ein Ticket an der Abendkasse gehofft hatte, konnte dabei sein, als das Festival mit einer von vier Weltpremieren im diesjährigen Programm eröffnet wurde: der von „Endless Winter“.

Premiere zum Auftakt des Tegernseer Bergfilm-Festivals 2019

„Für die einen wäre es der größte anzunehmende Schrecken, für andere ist es der absolute Traum“, schickte Festival-Direktor Michael Pause voraus, ehe auf der Leinwand die Schneeflocken zu tanzen begannen und Drew Tabke, Profi-Freestyler aus Seattle, in „Endless Winter“ von Toni Sponar erzählte - eine beeindruckende Persönlichkeit. 

Den vorgezeichneten Weg als Lehrer wollte der junge Steirer, den Filmemacher Michael Neumann am Premierenabend mit dem „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg“ verglich, nicht gehen. „Er wurde Skilehrer“, sagt die Schwester im Film lachend.

1958 wanderte Sponar nach Kanada aus, wurde durch glückliche Zufälle zum gefragten Privatskilehrer in den Rocky Mountains und Skigebietsbesitzer in Chile, wo er mit Ski Arpa in einfachen Verhältnissen, aber mit endlosen Powderhängen „ein Leben wie ein König“ führt. So schaffte es Sponar, 108 Winter – jedes Jahr zwei Saisonen – nahtlos aneinanderzuhängen. Damit es noch mehr werden, appellierte der 85-Jährige, der persönlich nach Tegernsee gekommen war, an die Regierungen dieser Welt, den Klimawandel ernst zu nehmen.

Der Barocksaal als Kinosaal: Zur Eröffnung am Mittwoch waren die Reihen rappelvoll.

Für das Porträt eines Paares kommt in „Babsi Zangerl und Jacopo LarcherDas Dreamteam der extremen Kletterszene“ er viel zu kurz. Das mag der Tatsache geschuldet sein, dass der Film Nebenprodukt eines anderen ist, wie Autor Malte Roeper auf der Bühne erzählte. Bei Dreharbeiten am El Capitan im Yosemite-Nationalpark sei die Idee entstanden. Etwas Verhandlungsgeschick mit verschiedenen Sendern später, gab es auch den zweiten Film über die Tirolerin, die in Tegernsee sehr sympathisch über kletternde Frauen, das absolute Sicherheitsgefühl in der Seilschaft mit ihrem Mann und nächste Pläne sprach. Die eindrucksvollen Aufnahmen beim Bouldern oder in der senkrechten Wand wirkten eingebettet zwischen endlosem Winter und eisigem Island etwas lieblos und altbacken.

Bergfilm-Festival Tegernsee: Diese Filme haben 2018 im Wettbewerb gewonnen

Was für ein Kontrast dazu Olaf Obsommers „Eisiger Tanz mit dem Götterfall“: Wasserfallpaddeln in Island mit einer unglaublichen Opulenz der Bilder zwischen der sich blubbernd aufbauenden, eisblauen Wasserblase eines Geysirs und dem tanzenden Polarlicht am Ende der brillanten Dokumentation eines Kayaktrips, bei dem der Zuseher förmlich die Eiseskälte in den klammen Fingern, die gefrierende Gischt und am Ende die wohlige Wärme beim Bad in heißen Quellen spürt. Wie es sich anfühlt, sich in tosende Wassermassen zu stürzen bis das Trommelfell platzt oder der Rücken nach dem Aufprall auf eine Eisscholle das Abenteuer am ersten Tag beendet, mag man sich nicht genauer vorstellen.

Mindestens so eindrucksvoll wie die Landschafts- und Paddel-Bilder sind die vor Begeisterung strahlenden Augen der Sportler, von denen Obsommer, Adrian Mattern und Matze Brustmann auf der Bühne im Barocksaal schwärmten. Und dann gab es noch eine zufällige Klammer um den Abend. Auf einer Kappe, die Mattern in Island trug, fiel ein Schriftzug ins Auge, den man an diesem Abend schon gesehen hatte: Ski Arpa. Synonym für einen gelebten Traum.

So geht es weiter beim Bergfilm-Festival Tegernsee 2019

„Endless Winter“ läuft noch einmal am heutigen Freitag um 17.30 Uhr im Schalthaus. „Babsi Zangerl und Jacopo Larcher – Das Dreamteam der extremen Kletterszene“ gibt es noch einmal am morgigen Samstag in der Kombination „Fels und Fahrrad“ um 17 Uhr im Medius zu sehen. Bei „Eisiger Tanz mit dem Götterfall“ muss man auf einen Filmpreis und die damit verbundene Vorführung bei der Matinee mit den Siegerfilmen am Sonntag, 20. Oktober, um 9.30 Uhr im Ludwig-Thoma-Saal hoffen. Zu sehen sind singesamt 92 Filme, 79 davon laufen auch im Wettbewerb um die Preise, darunter der Große Preis der Stadt Tegernsee.

Das komplette Programm ist auf der Homepage des Festivals zu finden. Karten und Infos gibt es bis Samstag, 19. Oktober 2019, von 14 bis 20 Uhr auch beim Gipfeltreff im Tegernseer Rathaus.

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