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Respekt einflößend: So sieht die Weißach Höhe Oberhof am Mittwoch aus.

Die Lage an Flüssen, Tegernsee und Schliersee

Hochwasser-Gefahr: Wo es im Landkreis brenzlig werden kann

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Es regnet und regnet im ganzen Landkreis Miesbach. Die Flussläufe sind schon merklich angeschwollen. Das Wasserwirtschaftsamt geht davon aus, dass die Pegel weiter steigen.

Landkreis - Starker Dauerregen, drei Tage lang. Die Zuflüsse zu Tegernsee und Schliersee sind gewaltig angeschwollen. Die Weißach bei Kreuth-Oberhof ist zum reißenden Strom geworden. Ähnlich ist die Stimmung an den anderen Zuflüssen an Tegernsee und Schliersee. Leitzach, Schlierach und Mangfall schwellen sogar noch stärker an.

Feuerwehr muss Pkw aus reißender Aurach bergen

So auch bei der Aurach vor Neuhaus: Dort sind die Wassermassen am Mittwochvormittag so stark, dass die Feuerwehr mehrere Stunden und einen Spezialkran braucht, um einen Pkw nach einem Unfall wieder aus dem Bach zu bekommen. Der Fahrer kommt dank engagierter Ersthelfer mit dem Leben davon.

Vollsperre: Regen verteilt komplettes Motoröl eines Lkw auf Autobahn

Der Motorblock eines Lkw ist gegen 11.30 Uhr der Autobahn in Fahrtrichtung Salzburg geplatzt. Höhe Irschenberg verteilte sich das gesamte Motoröl auf der Fahrbahn und verwandelte sie in eine Rutschpartie. Mehrere Sattelzüge waren nach Angaben der Autobahnpolizei Holzkirchen stecken geblieben. Die A8 wurde drei Stunden komplett gesperrt. In dem 30 Kilometer langen Stau ereigneten sich sechs andere Unfälle. Den Gesamtschaden schätzen die Beamten auf 15.000 Euro.

Das sagt der Kreisbrandrat

Kreisbrandrat Anton Riblinger verzeichnet erst am späten Nachmittag gegen 17 Uhr den ersten Hochwasser-Einsatz. Die Feuerwehr Hartpenning muss sich in Sufferloh um einen vollgelaufenen Keller kümmern. Ferner ist am Nachmittag ein Pkw in eine überflutete Bausgrube an der A8 Höhe der Rastanlage Holzkirchen Süd gefahren und musste von der Feuerwehr Föching geborgen werden. 

Weitere technische Hilfeleistungen bei Überflutungen in der Nacht auf Donnerstag kann Riblinger auch gegen Abend noch nicht ausschließen. Trotzdem hofft der Chef-Feuerwehrler auf eine ruhige Nacht: Denn auch das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim (WWA), das alle Pegel im Landkreis überwacht, habe bisher keine Warnung an die Einsatzzentralen herausgegeben.

Pegel-Stände - hier wird es noch gefährlich

Und tatsächlich liegen die meisten Pegel am Mittwochnachmittag noch unter der ersten Meldestufe. Tegernsee und Schliersee steigen an Montag und Dienstag nur gemächlich an. Im Verlauf des Mittwochs wird die Kurve steiler. 

Erste Warnschwelle am Tegernsee

So geht das WWA davon aus, dass der Tegernsee bis Donnerstagmittag die erste Meldestufe erreichen wird.

Erste Meldestufe heißt, einzelne Uferbereiche können überflutet werden. Einige ufernahe Straßen müssen eventuell gesperrt werden. Für bewohnte Gebiete besteht noch keine Gefahr. 

Etwas bedrohlicher sieht es bei den Flüssen im Landkreis aus. Mangfall, Schlierach und Leitzach werden in der Nacht auf Donnerstag die erste Meldestufe deutlich überschreiten. Soviel scheint gesichert.

Mangfall und Leitzach könnten noch stärker anschwellen

Während die Schlierach laut WWA nach der ersten Meldestufe ihren Zenit schon überschritten hat, sieht es bei der Mangfall gefährlicher aus. Dort wird wohl in der Nacht auch die Meldestufe zwei überschritten. Genauso geht das WWA bei der Leitzach von einem rasanten Anstieg noch bis Donnerstagmittag aus. Bei beiden Flüssen herrscht allerdings auch ein Vorhersage-Unsicherheitsbereich.

Messunsicherheit bei Mangfall und Leitzach

Im Klartext heißt das: Auch das WWA kann nicht hunderprozentig sagen kann, wie viel es noch in der Nacht regnet und was der Boden dabei noch schlucken kann. Deshalb gibt die Behörde eine Vorhersagen-Spanne heraus. Während der untere bereich dieser Spanne noch nicht mal die zweite Meldestufe erreicht, geht ein theoretischer Höchstwert für Donnerstag bei der Leitzach an Meldestufe zwei heran. Bei der Mangfall überschreitet dieser theoretische Wert sogar die Meldestufe vier. Die tatsächliche Vorhersage ist allerdings davon weit entfernt. Bewohnte gebiete wären aber auch bei diesen Höchstwerten immer noch nicht in Gefahr.

Und am Donnerstagmittag ist der Spuk dann auch wieder vorbei. Der Regen lässt nach und hört zum Abend völlig auf. Und fürs Wochenende herrscht schon wieder Hochsommer.

kmm

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