+
Fährt bald für einige Tage gar nicht mehr zwischen Holzkirchen und Schaftlach: BOB.

DB Netz muss 800 Meter Strecke austauschen

Kaputte Gleise: BOB-Strecke muss komplett gesperrt werden

  • schließen

Warngau/Tegernsee - Die Gleismängel Höhe Warngau haben größere Auswirkungen auf den Zugverkehr als bisher angenommen. Wir haben bei der verantwortlichen DB Netz AG nachgefragt.

Bereits jetzt ist der Ausnahmezustand auf der BOB-Strecke zwischen Tegernsee und Holzkirchen deutlich spürbar. Fahrgäste müssen für die Strecke im Moment gut 15 Minuten mehr einplanen. Schuld sind die Baustelle in Finsterwald - und eine daraus resultierende Sperrung bis einschließlich 12. November - sowie kaputte Gleise Höhe Warngau. Dort geht's aktuell auf eine Strecke von 800 Metern nur mit 20 km/h voran.

Viele Pendler - und vor allem Ausflügler - scheinen deswegen auf die Straße auszuweichen. Das Verkehrschaos am langen Wochenende war zumindest gefühlt noch schlimmer als an einem normalen Sonnentag im Herbst. Sowohl vormittags in Richtung Tegernsee als auch ab Sonnenuntergang in Richtung München ging ab Tegernsee, bzw. der Autobahnauffahrt Holzkirchen nicht mehr viel.

Kaputte Gleise - das hat Folgen für den Zugverkehr

Während wenigstens die Sperrung wegen der Baustelle absehbar ist, könnten die kaputten Gleise noch weitreichendere Folgen für den BOB-Verkehr zwischen Schaftlach und Holzkirchen haben. Die Bayerische Oberlandbahn selbst hat darauf herzlich wenig Einfluss. Verantwortlich für die Instandhaltung und Reparatur der Gleise ist die DB Netz AG. Die Aussagen eines DB-Sprechers zeigen, dass auf die BOB-Fahrgäste noch einiges zukommen wird.

Totalsperren unvermeidbar

Die DB Netz teilt auf Nachfrage mit, dass die Gleise auf einem rund 800 Meter langem Abschnitt so stark beschädigt sind, dass sie komplett ausgetauscht werden müssen. Das geht freilich nicht bei laufendem Zugbetrieb. Uns stehen also weitere Totalsperren bevor. 

Wann diese genau stattfinden sollen, darüber verhandeln gerade DB Netz und BOB. Man kann aber davon ausgehen, dass die BOB die neue Komplettsperrung erst nach der aktuellen Sperre wegen der Finsterwalder Haltestelle ansetzen wird. Ansonsten gäbe es zwischen Holzkirchen und Tegernsee überhaupt keinen Zugverkehr mehr.

Sperre dauert mindestens drei bis vier Tage

Wie lange die Arbeiten dann wirklich dauern, hängt auch ein bisschen von der BOB ab. Laut dem Bahnsprecher darf die BOB zwischen zwei Möglichkeiten wählen: Entweder die DB Netz arbeitet nur nachts, beispielsweise immer von 20 bis 6 Uhr, dann dauert die Sache zwar insgesamt länger, dafür kann tagsüber noch gefahren werden. 

Möglichkeit Nummer zwei: Die Arbeiten werden am Stück erledigt. Dafür müsste die Strecke allerdings komplett mehrere Tage gesperrt werden. Etwa drei bis vier Tage, vielleicht mehr, schätzt der Bahnsprecher. Für genauere Aussagen sei es zu früh. "Wir sind noch in der Planung."

Kommunikationspanne? BOB hatte sich laut DB verlesen

Ferner widerspricht die DB Netz der BOB-Pressemeldung: Von einer Aufhebung der Sperre bereits am 28. Oktober sei nie die Rede gewesen. Wahrscheinlich, so mutmaßt der DB-Sprecher, habe sich da jemand bei der BOB einfach verlesen. Richtig ist die Ankündigung, dass die BOB ab dem 28. November möglicherweise wieder nach Plan fahren könnte.

Kleines Trostpflaster: Verzögerungen sollten nicht mehr ganz so schlimm sein

Bis dahin gibt's von der Deutschen Bahn noch ein kleines Trostpflaster. Die aufwendigen Warnvorschriften, die diverse Absprachen zwischen Lokführer und Fahrdienstleiter bei jeder Fahrt zur Folge hatten, sollten inzwischen entfallen. Diese sind laut dem DB-Sprecher nur 72 Stunden nach Bekanntgabe der Schäden Pflicht. Danach könne man davon ausgehen, dass alle Lokführer von der Langsamfahrstelle wüssten.

kmm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Alle drei Seefeste und mehrere Waldfeste im Tegernseer Tal mussten heuer wetterbedingt verschoben werden. Was heißt das für die Veranstalter?
Unwettersommer: Was er für die Fest-Veranstalter bedeutet hat
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Den 6. Januar 2017 wird ein 20-jähriger Rottacher wohl nie vergessen. Seit diesem Tag ziert die Narbe einer Schnittwunde seinen Kopf, die ihm für immer bleiben wird.
Schlimmer Fehler: Rottacher landet mit riesiger Narbe vor Gericht
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Weniger Festplatzbesucher, weniger Einnahmen: Die Bergwacht Rottach-Egern ist unzufrieden mit den Entwicklungen beim Rosstag. Auch weil inzwischen viele andere die Hand …
Bergwacht sauer: Rosstag bringt kein Geld mehr
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde
Seine Frau leidet unter Depressionen, er kann nicht mehr schlafen. Der Grund: Kuhglocken auf der Weide. Aber es geht ihm auch um die Kühe selbst - die seien …
Kuhglocken-Hasser verklagt jetzt auch Gemeinde

Kommentare