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Entsetzliche Gräueltat an Journalistin: U-Boot-Mörder Madsen flieht aus Gefängnis - Großeinsatz läuft!

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Ortstermin an der Villa, die abgerissen und durch zwei zweigeschossige Gebäude ersetzt werden soll. Grundsätzlich sei eine andere Bebauung für die Nachbarn zumutbar, stellte die Richterin bei der Verhandlung fest.
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Ortstermin an der Villa, die abgerissen und durch zwei zweigeschossige Gebäude ersetzt werden soll. Grundsätzlich sei eine andere Bebauung für die Nachbarn zumutbar, stellte die Richterin bei der Verhandlung fest.

Beeindruckende Liste an Einsprüchen

Gerichtstermin bei Villa am See: Nachbarn wehren sich gegen geplante Wohngebäude

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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In die Villa am See in Tegernsee-Süd soll wieder Leben einziehen – in Form von Gastronomie und Hotellerie. Dass der neue Eigentümer auch einen Neubau in der Nachbarschaft plant, hat das Gericht auf den Plan gerufen.

  • Der Eigentümer der Villa am See möchte neben Gastronomie und Hotel auch Wohngebäude errichten
  • Die Nachbarn wehren sich gegen die Bebauung
  • Nun fand vor Ort ein Termin mit dem Verwaltungsgericht statt

Tegernsee – „Sie werden damit leben müssen, dass hier ein paar mehr Leute einziehen.“ Mit dieser Einschätzung von Cornelia Dürig-Friedl, der Vorsitzenden Richterin an der 9. Kammer des Münchner Verwaltungsgerichts, war vieles gesagt. Wie viel mehr Leute und vor allem, in welchen Häusern, darum wird derzeit an der Schwaighofstraße in Tegernsee-Süd gestritten.

Die Münchner De Lago GmbH möchte nicht nur die Villa am See umbauen und darin wieder Gastro- und Hotelbetrieb sowie Wohnen ermöglichen. Sie möchte auch die dazugehörige Villa abreißen, die auf einem danebenliegenden Hügel steht. An ihrer Stelle sollen zwei zweigeschossige Gebäude mit vier bis acht Wohneinheiten sowie eine Tiefgarage mit bis zu 30 Stellplätzen entstehen. Auch ein Gartenpavillon ist geplant.

Als die Stadt 2018 zustimmte und dann auch das Landratsamt einer entsprechenden Voranfrage die Genehmigung erteilte, hagelte es Klagen von allen Seiten. Drei Nachbarn mitsamt Anwälten und der juristische Vertreter der De Lago GmbH trafen sich nun vor Ort, wo die Richterin die Einsprüche zusammenfasste.

Gegner sprechen von „Mehrfamilien-Thematik mit Zoo-Effekt“

Die Kritikpunkte der Nachbarn: Die Zahl der Wohneinheiten und überhaupt das ganze Vorhaben sei zu unbestimmt, die Zahl der Stellplätze in der Tiefgarage zu hoch und deren Nutzer nicht genau definiert. Das Maß des Vorhabens füge sich nicht ein und führe zu einer Verschattung. Zudem hätten die Bauten keinen „villenartigen Charakter“, wie dies in den 1950er-Jahren einmal für die Bebauung festgeschrieben worden war, sondern eine „Mehrfamilien-Thematik mit Zoo-Effekt.“

Dürig-Friedl nannte die Liste an Einsprüchen „beeindruckend“ und ging auch noch auf die nach Ansicht der Kläger „unzumutbare Verkehrserschließung“ ein. Dass sich die Parteien zunächst an der Nutzung der Tiefgarage festbissen, fand die Richterin „pingelig“. Wer letztlich genau in der Tiefgarage stehe, sei egal und nicht Gegenstand des Vorbescheids-Verfahrens. Es gehe darum, dass die Autos von der Oberfläche weg seien. Dass die gefürchtete „Spannungslage“ bei der Ein- und Ausfahrt auf die viel befahrene Bundesstraße aber geklärt werden müsse, daran ließ sie keinen Zweifel.

Richterin: „Sind hier nicht in der Toskana, sondern am Tegernsee“

Dann ging es um die Frage, ob es sich bei den geplanten Bauten noch um Villen im eigentlichen Sinne oder um wuchtige Mehrfamilienhäuser handle. „Allerdings sind wir hier nicht in der Toskana, sondern am Tegernsee“, fand die Richterin. Dass hier nichts passiert, sei jedenfalls ausgeschlossen – auch wenn von Wertminderung der Nachbargrundstücke, schon allein wegen der künftig wohl beeinträchtigten Sicht auf den See, die Rede war. Zweigeschossige Bauten hätten aber nichts mit Verschattung zu tun, damit sei das Gebot der Rücksichtnahme, um das es juristisch ging, auch nicht verletzt. „Es gibt kein Recht auf Sicht“, merkte Dürig-Friedl an.

Beteiligte wollen sich an einen Tisch setzen

Die Richterin fragte in die Runde, was sich die Nachbarn denn an Bebauung vorstellen könnten, warnte aber zugleich davor, die Sache vor dem Zivilgericht klären zu lassen. Dies würde zu viel Geld und Zeit kosten. Am Ende blieben die Kläger zwar bei ihrer Forderung, den Vorbescheid aufzuheben, eine Annäherung der Parteien scheint aber nicht ausgeschlossen. Herbert Kaltenegger, Anwalt der De Lago GmbH, machte im Verlauf der Verwaltungsgerichtsverhandlung zumindest das Angebot, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen.

gr

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