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Das Grundstück ist bereits mit einer Stützmauer gesichert.

Stadtrat verabschiedet Bebauungsplan, Interessengemeinschaft bleibt hartnäckig

Perronstraße: Investor nun doch gesprächsbereit?

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Der Stadtrat hat den Weg für das Sanatorium und die Klinik an der Perronstraße freigemacht. Doch was folgt, wenn der Bauherr nicht auf die Forderungen der Interessengemeinschaft eingeht? 

Tegernsee – Der Vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Sanatorium und die Klinik an der Perronstraße ist jetzt so weit, dass die Tegernseer Stadträte gut damit leben können. Einstimmig haben sie bei ihrer Sondersitzung am Dienstagabend den Plan befürwortet und in eine zweite öffentliche Auslegungsrunde geschickt. Die Interessengemeinschaft hingegen bleibt hartnäckig: Sie verlangt von Investor und Bauherr Klaus Dieter Burkhart, der als Chef des deutschen Zentrums für Frischzellentherapie zumindest das Sanatorium selbst betreiben möchte, weitere Nachbesserungen.

Derweilen hat Burkhart tatsächlich nachgebessert. Wie zuletzt vom Stadtrat gefordert, hat er die Zahl der Parkplätze um 30 aufgestockt. Auf 89 Stellplätze hat er die geplante Tiefgarage erweitert. Oberirdisch gibt’s wie bisher 26 Parkplätze. 30 Stellplätze sind dabei für Besucher und Mitarbeiter vorgesehen. Und dennoch sehen Verkehrsgutachter laut Bauamtsleiterin Bettina Koch keine Notwendigkeit für eine Linksabbiegespur von der Bundesstraße auf das Gelände. Ein wesentlicher Punkt, auf dem die Interessengemeinschaft beharrt. Auch beim Thema Schallschutz, so Koch, würden alle Werte eingehalten und sogar unterschritten. Koch wies darauf hin, dass die Gutachter aufgefordert wurden, wirklich „gerichtsfeste“ Stellungnahmen abzuliefern.

Eine Stützmauer sichert bereits das Grundstück an der Perronstraße. Mitglieder der Interessengemeinschaft haben Klage gegen diese vorbereitenden Maßnahmen erhoben.

Was die Befürchtungen betrifft, Burkharts Konzept mit Sanatorium und Klinik könne nicht funktionieren, so verwies Koch auf das im vorhabenbezogenen Bebauungsplan maßgeschneiderte Konzept. „Es gibt keine Alternativen“, sagte Koch und sprach von einem hohen Mitspracherecht der Stadt. Burkhart müsse zudem Finanzierungsbestätigungen der Bank und der Wirtschaftsprüfer vorlegen.

Nach der Mammut-Sitzung im November, bei der das Projekt noch ein mulmiges Gefühl ausgelöst hatte, war bei der Sondersitzung keinerlei Gegenwehr mehr zu spüren. Im Gegenteil. „Alle Probleme sind beseitigt, es wurde eine Lösung gefunden, die sehr gut ist“, kommentierte Andreas Obermüller (FWG) die neu geschaffene Parkplatz-Situation. Ob die Stadt nicht jemals selbst über die Schaffung einer Linksabbiegespur nachgedacht habe, wollte Peter Schiffmann (SPD) wissen. Sowohl Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), als auch die Bauamtsleiterin verneinten. Es sei keine Erfordernis dafür da gewesen, so Koch. Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) bezeichnete die Erweiterung der Tiefgarage als „gute Entscheidung“. Er war jedoch dafür, einen „modus vivendi“ zu finden, um mit den Nachbarn an der Perronstraße ins Gespräch zu kommen.

Das haben Mitglieder der Interessengemeinschaft ihrerseits noch im Rathausflur versucht. Sie rangen Burkhart die Aussage ab, dass er in Erwägung ziehen werde, an einem Treffen teilzunehmen, an dem planerische Verbesserungen diskutiert werden. „Die Mitglieder würden sich freuen, wenn es dazu käme und so doch noch eine einvernehmliche Lösung erzielt und damit ein Rechtsstreit vermieden werden könnte“, teilte deren Anwalt Bernhard Schex gestern mit. Wenngleich sie die 30 zusätzlichen Tiefgaragenplätze begrüßen, so bezweifeln sie dennoch, ob angesichts der noch unklaren Nutzung von zwei Dritteln der Gebäude 115 Parkplätze ausreichen. 

Nach wie vor gebe es Planungsmängel: das Fehlen einer Linksabbiegespur von der Bundesstraße, die unnötige und rechtlich zweifelhafte Nutzung der nur drei Meter engen Perronstraße als Hauptzufahrt der Klinik, auf der jetzt Kinder spielen, die Mängel des Schallschutzes und die zu geringen Abstände zu den Nachbargrundstücken. Hält Burkhart sein Versprechen für Gespräche tatsächlich ein? Oder kommt es am Ende zu einem Rechtsstreit wegen der Planungsmängel? Eine Klage gegen die bereits durchgeführten vorbereitenden Baumaßnahmen wie die Stützmauer, läuft bereits. Ihr räumt Burkhart keine Chancen ein. Am Dienstag, nachdem der Stadtrat den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einstimmig verabschiedet hatte, habe er das Rathaus mit einem „positiven Gefühl“ verlassen. Schon demnächst, ließ er auf Nachfrage wissen, werde er den konkreten Bauantrag vorlegen.

gr

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