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Gemeinsam stark für Syrien: Die Schülerinnen (v.l.) Monika Prechtl, Katharina Pechowski, Miriam Lücke, Clara von Freymann und Johanna Sedlbauer haben ein Friedenskonzert mit Konstantin Wecker organisiert. 

Für den Frieden in Syrien

Super Sache! Schülerinnen organisieren Konzert mit Konstantin Wecker

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Tegernsee - Ein Konzert für den Frieden: Das haben fünf Schülerinnen des Tegernseer Gymnasiums organisiert. Am Montagabend fand es statt - und wurde ein riesen Erfolg. Auch wegen eines prominenten Besuchs.

Irgendwann haben es Katharina Pechowski (17) und ihre vier Freundinnen vom Tegernseer Gymnasium nicht mehr ausgehalten: Immer diese Berichte über das Leid in Syrien, all die schlimmen Bilder. „Wir wollen helfen“, waren sie sich einig. Aber wie? Schnell ist den Mädchen eine außergewöhnliche Idee gekommen: ein Friedenskonzert – mit prominenter Unterstützung. Am Montag hat es im Tegernseer Gymnasium stattgefunden. Mit auf der Bühne: Konstantin Wecker. Wie die Mädels es geschafft haben, den Liedermacher nach Tegernsee zu holen und wie ihr Konzert ein riesen Erfolg wurde, erzählt uns Katharina Pechowski im Interview.

Viele helfen ja Flüchtlingen vor Ort. Warum habt ihr euch entschieden, etwas für Syrien zu tun?

Uns ist aufgefallen, dass immer die Rede davon ist, dass man in dem jeweiligen Land helfen soll, damit die Menschen nicht fliehen müssen. Das fanden wir sinnvoll. Im Internet sind wir auf die Syrien-Hilfe gestoßen und haben beschlossen, uns für diesen Zweck zu engagieren. Noch dazu arbeitet für die Organisation ein ehemaliger Schüler aus Tegernsee. Das hat dann einfach gepasst.

Und warum ein Konzert?

Wir haben an der Schule so viele Gruppen wie das Orchester, den Chor oder die Tänzer. Da bot sich ein Konzert an. Außerdem wussten wir, dass bei so etwas immer viele Leute kommen.

Dass ein Promi auftreten sollte, stand ja von Anfang an fest. Wie seid ihr auf Konstantin Wecker gekommen?

Eine von uns war im Oktober beim Voices for Refugees-Konzert in Wien und hat Wecker dort gesehen. Danach hat sie seinem Management eine E-Mail geschrieben. Und er hat auch sofort zugesagt – persönlich. Und im Gegensatz zu den anderen.

Wen habt ihr denn noch gefragt?

Helene Fischer und die Toten Hosen. Da kamen aber nur Absagen. Naja, wir dachten halt, wir probieren’s mal.

Hat euch bei der Organisation des Abends jemand geholfen?

Wir haben uns schon mit unserem Schulleiter abgesprochen und hatten auch Hilfe durch einige Lehrer. Aber die Organisation haben wir selber übernommen.

So ein Konzert zu Fünft auf die Beine zu stellen, ist schon eine Aufgabe.

Ja, das ist es. Wir haben das halt in unserer Freizeit gemacht. Eigentlich waren wir ab August damit beschäftigt. Besonders aufwendig war es, die Kartenbestellungen über E-Mail zu verwalten. 

Die Karten waren im Nu weg. Habt ihr damit gerechnet?

Nein, das war der Wahnsinn. Und es war auch traurig, wenn eine Oma unbedingt eine Karte wollte, um ihren Enkel zu sehen, und ich dann absagen musste. Aber wir konnten nur 200 Karten vergeben.

Wer hat denn nun genau mitgewirkt?

Insgesamt bestimmt 100 Leute. Der Chor und das Orchester, einige Schüler mit Solos und einem Poetry-Slam, und auch ein Mathelehrer. Er hat „Imagine“ von John Lennon gesungen. Und natürlich Konstantin Wecker. Er hat erst allein ein Stück gesungen und zum Abschluss gemeinsam mit dem Chor den Song „Was keiner wagt“.

Und wie war Wecker so?

Total nett. Er kam schon um 17 Uhr zur Probe, direkt aus dem Griechenland-Urlaub. Nach dem Konzert hat er mit uns noch bis 5 Uhr früh im Schlosskeller geratscht.

Wie viel Geld kam letztlich für die Syrien-Hilfe zusammen?

Über 3000 Euro. Die kamen rein aus Spenden am Abend zusammen, die Karten waren ja kostenlos.

Das ist eine ordentliche Summe.

Ja, wir sind total glücklich. Überhaupt war der ganze Abend überwältigend. Am Ende gab’s sogar Standing Ovations.

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