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Die Reiseroute der Hagelflieger am Montagnachmittag. Klar erkennbar: der Tegernsee (links) wurde verpasst.

Nach dem Hagelsturm am Montag

Hagelflieger: Haben sie den Tegernsee verpasst?

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  • Gerti Reichl
    Gerti Reichl
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Tegernsee - Die Hagelflieger sollten eigentlich genau so einen Hagelsturm wie am Montag überm Tegernsee vermeiden - dafür werden sie bezahlt. Was lief schief?

Was war mit dem Hagelflieger aus Rosenheim, der solche Schäden eigentlich verhindern soll? „Wir waren mit zwei Flugzeugen im Einsatz“, berichtet Pilot Georg Vogl auf Nachfrage. Nur: Die Live-App, mit welcher man die Flugzeuge in Echtzeit auf einer Karte verfolgen kann, zeigt ein anderes Bild. Dort sieht es so aus, als wäre der Flieger bereits vor dem Tegernsee wieder abgedreht, und hätte nur Wolken über dem östlichen Landkreis Miesbach mit dem Silberjodid geimpft, welches die Bildung von Hagelkörnern verhindern soll.

"Die App ist hier leider nicht korrekt", sagt Vogl. Der Sender befinde sich auf der Hochschule Rosenheim. "Irgendwann bricht da der Empfang ab." Das Programm übertrage so einen falschen Flugplan in die App. Tatsächlich sei Vogl mit seinem Hagelflieger wesentlich weiter nach Westen unterwegs gewesen. "Ich bin bis hinters Brauneck gekommen." 

Nur ein Problem gab's: Die südöstliche Gewitterwolke, die aus Richtung Murnau kam, sei zwar mit Silberjodid geimpft worden. Bei den nordöstlichen Wolken sei nicht mehr viel möglich gewesen. Denn darin befanden sich laut Vogl bereits große Niederschlagsmengen. „Und die machen das Silberjodid unwirksam.“

Genau diesen Wolken, so scheint es, fiel dann das Tegernseer Tal zum Opfer - was schlimme Schäden zur Folge hatte.

gr/kmm

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