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Hagel trifft den Landkreis - Autoscheiben zerschlagen

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Von: Christian Masengarb

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Einige der Hagelkörner, die am Montag auf Bayrischzell regneten.
Einige der Hagelkörner, die am Montag auf Bayrischzell regneten. © Michael Hutter

Heftiger Hagel hat Teile des Landkreises getroffen. In Bayrischzell schlugen tennisballgroße Körner Autoscheiben ein, über dem Tegernseer Tal gingen Eisstücke nieder.

Update: Schwere Schäden in Bayrischzell

Der Hagel hat offenbar vor allem den südlichsten Landkreis getroffen. Zwar gingen auch über Fischbachau einige Körner nieder. Die Feuerwehr Hundham musste aber etwa zu keinem Einsatz ausrücken, berichtet Kommandant Michael Floßmann. Einige Kilometer weiter in Bayrischzell verursachte das Gewitter aber schwere Schäden, sagt Feuerwehr-Kommandant Markus Kirmer. Der Hagel habe so viele Dachfenster an Häusern sowie Front- und Heckscheiben bei Autos eingeschlagen, dass er den Gesamtschaden am Dienstag noch nicht abschätzen konnte. Immerhin: Verletzt wurde vom Hagel niemand.

40 Mann der Feuerwehren Bayrischzell und Fischbachau waren am Montag bis 23 Uhr im Einsatz, um zertrümmerte Fenster zu überkleben und den Menschen beim Bewältigen der Schäden zu helfen, berichtet Kirmer. Am Dienstag setzten seine Mannen die Aufräumarbeiten fort.

Wieso es zum dem schweren Gewitter kam, erklärt Michael Hutter. Der 29-jährige Fischbachauer prüft als sogenannter Sturmjäger für Wetterdienste die Auswirkungen von Gewittern am Boden. Aus seinen Daten, Bilder und Berichten leiten Meteorologen Vorhersagen ab und passen etwa Sturmwarnungen an.

Den Hagel vom Montag hatten Hutter und seine Kollegen eigentlich nördlicher erwartet, Richtung Holzkirchen. Vorhergesehen hatten sie ihn aber seit Tagen: Feuchtwarme Luft aus Nordafrika sei über das Mittelmeer in Richtung Landkreis gezogen und hier besonders hoch in den Himmel gestiegen, erklärt der Experte. In der Eiseskälte dieser Höhen sei die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit gefroren und in Form von Hagel nach unten gestürzt. In Bayrischzell erreichten die Körner Tennisballgröße von bis zu neun Zentimeter.

„Superzelle“, nennt Hutter dieses Phänomen. Am Montag habe den Landkreis sogar eine Superzellenkette getroffen. „Eine Superzelle nach der anderen ist über das Gebiet gezogen.“ Für Bayrischzell könne er sich nicht an ein ähnliches Ereignis erinnern. „Es könnte einmalig gewesen sein.“

Hagel-Folgen in Bayrischzell.
Hagel-Folgen in Bayrischzell. © Michael Hutter
Hagel-Folgen in Bayrischzell.
Hagel-Folgen in Bayrischzell. © Michael Hutter
Hagel-Folgen in Bayrischzell.
Hagel-Folgen in Bayrischzell. © Michael Hutter
Hagel-Folgen in Bayrischzell.
Hagel-Folgen in Bayrischzell. © Michael Hutter
Hagel-Folgen in Bayrischzell.
Hagel-Folgen in Bayrischzell. © Michael Hutter
Hagel-Folgen in Bayrischzell.
Hagel-Folgen in Bayrischzell. © Michael Hutter

Erstmeldung, 9.50 Uhr: Hagel trifft den Landkreis - Autoscheiben beschädigt

Landkreis - Heftiger Hagel hat am Montagabend Teile des Landkreises getroffen. In Bayrischzell schlugen hühnereigroße Körner Autoscheiben ein, über dem Tegernseer Tal gingen tellerförmige Eisstücke mit teils mehr als vier Zentimetern Durchmesser nieder. In Bad Wiesse und Rottach-Egern waren Straßen mit großen Wasserflächen und Laub bedeckt. In nördlichen Landkreis blieb die Lage abgesehen von Starkregen ruhig, auch Miesbach wurde vom Hagel verschont.

Kreisbrandrat Anton Riblinger sagt daher, der Landkreis sei „noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen“. Verglichen mit den Hagelschäden, die vor einem Jahr den nördlichen Landkreis und Irschenberg trafen, habe sich das Gewitter nun auf ein kleineres Gebiet beschränkt. Dort habe es zwar stark zugeschlagen, insgesamt seien die Schäden aber geringer als vor einem Jahr. Außerhalb von Bayrischzell habe die Feuerwehr am Montag nur kleine Einsätze fahren müssen.

Hagelkörner so groß wie ein Streihholz gingen über dem Tegernseer Tal nieder.
Hagelkörner so groß wie ein Streihholz gingen über dem Tegernseer Tal nieder. © Stefan Schweihofer
Hagel Bayrischzell
Mehrere Autos mit vom Hagel eingeschlagenen Heckscheiben zeigt ein im Internet verbreitetes Video, das am Montagabend auf einem Parkplatz in Bayrischzell aufgenommen worden sein soll. © Unbekannt

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