Daumen hoch: Für Franz Zehendmaier ist Blutspenden nicht nur eine gute Tat, der Kreuther fühlt sich danach auch selbst besser.
+
Daumen hoch: Für Franz Zehendmaier ist Blutspenden nicht nur eine gute Tat, der Kreuther fühlt sich danach auch selbst besser.

Interview mit Franz Zehendmaier

100 Mal Blutspenden: 71-Jähriger feiert Jubiläum - und berichtet von seinen Erfahrungen

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
    schließen

In 71 Jahren spendete Franz Zehendmaier 100 Mal Blut. Im Interview mit der Tegernseer Zeitung erzählt der Kreuther, warum ihm das Engagement wichtig ist und wie er davon profitiert.

Bad Wiessee/Kreuth – Am Freitagnachmittag in Bad Wiessee beging Franz Zehendmaier aus Kreuth ein ganz besonderes Jubiläum: Der 71-Jährige spendete zum 100. Mal Blut beim Roten Kreuz. Im Gespräch erklärte er dabei, warum ihm das so wichtig ist.

Herr Zehendmaier, Sie haben inklusive heute schon 100-mal Blut gespendet. Warum?

Zehendmaier: Also, 100 Mal stehen jetzt im Ausweis des Roten Kreuzes. Aber eigentlich waren es mehr Blutspenden, denn ich war schon früher bei der Bundeswehr und beim Blutspendedienst der Stadt München dabei. Mir ist das Blutspenden deshalb so wichtig, weil man damit einfach vielen Leuten helfen und sogar Leben retten kann. Wie sehr, das habe ich oft genug bei den Feuerwehreinsätzen gesehen, wenn wir zu Verkehrsunfällen gerufen wurden.

Wie kamen Sie denn ursprünglich auf die Idee?

Zehendmaier: Das war beim Barras, also als ich meinen Wehrdienst bei der Luftwaffe leistete. Da habe ich das erste Mal gespendet, und das hatte weniger mit Gemeinsinn zu tun. Da gab es nämlich für jede Blutspende 20 Mark und einen freien Tag. Bei 60 Mark Sold im Monat hat man natürlich gerne und öfter gespendet.

Wie häufig spenden Sie denn jetzt und hat sich beim Ablauf, technisch oder organisatorisch, in den vergangenen 50 Jahren viel verändert?

Zehendmaier: Ich spende dreimal im Jahr Blut, eigentlich immer, wenn der Blutspendedienst in der Nähe ist. Und das läuft heute schon ein bisserl anders: Die alten Nadeln waren früher schon brutal groß. Aber das Ganze dauert auch heute nicht länger als eine halbe Stunde inklusive Nachruhen. Es findet nach wie vor liegend statt, wobei die Liegen heute deutlich bequemer sind. Früher gab’s danach immer eine Halbe Bier, was aber seit rund zehn Jahren nicht mehr möglich ist. Heute gibt es alkoholfreie Getränke und eine kleine Brotzeit als Anerkennung und zur Stärkung.

Ist Blutspenden körperlich anstrengend?

Zehendmaier: Im Gegenteil. Der Körper bildet ja innerhalb weniger Stunden wieder Blut nach, und diese Bluterneuerung hat mir echt stets gutgetan. Danach fühlte und fühle ich mich immer besser und um einiges fitter als vorher. Ich empfehle es auch gerade den jungen Leuten: Geht Blut spenden. Das tut euch gut und schadet grundsätzlich nicht. Außerdem: Ich habe schon viele Verwandte und Bekannte zum Blutspenden dazugebracht, und es ist immer nett, wenn man sich dort trifft – zumindest vor Corona.

Was hat sich seit Corona geändert?

Zehendmaier: Da sieht es anders aus, mal abgesehen davon, dass die Krankenhäuser gerade in der Pandemie mehr Blutkonserven brauchen. Jetzt liegst du mit Maske und mit weiterem Abstand auf deiner Liege und kannst dich deshalb schon nicht mehr unterhalten. Und das gemeinsame Brotzeiten und Ratschen im Anschluss geht auch ab. Jetzt holst du dir halt die kleine Anerkennung ab und fährst wieder heim.

100 Blutspenden – Sie können sich sicherlich nicht an jede einzelne erinnern, aber doch vielleicht an eine, die doch etwas Besonderes war?

Zehendmaier: Naja, einmal, in einem Sommer vor vielleicht 20 Jahren, waren wir nach dem Blutspenden auf dem Tegernseer Waldfest und haben uns eine Mass Bier gegönnt. Die hatte nach dem Blutspenden die gleiche Wirkung wie sonst drei Mass ohne vorherige Blutspende. Das war durchaus erkenntnisreich für uns alle.

Das Gespräch führte: Alexandra Korimorth

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare