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In diesen Räumen soll die Spielothek eröffnen. Aktuell befindet sich ein Mode-Outlet darin.

Nächste Runde im Streit um Vorhaben in Tegernsee

Spielothek: Jetzt spricht der Antragsteller

Tegernsee - Anwohner der Tegernseer Hauptstraße protestieren mit vielen Argumenten gegen eine geplante Spielothek. „Stimmt alles nicht“, sagt der Antragsteller.

Die Bewohner der Hauptstraße in Tegernsee laufen Sturm gegen die geplante Spielothek der Göppinger BCE Immobilien GmbH in den ehemaligen Räumen der HypoVereinsbank. Nicht nur die direkte Nachbarin, Familie Bertele, hat in einem Brief an Bürgermeister Johannes Hagn gegen das Vorhaben protestiert, auch rund 100 Anwohner haben sich in eine Unterschriftenliste eingetragen, initiiert vom Tegernseer Horst Billenkamp.

Jetzt meldet sich BCE-Geschäftsführer Karl Stradinger in dem Streit zu Wort. „Alle Begründungen der Anlieger sind unrichtig und unwahr“, heißt es in seiner Stellungnahme. Etwa Begründungen zum Thema Lärm: Die Lärmemissionen einer Spielothek seien bei Weitem nicht vergleichbar mit denen einer Gaststätte, eines Cafés oder gar eines Hotels, ist Stradinger der Überzeugung. Ebenso werde in einer Spielothek kein Alkohol ausgeschenkt, „wodurch sich schon aus diesem Grund ebenfalls keine Belästigung nach außen abgibt.“ Ähnlich verhalte es sich nach Ansicht Stradingers mit dem Pkw-Verkehr. Insgesamt sei das Erscheinungsbild einer Spielothek „hoch modern“. Weil die Besucherzahl in einer Spielothek von der beantragten Größe vier bis fünf Personen nicht übersteigen werde, könne kein Vergleich mit anderen Gaststättenbetrieben gezogen werden.

Der BCE-Geschäftsführer geht davon aus, dass die Emissionsrichtwerte von 55 Dezibel tagsüber und 40 Dezibel in den Abendstunden keinesfalls überschritten werden. „Und dies entspricht den gesetzlichen Vorschriften.“ Dass verschiedene Anlieferungen den Anwohner nachts zwischen 22 und 6 Uhr den Schlaf rauben könnten, schließt Stradinger aus. Insgesamt, so heißt es in der Stellungnahme, passe die Spielothek vollkommen in das Erscheinungsbild der Hauptstraße in Tegernsee. Sie habe keineswegs negative Auswirkungen auf das Umfeld oder Stadtbild.

Die Stadt Tegernsee bleibt bei ihrer ablehnenden Haltung. Sie hofft, dass das Verwaltungsgericht, das wie berichtet ein Urteil fällen wird, hinter ihr steht. Ein Termin, so Bürgermeister Hagn auf Nachfrage, stehe für die Verhandlung noch nicht fest. 

gr

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