+
Hätte eigentlich ein Sanatorium mit 5-Sterne-Charakter werden sollen: Gelände an der Perronstraße.

Steht Klinik-Projekt ohne Betreiber da?

Sanatorium: Marianowicz macht überraschend Rückzieher

  • schließen

Martin Marianowicz wollte in Tegernsee-Süd eigentlich eine moderne Schmerzklinik aufziehen. Doch jetzt machte der Jägerwinkel-Klinik-Chef einen Rückzieher. War‘s das für das Projekt?

Bei einer Buchpräsentation am Dienstagmittag ließ Dr. Martin Marianowicz die Bombe platzen: Der Wiesseer Arzt und Inhaber der Privatklinik Jägerwinkel steigt aus dem Sanatoriums-Projekt in Tegernsee-Süd aus. Was das für das Vorhaben bedeutet: Tegernsee – Der Plan steht: Auf dem 1,5 Hektar großen Grundstück an der Perronstraße in Tegernsee-Süd, das einst der Unicredit gehört hat, sollen ein Sanatorium und eine Klinik gebaut werden. 

Das Projekt umfasst insgesamt drei Elemente: Entlang der Perronstraße sowie seeseitig entstehen zwei Klinikgebäude. Im hinteren Bereich wird ein Sanatorium gebaut, das Klaus Dieter Burkhart, Chef des Deutschen Zentrums für Frischzellentherapie, betreiben will. Er plant ein Sanatorium nach 5-Sterne-Hotel-Standard. Burkhart ist es auch, der das Gelände inzwischen gekauft hat und auch die Bauten errichtet. Geplant war, dass Dr. Marianowicz die Klinikgebäude pachtet und auch betreibt. Eine „multi-modale Klinik für Schmerztherapie und Psychosomatik“ wollte der Inhaber der Wiesseer Privatklinik Jägerwinkel dort eröffnen. Doch jetzt wendet sich das Blatt. 

„Wegen unüberbrückbarer Differenzen steige ich aus dem Projekt aus“, 

verkündete Marianowicz am Dienstag im Rahmen einer Buchpräsentation in seinem Jägerwinkel. „So wie das jetzt geplant ist, hatte ich mir das nicht vorgestellt. Ich habe einen guten Ruf, den ich auch behalten möchte.“

Klaus Dieter Burkhart reagiert gelassen auf die Entwicklung, die sich bereits Ende 2016 abgezeichnet habe. „Herr Dr. Marianowicz war einer von mehreren Interessenten als Pächter und Betreiber der Klinik“, sagt Burkhart auf Nachfrage. „Ich hätte es gerne mit ihm gemacht, aber es gab unüberbrückbare Differenzen, was die Wirtschaftlichkeit betrifft.“ 

Die Entscheidung, aus dem Projekt auszusteigen habe nichts mit dem Projekt grundsätzlich zu tun, versichert der Bauherr. Sie sei rein wirtschaftlicher Natur. Ersatz steht schon auf der Matte: „Ich bin bereits in Verhandlungen mit anderen Interessenten, die die Klinik in etwa gleicher Ausrichtung betreiben wollen.“ Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) erfuhr am Montag von der neuen Entwicklung. „Für die Stadt spielt es keine Rolle, wer als Betreiber der Klinik auftritt“, sagt Hagn. Man mache das Projekt nämlich nicht abhängig von Investoren, „die im Übrigen auch bei anderen Vorhaben mal wechseln.“ 

Entscheidend sei, dass das Projekt grundsätzlich realisiert werde. Daher sei die Stadt auch bedacht, dass die entsprechenden städtebaulichen Verträge aufs Genaueste ausgearbeitet werden. Sollte das Sanatoriums-Projekt aber nicht realisiert werden, so der Rathauschef, dann werde das Bebauungsplan-Verfahren gestoppt. 

Und gerade damit ist die Stadt derzeit befasst. Am Dienstagabend geht es im Stadtrat ab 18.30 Uhr um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Sanatorium und Klinik, Perronstraße 7 und 9“. Der Entwurf, der bereits in mehreren Sitzungen Thema war, muss genehmigt und die Beteiligung der Öffentlichkeit eingeleitet werden. Auf dem Gelände deutet alles darauf hin, dass das Vorhaben konkret wird: Das einstige Erholungsheim ist inzwischen abgerissen.

gr/iv

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Im Eiltempo zum neuen Schaftlacher Kindergarten
Der neue Schaftlacher Kindergarten soll Ende 2018 stehen. Um das zu schaffen, gibt der Waakirchner Gemeinderat Gas. Bei der Sitzung verabschiedete das Gremium bereits …
Im Eiltempo zum neuen Schaftlacher Kindergarten
Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Liegt im Fall um den Namen des AfD-Kandidaten Constantin Prinz von Anhalt ein strafbares Verhalten vor? Vermutlich noch vor der Bundestagswahl soll das geklärt sein. Bis …
Namensproblem bei AfD-Kandidat: Stimmzettel bleiben gültig
Zwei Schwerverletzte bei Karambolage 
Schwerer Unfall auf der Kreuzung bei Kaltenbrunn: Zwei Frauen, 67 und 73 Jahre alt, wurden schwer verletzt, die Feuerwehr Gmund musste ausrücken.
Zwei Schwerverletzte bei Karambolage 
Nur in Seeglas und Gasse: Wohnmobile tagsüber willkommen 
Wohnmobile in Gmund – ein Dauerthema. Jetzt hat der Gemeinderat schon wieder einen neuen Beschluss gefasst. Zudem werden die Jahres- und Saisongebühren fürs Parken …
Nur in Seeglas und Gasse: Wohnmobile tagsüber willkommen 

Kommentare