Bandenwerbung, die niemand sieht: Obwohl die Kunsteisarena geschlossen ist, halten die meisten Werbepartner dem Eissport-Club die Treue.
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Bandenwerbung, die niemand sieht: Obwohl die Kunsteisarena geschlossen ist, halten die meisten Werbepartner dem Eissport-Club die Treue.

EC Tegernsee freut sich über Unterstützung in der Krise

Geschlossene Kunsteisarena: Werbepartner lassen Verein nicht im Stich

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Die Kunsteisarena in Tegernsee bleibt im Corona-Winter geschlossen. Laufende Kosten hat der EC Tegernsee trotzdem. Der Verein ist daher froh, dass er auf seine Werbepartner bauen kann.

  • Wegen der Corona-Krise kann die Eissportarena in Tegernsee in diesem Winter nicht öffnen
  • Das bringt den Betreiber, den EC Tegernsee, in finanzielle Nöte
  • Glücklicherweise halten dem Verein die Werbepartner auch in der Krise die Treu

Tegernsee – Wo normalerweise um diese Jahreszeit Schlittschuhläufer ihre Runden drehen, ist heuer Stillstand angesagt: Die Kunsteisarena in Tegernsee bleibt in diesem Winter wegen der Corona-Krise geschlossen. Für den Betreiber, den Eissport-Club (EC) Tegernsee, hat das finanzielle Folgen: Denn während die Einnahmen wegbrechen, müssen jährliche Kosten wie die Pacht weiterhin gestemmt werden. Der rettende Strohhalm sind die Werbepartner des Vereins: Viele halten dem Club – trotz geschlossener Eisfläche – die Treue.

Sponsoren zahlen Werbung weiter, obwohl sie keiner sieht

Reklame, die keiner sieht, macht für gewöhnlich wenig Sinn. Und dennoch: Die meisten Werbepartner des EC, überwiegend Unternehmen aus dem Tegernseer Tal, hätten „auch ohne Eisbetrieb die Werbegebühren für Bandenwerbung und andere Werbeflächen in voller Höhe bezahlt“, berichtet Schriftführer Maximilian Steinberger. Nur ein paar wenige hätten den Vertrag gekündigt, fügt Vorsitzender Andreas Gerold hinzu. Allerdings verbunden mit der Zusage, dass man die Werbeflächen wieder buchen werde, sobald die Corona-Krise vorbei ist.

Sämtliche Einnahmen fallen für den Eissport-Club im Corona-Winter weg

Der Verein ist froh und dankbar für diese Unterstützung. „Dadurch konnte ein Großteil der Kosten beglichen werden“, sagt Steinberger. Denn der Erhalt des Eisplatzes kostet auch dann, wenn keine Schlittschuhläufer, Eishockeyspieler und Stockschützen die Arena bevölkern. Als Beispiele nennen Steinberger und Gerold die jährliche Wartung der Eismaschine und des Kühlaggregats sowie die Pachtzahlungen an die Feuerschützen, denen der Platz gehört. Hinzu kommen diverse Reparaturen, die heuer in und um den Eisplatz fällig geworden seien. „Wir mussten beispielsweise den Belag über den Kühlrohren erneuern“, berichtet Gerold. Alles in allem Kosten in Höhe von etwa 20.000 Euro.

Gleichzeitig fallen heuer die Einnahmen aus der Vermietung der Eisfläche für Eishockey-Mannschaften und Eisstockschützen sowie aus dem öffentlichen Lauf zur Gänze weg. „Auch konnten das Waldfest und das Weinfest in Tegernsee 2020 kein Geld in die Vereinskasse spülen“, gibt Steinberger zu bedenken. Umso erfreulicher sei es, dass der Eissport-Club auch in Zeiten der Krise auf seine starken Werbepartner bauen könne.

Vorsitzendem blutet das Herz: Voraussetzungen für Eissaison wären optimal gewesen

Dass die Kunsteisarena heuer nicht öffnen werde, hatte der Vorstand des EC schon frühzeitig, nämlich im Oktober, beschlossen. Angesichts des – nunmehr verlängerten und verschärften – Lockdowns sieht sich Gerold in dieser Entscheidung bestätigt. „Es blieb uns keine andere Wahl.“ Dennoch blutet Gerold das Herz, wenn er daran denkt, was für eine Saison dem Verein damit durch die Lappen geht. „Die Voraussetzungen wären heuer optimal gewesen“, weiß der Vorsitzende. Denn schon vor Weihnachten waren die Temperaturen im Keller. Das Kunsteis hätte sich so problemlos produzieren lassen.

Kaum Hoffnung auf eine späte Eislauf-Saison

Allen, die jetzt noch Hoffnung auf eine späte Eissaison in Tegernsee haben, muss der Vorsitzende einen Dämpfer verpassen. Die Hauptsaison in der Kunsteisarena bei der Schießstätte läuft unter normalen Umständen bis Mitte Februar. „Dann scheint die Sonne rein, das Eis ist damit nicht mehr zu halten“, erläutert der Fachmann. Unabhängig davon, ob der Lockdown Ende Januar beendet wird, lohne eine Öffnung der Kunsteisarena daher in diesem Jahr nicht mehr. Um Kunsteis zu produzieren, müsste die Eismaschine drei bis vier Tage durchlaufen, erklärt Gerold. „Das kostet 600 Euro pro Tag.“

Lesen Sie hier: Ein Eisplatz für Bad Wiessee: Die Suche geht weiter

Die geschlossene Kunsteisarena ist das eine. Aber auch ein Vereinsleben ist beim EC aufgrund der Krise derzeit nicht möglich. Auch das, so muss der Vorstand akzeptieren, liegt derzeit komplett auf Eis.

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