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Neue Heimat auf der Point: Graugänse fühlen sich am Tegernsee zunehmend wohl. 

Vogelexperte hat Entwicklung im Blick

Die Vermehrung der Graugänse – das nächste Problem am See

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Alle reden über den aggressiven Schwan am Tegernsee. Dabei gibt es noch ein Federvieh, das Vogelexperten beschäftigt: Graugänse. Sind auch sie ein Problem?

Tegernseer Tal –  Alle reden am Tegernsee gerade über den aggressiven Schwan, der Wassersportler in der Egerner Bucht attackiert. Doch nicht nur der Schwan entwickelt sich zum immer größer werdenden Problem. Wolfgang Hiller vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), Kreisgruppe Miesbach, hat seit Längerem die Vermehrung der Graugänse im Blick – Tiere, die zwar zur Familie der Entenvögel und zu den häufigsten Wasservögeln gehören, jedoch am Tegernsee bis vor Kurzem nicht heimisch waren. 

Zwei Paare und elf Jungvögel hatte er im vergangenen Jahr noch gezählt. „Jetzt dürften es deutlich mehr sein“, sagt Hiller.

Woher kam das Federvieh, das im Winter für gewöhnlich in südlichen Regionen zieht? 2017, als unsere Zeitung schon einmal über die „Exoten vom Tegernsee“ und deren Vermehrung berichtete, schloss Hiller nicht aus, dass die Tiere einer privaten Zucht entkommen sein könnten. „Inzwischen kommen sie von anderen Seen, wie dem Ammersee, dem Starnberger- oder dem Chiemsee.“ Und sie tun das, was auch die Menschen tun: „Sie bleiben, wenn es ihnen taugt.“ Inzwischen hätten sie einige Lieblingsplätze: die Point in Tegernsee, die Popperwiese in Rottach-Egern oder auch das Gelände des Yacht-Clubs Bad Wiessee. „Gänse sind äußerst schlau, haben einen guten Ortungssinn und merken sich, wo es viel Nahrung gibt“, weiß der Vogel-Experte und kommt damit zum wichtigsten Punkt: dem Füttern.

Wie beim Problemschwan sei dies leider eine Unsitte der Menschen, so der Experte. Auch wenn die stattlichen Tiere schön anzusehen sind: Ihre Kothäufen sind ein zunehmendes Ärgernis. Etwa zwei Kilogramm, verteilt auf 170 Portionen, scheidet eine Graugans täglich aus.

„Das ist für uns ein massives Problem“, sagt Peter Kathan, Vorsitzender des Yacht-Clubs Bad Wiessee, wo es den Tieren zunehmend gut gefällt. „Den Kot von der Wiese trägt man überall hin – in die Boote, ins Restaurant, auf die Badetücher. Schon aus hygienischen Gründen ist das schwierig.“ Kathan glaubt sich zu erinnern, dass die Vermehrung bereits 2014 begonnen habe. Inzwischen hat er sich ans Landratsamt Miesbach gewandt, damit eine Lösung für das Problem gefunden wird.

Vogelexperte Hiller hatte dieser Tage zusammen mit dem Miesbacher LBV-Vorsitzenden Gerhard Kinshofer einen Termin in der Kreisbehörde. Es handle sich um Wildgänse, und die dürfe man nicht entnehmen, berichtet Hiller und meint: „Wir müssen uns an die Graugänse wohl gewöhnen. Hiller sieht nur eine Möglichkeit, um die Vermehrung nicht zu forcieren: ein Appell, nicht zu füttern.

Dies gelte auch für den Problemschwan, über den im Landratsamt gesprochen wurde. Hiller hofft, dass das Landratsamt dem Vorschlag nachkommt, an der Schwaighofbucht Schilder aufzustellen, auf denen auf den brütenden Schwan aufmerksam gemacht und um Rücksicht gebeten wird. Dann könnten Zwischenfälle vermieden werden. Zudem müsse an die Vernunft der Spaziergänger appelliert werden, die Tiere auf keinen Fall zu füttern. 

Lesen Sie hier: Jäger könnten schießen.

Die Gemeinde Bad Wiessee hält das Gänse-Problem mittlerweile für nicht mehr tragbar - der Bürgermeister will Tiere „entnehmen“ lassen. 

gr

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