Voller Freude präsentiert Andreas Greither die ersteigerten Porträts gemeinsam mit Sonja Still im Auktionshaus Neumeister. An der Wand hängen die Porträts von Adelgunde und Hildegard. Im Stieler-Buch, das Still verfasst hat, sind die Porträts von Karoline und Max I Joseph zu sehen.
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Voller Freude präsentiert Andreas Greither die ersteigerten Porträts gemeinsam mit Sonja Still im Auktionshaus Neumeister. An der Wand hängen die Porträts von Adelgunde und Hildegard. Im Stieler-Buch, das Still verfasst hat, sind die Porträts von Karoline und Max I Joseph zu sehen.

Bei Versteigerung in München

Andreas Greither holt vier Stieler-Bilder an den Tegernsee - im Gesamtpaket für 350.000 Euro

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Bei einer Versteigerung im Auktionshaus Neumeister ging Unternehmer Andreas Greither in die Vollen: Er ersteigerte gleich vier Stieler Bilder - für 350 000 Euro.

Tegernsee/München – Vier anrührende Porträts werden ihren Platz im einstigen Sommerhaus des königlichen Hofmalers Joseph Stieler (1781-1858) am Tegernsee finden. Ein Coup, für den der Unternehmer, Arzt und Hotelier Andreas Greither (73) tief in die Tasche gegriffen hat. Im Münchner Auktionshaus Neumeister ersteigerte Greither die vier Bilder im Gesamtpaket – für 350 000 Euro.

Im Jahr 2012 hat Greither, dem auch der Westerhof gehört, das Stieler-Haus erworben. „Wir müssen am Tegernsee den Maler Stieler würdigen und auch den Gästen etwas Besonderes bieten“, findet Greither. Dafür hatte er im Oktober 2012 nach einem Bieter-Krimi am Amtsgericht Wolfratshausen das Stieler-Haus ersteigert. Damals fiel der Hammer bei 525 000 Euro. Mit großem Aufwand ließ Greither das denkmalgeschützte Haus umbauen und richtete das Westerhof-Café ein. Sein Ziel war es, einen Ort der Begegnung und der Inspiration zu schaffen.

Für diesen Ort wollte er die von Stieler gemalten Porträts jetzt unbedingt haben. Sie zeigen König Max I. Joseph, seine Frau Karoline sowie die Prinzessinnen Adelgunde und Hildegard. Einst gehörten die Bilder Ludwig III, dem letzten bayerischen König.

Ungarn hat Bilder an die Wittelsbacher zurückgegeben

Als Mitgift kamen sie einst in dessen Schloss Nádasdy im ungarischen Sárvár. Nach Kriegsende musste die Familie das Schloss und den Besitz aufgeben. Erst 2020 gab Ungarn Teile des Inventars an die Wittelsbacher zurück, darunter auch die vier ausdrucksvollen Porträts.

Für Greither war klar: Er will alle vier an den Tegernsee holen. Aufgerufen wurden die Bilder aber nicht im Paket, sondern einzeln. Dabei erwies sich insbesondere das Porträt von Königin Karoline als höchst begehrt. Es war für 60 000 Euro aufgerufen und erzielte 115 000 Euro. Dass Greither am Ende tatsächlich alle Porträts an den Tegernsee holen konnte, verdankt er seiner Strategie: Schon zu Beginn der Auktion kündigte der Unternehmer an, die Bilder für ein Gesamtgebot kaufen zu wollen. Am Ende der Versteigerung ergab sich für die Werke ein Gesamtpreis von 345 000 Euro. Greither legte noch einmal 5000 Euro drauf und bot 350 000 Euro. Somit erhielt er den Zuschlag, obwohl er nicht bei jedem einzelnen Bild der Meistbietende gewesen war.

Porträts werden im Stieler-Haus aufgehängt

Um Stieler zu würdigen, hatte Greither übrigens im Beethoven-Jahr 2020 Großes geplant. Ausgangspunkt war das Beethoven-Porträt Stielers. Den gefeierten Komponisten, den Superstar seiner Zeit, porträtieren zu dürfen, war für den Maler Stieler eine unerwartete Ehre. Beethoven war damals gesundheitlich schon schwer angeschlagen und hatte eigentlich keine Lust, Modell zu sitzen. Doch er mochte Stieler und ließ sich überreden. Es wurde das berühmteste Porträt des Komponisten und verhalf Stieler zu der Posten als königlicher Hofmaler. Heute hängt es im Beethoven-Haus in Bonn. Zu Beethovens 250. Geburtstag 2020 wollte Greither dieses Bild mit Salonabenden am Tegernsee feiern. Das hochkarätige Programm fiel Corona zum Opfer. „Das ist frustrierend“, meint Greither. Umso glücklicher ist er, die vier Porträts für das Stieler-Haus gesichert zu haben – und er hofft, sie bald zeigen zu können.

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