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Beim Ortstermin des Verwaltungsgerichts: Richterin Cornelia Dürig-Friedl (3.v.r.) fällt noch keine Entscheidung. Ein Nachbar hat gegen den Bau des geplanten Gästehauses geklagt. 

Hailer hat seinen Lieberhof verpachtet

Nachbar klagt gegen geplantes Gästehaus am Lieberhof

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Ex-Lieberhof-Wirt Hans Hailer hat sich ein Gästehaus genehmigen lassen, zur Rettung seines Betriebs. Doch ein Nachbar fürchtet Lärm - und klagt. Jetzt schaute das Verwaltungsgericht vorbei.

Tegernsee  – Ein Traumblick über den See, Sonnenschein, eine einladende Terrasse: Schöner hätte sich der Lieberhof zum Ortstermin des Bayerischen Verwaltungsgerichts nicht präsentieren können. Richterin Cornelia Dürig-Friedl und ihr Gefolge waren gekommen, um über die Klage eines Nachbarn zu befinden. Dessen Traumhaus steht dicht am Steilhang unterhalb des Lieberhofs, auf dem ein Gästehaus mit 20 Zimmern und eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen entstehen soll. Der Nachbar fürchtet, dass der damit verbundene Betrieb störenden Lärm verursacht.

Der Wunsch von Lieberhof-Eigentümer Hans Hailer, einen Neubau in den Steilhang zu schieben, hatte auch den Tegernseer Stadtrat nicht froh gestimmt. Doch ohne das Gästehaus könne er den denkmalgeschützten Berggasthof nicht wirtschaftlich betreiben, hatte Hailer argumentiert. Nach vielen Debatten im Stadtrat gab’s schließlich grünes Licht für den Bau, das Landratsamt erteilte die Genehmigung.

Lieberhof verpachtet

Seit ein paar Wochen nun hat Hailer den Betrieb an die Familie Vasiu verpachtet. Über Konzept und Zukunftspläne will Cristina Vasiu jetzt noch nicht sprechen. Aber der Neubau ist nicht ihre Sache. Sie führt den Gasthof. Jetzt, da endlich die Sonne scheint und viele Gäste kommen, ist sie ziemlich im Stress. Beim Ortstermin des Gerichts taucht die Wirtin nur kurz auf, um Wasser zu servieren. Es ist heiß auf der Aussichtsplattform, auf der die Verhandlung stattfindet.

Mit dabei ist Hailer als Inhaber, begleitet von seinem Anwalt. Meist hört er nur zu, aber einmal wird er laut. Als Richterin Dürig-Friedl vorschlägt, die Nutzung der Terrasse mit Rücksicht auf die Nachbarn auf die Zeit bis 22 Uhr zu begrenzen, gerät Hailer in Rage. Wenn er die Leute um 22 Uhr rausschmeißen müsse, könne er auch zusperren, wütet Hailer. Seine Frau versucht zu beschwichtigen. Und Bürgermeister Johannes Hagn versteht den Ärger nicht. Im Rahmen der neu auszustellenden Konzession werde es ohnehin eine Beschränkung auf 22 Uhr geben, merkt er an. Auch die Richterin schüttelt den Kopf. „Um 22 Uhr beginnt in Bayern die Nacht“, sagt sie. Das sei nicht ihre Idee, sondern eine rechtliche Regelung. Ihr Vorschlag, die Festsetzung nachzuholen, ist der Versuch, eine gütliche Einigung zu erzielen. Er scheitert. Der Kläger will eine Entscheidung.

Was passiert jetzt mit dem Lieberhof?

Die fällt bei diesem Termin nicht. Das vom Kläger in Auftrag gegebene Lärmgutachten ist nach Ansicht der Richterin „das Papier nicht wert, auf dem es steht“. Dass der Gutachter, der es erstellt hat, nicht einmal vor Ort ist, ärgert sie sichtlich. Für die weitere Einschätzung fordert Dürig-Friedl tiefer gehende Stellungnahmen des Landratsamtes als Immissionsschutzbehörde an. Dass die Klage Erfolg hat, darf bezweifelt werden. Schon während der Verhandlung wurden auf Vorschlag des Gerichts die Lärm-Grenzwerte nach oben korrigiert. Es sei ein weitverbreitetes Missverständnis, dass man von seinen Nachbarn nichts hören dürfe, merkt Dürig-Friedl an. „Wir leben doch nicht in einer Gruft.“ Das Verfahren wird fortgeführt.

Aber will das Ehepaar Hailer jetzt, wo der Betrieb verpachtet ist, das geplante Gästehaus überhaupt bauen? Zumal es heißt,  es hätte bereits ein anderes Hotel gekauft. Die Hailers, die noch im Lieberhof wohnen, lassen sich zu diesen Fragen keine Auskunft entlocken. Trotz mehrfacher Nachfrage heißt es nur: „Kein Kommentar.“

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