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Ein Lieblingsstück von Walter Ginhart ist derzeit ein Krug aus Meissener Porzellan. Er kommt bei der Weihnachts-Auktion zur Versteigerung und wird im Katalog mit 7200 Euro geführt. Der Schätzwert liegt bei 20.000 Euro.

Auktionshaus Ginhart am Tegernseer Steinmetzplatz

Wo geheime Schätze unter den Hammer kommen

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Tegernsee - Walter Ginhart (59) betreibt seit 2010 am Steinmetzplatz in Tegernsee ein Kunst- und Auktionshaus. Der Laden gleicht einer schier unerschöpflichen Schatzkammer. Bald ist Weihnachts-Auktion.

Walter Ginhart mag den Aha-Effekt, der sich bei den meisten seiner Kunden einstellt, wenn sie das scheinbar kleine Auktionshaus in Tegernsee betreten. Dem Besucher eröffnet sich eine ungeahnte räumliche Weite – bestückt mit Sammlerobjekten und Antiquitäten, Schmuck und Silber, Figürlichem und Gemälden, Mobiliar und moderner Kunst. Ein kaum überschaubarer Fundus. Mehr als 60.000 Teile, so erzählt Walter Ginhart, stehen hier im Moment zum Verkauf. Und der Inhaber weiß über jedes einzelne Stück Bescheid. Auch dank seines fotografischen Gedächtnisses, wie er selbst sagt.

„Das hat heute Vormittag eine Dame vorbeigebracht“, erzählt der 59-Jährige und zeigt auf einen Tisch mit einem noch ungeordneten Sammelsurium. Ob Wertvolles darunter ist? Eben das herauszufinden, ist die Aufgabe des erfahrenen Händlers und Auktionators.

Panther-Kopf aus Bronze brachte 16.500 Euro

Zu Ginhart kommen Menschen – häufig Sammler –, die auf der Suche nach dem Besonderen sind. Aber auch solche, die etwas verkaufen und ihren Besitz zunächst schätzen lassen wollen. Häufig sind es Erben, die dabei sind, einen Haushalt aufzulösen. „Die erleben oft große Überraschungen“, weiß Ginhart. Erst vor kurzem war er zu einer Hausräumung gerufen worden und entdeckte in einer Kiste, die bereits für den Trödel bestimmt war, einen Panther-Kopf aus Bronze. Ginhart fischte ihn heraus – er hat den Besitzern 16.500 Euro eingebracht. „Die Leute waren komplett aus dem Häuschen“, schildert Ginhart. Die Familie bringe ihm heute jeden Nagel, den sie finde, um ihn schätzen zu lassen.

Auch fürs Fernsehen war Ginhart schon aktiv

Dass Ginhart einen geschulten Blick fürs Kostbares hat, kommt nicht von ungefähr. Der Mann mit dem dunklen Wollpullover und der dazu passenden dunklen Brille hat mehr als 40 Jahre Berufserfahrung. Ginhart ist gelernter Restaurator und hat Kunstgeschichte studiert. Seine Experten-Dienste sind international gefragt, auch für einschlägige Fernsehformate hat er schon Schätzungen durchgeführt.

Früher hatte der 59-Jährige seinen Hauptsitz in Rosenheim, ehe er mit seinem Ladengeschäft nach Tegernsee umsiedelte und noch eine Filiale in Rottach-Egern eröffnete. Allein in Tegernsee türmen sich die Objekte auf 500 Quadratmetern – um dem Herr zu werden, organisieren Ginhart und seine Mitarbeiter alle sieben Wochen eine Auktion in den Räumen am Steinmetzplatz. Ganz klassisch kommen da Silber, Porzellan, Asiatika, Uhren, Gemälde und vieles mehr unter den Hammer. „Wir versteigern alles, was versteigerbar ist“, sagt Ginhart.

Auch per Telefon und Internet kann mitgesteigert werden

Zum Zug kommen dabei nicht nur die Interessenten, die persönlich vor Ort sind. Parallel dazu können die Käufer auch telefonisch und übers Internet mitbieten. „Wir bedienen allein acht Telefone“, erzählt der Auktionator. Und ohne Internet, weiß Ginhart, komme heute sowieso kein Auktionshaus mehr aus. Neben dem freien Verkauf im Ladengeschäft und den Auktionen bedient der 59-Jährige unterschiedlichste Internet-Plattformen.

„Je elitärer das Objekt ist, desto leichter lässt es sich verkaufen“, erklärt der Fachmann. Trotzdem will sich Ginhart auch der Masse nicht verschließen. In dem Auktionshaus sind Waren ab 30 Euro zu bekommen, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Alles stamme aus privater Hand, alles sei original, wie Ginhart versichert. „Ich möchte schöne, ehrliche Sachen anbieten – Plagiate mag ich nicht.“

Die Weihnachts-Auktion

Am Samstag, 10. Dezember, findet im Geschäft Ginharts in Tegernsee um 13 Uhr eine Weihnachts-Auktion statt. 315 Exponate aus verschiedenen Epochen kommen dabei unter den Hammer.

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