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Bürgermeisterin Gertraud Benin Bernard aus Südtirol und Tegernsees Rathaus-Chef Johannes Hagn unterzeichneten auf dem neuen "Kalterer Platz" die Partnerschafts-Urkunde.

Zwei Orte - ein kleiner Unterschied

Partnerschaft mit Kaltern besiegelt

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Tegernsee - Mit Tegernsee und Kaltern in Südtirol haben am Sonntag zwei Orte mit ähnlichen Werten und Traditionen ihre Freundschaft besiegelt. Einen kleinen Unterschied gibt's aber doch.

"Bei uns hat der Wein die Oberhand, bei Euch das Bier", sagte die Bürgermeisterin aus Kaltern, Gertraud Benin Bernard, bei der Partnerschafts-Feier am Sonntag. Dabei ist es gerade der Wein, der die beiden Ortschaften in Bayern und Südtirol schon vor langer Zeit verbunden hat. Das Kloster Tegernsee besaß vormals Weingüter bei Kaltern, ehe die Säkularisation „die Bande zerschnitt“, wie Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn anlässlich der Besiegelung der Städtepartnerschaft erklärte. 1983 nahm Tegernsee die Verbindung wieder auf, 2005 beschloss der Stadtrat, offiziell eine Partnerschaft mit den Südtirolern einzugehen.

Dass die Bürger auf beiden Seiten diese Freundschaft nun mit Leben erfüllen, war die große Hoffnung der Redner, die sich gestern gemeinsam mit Ehrengästen und Vereinen in der Rosenstraße am Marktplatz versammelt hatten. „Es schaut gut aus für den Start der Partnerschaft“, erklärte Altbürgermeister und Partnerschafts-Initiator Peter Janssen, als er am Marktplatz in eine große Runde blickte. Zahlreiche Vereinsabordnungen aus Tegernsee und Kaltern sowie Stadträte und Ehrengäste beider Orte, darunter auch Herzogin Elizabeth in Bayern, waren nach einem feierlichen Gottesdienst in einem großen Festzug in die Rosenstraße marschiert.

Eine Partnerschaft mache nur dann Sinn, so betonte Janssen, wenn sich die Bevölkerung von der Idee anstecken lasse. „Ansonsten bleibt es eine Formalie.“ Er appellierte an die Bürger, regelmäßig den jeweils anderen Ort zu besuchen. Auf einer Italien-Reise lasse sich wunderbar in Kaltern Station machen. So hätten es bereits die Mönche auf ihrem Weg nach Rom praktiziert. Janssen freute sich über den Dreierbund, den man nun mit den Partnerstädten Kaltern und Dürnstein in Österreich unterhalte. „Das sind drei Orte mit besonderer Qualität, Bekanntheit und historischen Verbindungen.“

Auch Asylbewerber Emmason Amaraihi aus Nigeria marschierte inmitten seiner Sänger-Kollegen vom Liederkranz beim Festzug mit.

Um die Bedeutung der neuen Partnerschaft mit Kaltern zu untermauern, wurde am Sonntag auch eine Taufe vollzogen: Der bislang namenlose Marktplatz in der Rosenstraße bekam offiziell den Namen „Kalterer Platz“. Feierlich und unter den dreimaligen Salutschüssen der Tegernseer Gebirgsschützen wurde das zugehörige Schild enthüllt. Somit hätten die Bürger aus Kaltern „einen festen Platz im Herzen Tegernsees gefunden“, sagte Bürgermeister Johannes Hagn. Sie seien hier ab sofort fest verankert.

Die Kalterer Bürgermeisterin Gertraud Benin Bernard betonte, wie stolz sie und ihrer Bürger darauf seien, dass der Platz in Tegernsee nach ihrem Ort benannt werde. Sie sei überzeugt, dass die schon lange währende Freundschaft der beiden Städte nun weiter Bestand habe und gefestigt werde. Die Voraussetzungen seien gut: Neben vielen anderen gemeinsamen Traditionen „ist auch die Heimatverbundenheit ein wesentlicher Wert in beiden Regionen“.

Nachdem die Bürgermeister und ihre Stellvertreter die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet hatten, sprach Kaplan Markus Kocher noch ein Segensgebet auf dem neuen „Kalterer Platz“: Er möge ein Ort sein, an dem Menschen einander begegnen und Hilfe erfahren, wenn sie diese benötigen.

Ein schönes Zeichen dafür, wie Nächstenliebe auf einfache Wiese praktiziert werden kann, hat jüngst der Tegernseer Liederkranz geliefert: Er hat den Asylbewerber Emmason Amaraihi aus Nigeria als Sänger in seiner Mitte aufgenommen (unsere Zeitung berichtete). Der Nigerianer marschierte am Sonntag inmitten seiner Liederkranz-Kollegen beim Festzug mit.

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