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Machen kommissarisch weiter - der Vorstand der Tegernseer Geschäftsleute, v.l.: Doris Gollé, Andreas Hasenknopf,  Barbara Balk, Thomas Müller, Bettina Schöberlein, Ursula Bertele.

Auflösung nochmal abgewendet

Hagn überredet Vorstand: Geschäftsleute geben sich Aufschub

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Der Verein der Tegernseer Geschäftsleute stand schon vor dem Aus. Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Hagn gibt sich der Vorstand nun doch einen Ruck. Allerdings nur auf Zeit.

Tegernsee - Die Stimmung im Rathaus ist gut an diesem Montag, ja fast gelöst. Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) hatte den Vorstand der Vereinigung der Geschäftstreibenden der Stadt Tegernsee zum Gespräch geladen. Eine Gruppierung, die noch am Freitag kurz vor der Auflösung stand. Nun scheint es wieder ein bisschen Hoffnung zu geben.

Zur Erinnerung: Bei der jüngsten Hauptversammlung des Vereins blieb das Gros der knapp 30 Mitglieder aus - und das, obwohl der Vorstand um Vorsitzende Barbara Balk wegen mangelnder Unterstützung entnervt hingeworfen hatte und um Ablöse bat. Die Ablöse blieb aus. Der Verein steht ohne Vorstand vor der Auflösung. 

Hauptgrund: Kaum einer der Mitglieder scheint sich noch großartig für den Verein zu interessieren. Aber auch die Stadt bekam ihr Fett weg. Der Verein sei einmal mit dem Ziel angetreten, die Situation für die darbende Innenstadt um Rosen-, Haupt- und Bahnhofstraße zu verbessern. Vorschläge habe man genug gemacht. Umgesetzt worden sei nichts. So die Kritik.

Die wollte der Bürgermeister so nicht stehen lassen. Er lud den scheidenden Vorstand zum Gespräch ein. Und siehe da: „Wir haben die Auflösung erstmal verschoben“, sagt die Noch-Vorsitzende Barbara Balk nach dem Treffen. Der alte Vorstand leitet den Verein nun kommissarisch. Erst im September wird es einen neuen Termin geben. Wenn sich dann kein neuer Vorstand findet, ist es endgültig aus. 

Bis dahin habe Hagn ein paar „sehr spannende Projekte“ angestoßen, die man jetzt noch umsetzen werde. Was genau, darüber schweigen sich alle Beteiligten noch aus. Der Bürgermeister nennt auf Nachfrage die geplante Webseite für die Geschäftstreibenden als Beispiel, die jetzt mit städtischer Unterstützung aufgebaut werden soll. Auch der Wuidara-Markt wird wohl doch stattfinden. 

Hagn: „Es ist mein Wunsch, dass der Verein bestehen bleibt.“ Wenn er funktioniere, sei er ein wichtiges Instrument für die Meinungsbildung. Die Stadt habe einen Ansprechpartner, jemand der die Anliegen der Tegernseer Geschäftsleute mit einer Stimme vertreten könne. „Einzelmeinungen habe ich ordnerweise.“ Aber er wolle sich nicht einfach die rauspicken, die ihm zusagten.

Ein Beispiel ist der Vorschlag des Goldschmieds Thomas Müller, die Rosenstraße - zwar auf keinen Fall autofrei - doch zumindest zu einer verkehrsberuhigten Zone zu machen. Eine Flanierstraße, wo Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt wären. Die Idee gefällt Hagn, nur vielen anderen - darunter auch Geschäftsleuten - nicht. Und da helfe es auch nichts, sagt Hagn, „den tausendsten Arbeitskreis“ im Stadtrat zu gründen.

Und so hoffen Vorstand und Bürgermeister, dass die anderen Geschäftsleute binnen der kommenden drei Monate doch noch aufwachen und sich wieder aktiv an dem Verein, der ihre ureigensten Interessen vertreten soll, beteiligen. Und die Hoffnung stirb ja bekanntlich zuletzt.

kmm

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Warum am Ende der Auflösung des Vereins nur Verlierer bleiben

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