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Geplante Schenkung: Herzog überlässt Landkreis acht Gemälde aus dem Tegernseer Kloster

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Von: Gabi Werner

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Zwei große Bilder der Äbte Gregor Plaischshirn (l.) und Bernhard Wenzl hängen derzeit noch in der Bibliothek des Gymnasiums Tegernsee.
Zwei große Bilder der Äbte Gregor Plaischshirn (l.) und Bernhard Wenzl hängen derzeit noch in der Bibliothek des Gymnasiums Tegernsee. © Stefan Schweihofer

Acht Gemälde aus den Zeiten des Tegernseer Klosters will Herzog Max in Bayern dem Landkreis übereignen. Sofern der Kreisausschuss der Schenkung zustimmt, ist ein Restaurierung der Bilder geplant.

Tegernsee – Wie lange die vier historischen Gemälde im Barocksaal des Gymnasiums Tegernsee schon hängen, kann Direktor Werner Oberholzner beim besten Willen nicht sagen. „Die waren schon lange vor meiner Zeit da“, berichtet der Schulleiter und zuckt mit den Schultern. Fest steht: Die vier Bilder im Bühnenbereich, die offenbar Gelehrte und Äbte aus den Zeiten des Tegernseer Klosters zeigen, sind bis dato im Eigentum von Herzog Max in Bayern. Ebenso wie vier weitere Abtgemälde – zwei befinden sich nach wie vor in der Bibliothek des Gymnasiums, zwei weitere bereits bei einem Restaurator.

An Details des Schenkungsvertrags wird derzeit noch gefeilt

Sie alle sollen nun unentgeltlich in den Besitz des Landkreises Miesbach übergehen. Der Kreisausschuss soll sich in seiner öffentlichen Sitzung am Mittwoch (22. Juni) mit der Schenkung des Herzogs beschäftigen und darüber entscheiden, ob er den vorliegenden Schenkungsvertrag annimmt. Hintergrund ist offenbar eine geplante Restaurierung der Gemälde. Derzeit wird an Details für den Vertrag allerdings noch gefeilt. So stellt sich für Landrat Olaf von Löwis die Frage, ob Kulturgüter wie diese bei einer Behörde überhaupt gut aufgehoben sind. Möglicherweise muss der Tagesordnungspunkt sogar vertagt werden.

Kreisbaumeister Boiger möchte sich für Erhalt der Gemälde stark machen

Die derzeit verfügbare Beschlussvorlage zur Sitzung lässt zumindest schon einmal einen Einblick in den Sachverhalt zu. Demnach handelt es sich bei der möglichen Schenkung um historisch bedeutsame Bilder, „weil sie prägende Persönlichkeiten des Klosters zeigen“. Kreisbaumeister Christian Boiger macht sich für den Erhalt der Gemälde stark. Die Bilder, an denen der Zahn der Zeit bereits übermäßig stark genagt hat, sollen laut dieser Beschlussvorlage restauriert und anschließend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Finanzieren soll sich die Restaurierung über Spenden – rund 79.000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt.

Zwei Abtbilder befinden sich bereits seit Längerem bei einem Restaurator

Bei den Bildern aus der Bibliothek, die zu Zeiten von Oberholzners Vorgänger Hans-Herbert Perlinger noch im Büro des Schulleiters hingen, handelt es sich beispielsweise um Abbildungen der Tegernseer Äbte Gregor Plaichshirn und Bernhard Wenzl. Zwei weitere Abtgemälde – sie zeigen Petrus von Guetrather und Benedikt Schwarz – befinden sich offenbar bereits seit geraumer Zeit bei einem Restaurator in München. „Die habe ich noch nie gesehen“, berichtet Oberholzner.

Das Gymnasium selbst blickt zwar seit Jahrzehnten auf die in der Schule verbliebenen Bilder, hat mit der nun geplanten Schenkung im Grunde aber nichts zu tun. In den Augen Oberholzners sei es natürlich in Ordnung, wenn die Eigentumsverhältnisse nun auf rechtlich saubere Füße gestellt würden.

Bilder sind „gebraucht und fast durchweg beschädigt“

Gemäß dem Schenkungsvertrag soll der Landkreis die Bilder in dem Zustand übernehmen, in dem sie sich derzeit befinden. „Sie sind gebraucht und fast durchweg beschädigt und mehrere Jahrzehnte alt, wenn sie nicht gar aus dem Barock stammen.“ Die Übertragung der Bilder erfolge unter der Auflage, dass diese weiterhin im Bereich des Gymnasiums Tegernsee „als ihrem gewöhnlichen Standort“ verbleiben und der neue Eigentümer etwaige Kosten, die beim Restaurator in München offen stehen könnten, alleine trägt.

Zum Hintergrund: Bei der Übereignung des Gymnasiums Tegernsee als Teil des Tegernseer Schlosses durch Herzog Max in Bayern an die öffentliche Hand im Jahr 1978 hatte sich der Herzog bewegliche Inventarstücke vorbehalten, die in seinem Eigentum verblieben. Darunter waren auch die besagten acht Gemälde.

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