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Austauschschüler am Gymnasium: Direktor Werner Oberholzner mit (v.l.) Thomas Jurczyk, Charlotte Kirke, India Rowe und Anna Mayr.

Neues Austauschprogramm führt Gymnasiasten nach Australien

Down Under in Tegernsee

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Zehn Wochen „Down Under“: Für zwei Schüler des Gymnasiums Tegernsee wird dieser Traum Wirklichkeit. Zwei australische Austausschüler haben derweilen Bekanntschaft mit dem Tegernsee gemacht.

Tegernsee – Thomas Jurczyk aus Tegernsee und Anna Mayr aus Kreuth zögerten nicht lange, als eine Referendarin Anfang 2018 die Gesellschaft für Deutsch-Australischen/Neuseeländischen Schüleraustausch (GDANSA) ins Gespräch brachte. Die beiden bewarben sich um jeweils einen der gut 20 Stipendiatenplätze – und überzeugten nach einem dreimonatigen Auswahlverfahren am Ende die Verantwortlichen der Organisation.

Wer nun glaubt, es handle sich um eine Spaß-Reise, der irrt: Ziel von GDANSA ist es, „motivierten und weltoffenen Schülern“ durch die Vergabe von Stipendien einerseits einen dreimonatigen Aufenthalt zu ermöglichen. Andererseits sollen die Schüler zugleich eine Botschafterrolle am anderen Ende der Welt übernehmen.

Für den 16-jährigen Thomas Jurczyk passt das perfekt: „Ich weiß, da geht’s um mehr“, sagt der Tegernseer und ist gerüstet: Seine Englischnote passt, und auch sonst ist er durch die Führung der Schulpulli-AG am Gymnasium und mit seinem eigenen Modeblog „thoijurc“ quasi schon als Botschafter hierzulande unterwegs. Im Juni geht’s los nach Down Under, „ob nach Pearth oder Melbourne wird sich noch zeigen“, sagt Thomas.

Im Gegenzug hat sich Ende November die 17-jährige Charlotte Kirke aus Pearth bei ihm in Tegernsee vorübergehend eingenistet. India Rowe aus Melbourne ist ebenfalls über GDANSA im Tal gelandet. Die beiden High-School-Schülerinnen drücken hier die Schulbank und haben bereits ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Etwa, dass in Bayern ein breites Basis-Wissen in naturwissenschaftlichen Fächern und Mathe vermittelt wird, während man sich in Australien ganz auf seine Neigungen konzentrieren könne. Dass das Schulsystem Down Under wie in einer Gesamtschule organisiert ist und man sich kurz vor Schluss für Abitur entscheiden könne. Dass man hier toll Sprachen lernen könne, während in Australien nur in der 8. und 9. Klasse Chinesisch, Japanisch, Französisch oder Deutsch im Wahlfach angeboten würden. Dass sich die Schüler beim Eintreten der Lehrkraft von ihren Stühlen erheben und gemeinsam grüßen sei ebenso eine neue Erfahrung für sie wie die Tatsache, dass es bei uns für ungewöhnlich viel Schneefall eine Woche schulfrei gibt. „Aber das war auch für uns neu“, merkt Thomas an.

Insgesamt findet Charlotte die Schule „viel schwieriger als bei uns“. Außerdem seien „echt viel Hausaufgaben“ zu bewältigen. Was ihre Deutschkenntnisse betrifft, so würden Klassenkameraden sie immer wieder korrigieren, wenn ihre Grammatik zu wünschen übrig lasse. „Ich konnte fast nix“, sagt die junge Australierin selbst über sich, jetzt sei sie ganz „happy“, richtiges Alltagsdeutsch zu lernen. Sperrige Wörter wie „unbotmäßig“, das Lieblingswort einer Mitschülerin, habe sie bereits verinnerlicht. „außerdem weiß ich jetzt alles über recyceln und pendeln.“

Und dann ist da natürlich das ganz normale Schülerleben: Kaffeetrinken im Aran oder Bräustüberl-Besuche mit dem Verzehr sämtlicher Schmankerl. Zum Programm gehört auch, dass die Austauschschüler fünf Tage lang selbstständig durch Deutschland reisen dürfen. Dass von 22 GDANSA-Austauschschülern gleich zwei am Tegernsee gelandet sind, findet Thomas Jurczyk jedenfalls „bemerkenswert“. Das Tegernseer Austauschprogramm, das bisher Schulen in Frankreich, Spanien, Ecuador und Südafrika umfasste, ist damit um ein Angebot reicher.

Bewerbungen

Für das nächste Austauschjahr sind Bewerbungen bis 30. April möglich. Infos auf der Homepage www.gdansa.de.

gr

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