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Große Feuerwerke gehören zu großen Festen – wie hier Silvester. Private Böller und Raketen will die Initiative aber möglichst unterbinden. 

Kampf der privaten Ballerei

Initiative: Feuerwerk-Verbot im ganzen Tal?

Tegernseer Tal - Die Zahl der privaten Feuerwerke nimmt ab. Der Initiative gegen Feuerwerke reicht das nicht. Sie setzt sich für ein generelles Verbot der privaten Ballerei ein.

„Feiern statt Feuern“ lautet das Motto der Initiative gegen Feuerwerke, die sich im vergangenen Sommer gegründet hat (wir berichteten). Inzwischen hat die etwa 15 Personen umfassende Gruppierung ihr sechstes Treffen abgehalten. Um ihr Anliegen durchzusetzen, hat die Gruppe Schreiben an die Regierung von Oberbayern, das Landratsamt sowie die Tal-Bürgermeister verschickt. Seit 2012 existiert eine freiwillige Vereinbarung, in der sich die Wirte dazu verpflichten, Feuerwerke öffentlich in den Medien anzukündigen, auf besonders laute Feuerwerkskörper zu verzichten und nicht länger als bis 22 Uhr zu schießen. 

"Es geht uns um die große Belastung für Menschen, Tiere und die Umwelt“

„Das eigentliche Ziel, die Feuerwerke zu beschränken, ist erreicht worden“, sagt Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Das geht der Initiative gegen Feuerwerke aber nicht weit genug. „Wir wollen eine Reduzierung der Feuerwerke erreichen, es geht uns um die große Belastung für Menschen, Tiere und die Umwelt“, sagt Angela Brogsitter-Finck, die als Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal der Initiative angehört. Deshalb hat sich die Gruppierung an die Regierung von Oberbayern gewandt. Die wiederum gab zu verstehen, dass jede Gemeinde für sich entscheiden könne, ob sie Feuerwerke verbieten wolle oder nicht. 

Verbots-Verordnungen greifen nur, wenn höhere Gründe vorliegen

Das sieht Hagn etwas differenzierter. „Wir haben das prüfen lassen. Wir können Verordnungen erlassen, die Feuerwerke verbieten“, erklärt der Rathauschef. „Diese greifen aber nur dann, wenn höhere Gründe vorliegen.“ Ein solcher Grund wäre beispielsweise Brandgefahr durch langanhaltende Trockenheit. So etwas komme allerdings so gut wie nie vor. 

Das Landratsamt prüft derzeit Möglichkeiten für ein Verbot

Auch das Landratsamt sieht derzeit keine Möglichkeit, privaten Feuerwerken ein Ende zu setzen. „Die Regierung von Oberbayern hat uns auf Anfrage mitgeteilt, dass allein aufgrund der Lärmschutzverordnung kein Verbot möglich ist“, sagt Gerhard Brandl als Pressesprecher. „Wir prüfen derzeit noch, ob es andere Möglichkeiten gibt.“ Allerdings sei dies ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen. 

„Die Anzahl der Feuerwerke ist vertretbar“

So oder so sieht Bürgermeister Hagn keinen Anlass, ein generelles Verbot von privaten Feuerwerken anzuregen. „Wir machen Werbung als Premium-Destination“, sagt er. Folglich sei es nachvollziehbar, dass die Wirte Feuerwerke anbieten. Zumal die Zahlen eine eindeutige Sprache sprechen. Während im Jahr 2012 noch 28 private Feuerwerke angemeldet wurden, waren es im Folgejahr nur noch zwölf. Auch 2014 und 2015 wurde nicht öfter als 15 Mal geschossen. „Die Anzahl der Feuerwerke ist vertretbar“, findet Hagn. 

„Wir schreiben beispielsweise an Landtagsabgeordnete. Außerdem versuchen wir es mit Überzeugungsarbeit“

Diese Meinung teilt Fritz Joachim von der Initiative gegen Feuerwerke nicht. Zwar habe er „schon den Eindruck, dass es weniger geworden ist“, zufrieden seien er und seine Mitstreiter aber trotzdem nicht. Deshalb werde man parallel auf anderem Wege aktiv. „Wir schreiben beispielsweise an Landtagsabgeordnete“, erzählt Joachim. „Außerdem versuchen wir es mit Überzeugungsarbeit.“ So sei man in Einzelfällen erfolgreich gewesen, berichtet er. „Bei einem geplanten Kategorie-4-Feuerwerk am Freihaus Brenner konnten wir uns auf ein wesentlich kleineres der Kategorie 2 einigen.“ 

Die Initiative hat auch auf die Dimension der Seefest-Feuerwerke Einfluss genommen

Darüber hinaus hat die Initiative auch auf die Dimension der Seefest-Feuerwerke Einfluss genommen. „Wir haben die Zusage von den Bürgermeistern, dass sie die Feuerwerke an den Seefesten kleiner und naturverträglicher gestalten“, freut sich Joachim. Doch schon jetzt braut sich neues Unheil zusammen. Brogsitter-Finck fürchtet, dass künftig – wenn die Stallungen renoviert sind – auch in Kaltenbrunn viele Feste mit privaten Feuerwerken stattfinden werden. „Und das ist noch dazu eine Naturschutzzone“, gibt sie zu bedenken. Um die Feuerwerke einzudämmen, setzt sie auch auf Überzeugungsarbeit.

Bastian Huber

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