+
Das Gymnasium in Tegernsee: Die Anmeldezahlen sind mit 660 stabil, Platz für einen zusätzlichen Jahrgang wäre laut Direktor da.

Schulleiter Oblerholzner hätte nichts dagegen

Kehrt das Tegernseer Gymnasium bald zum G9 zurück?

  • schließen

Tegernsee – Schulleiter Werner Oberholzner kann sich eine Rückkehr zum G9 durchaus vorstellen: An Platz fehlt es nicht im Gymnasium Tegernsee.

„Ich bin fast ein bisschen sauer“, gesteht Werner Oberholzner, Direktor des Tegernseer Gymnasiums. In den Medien sei von der neuen Wahlfreiheit der Schulen zwischen G8 und G9 zu lesen. „Aber von offizieller Seite habe ich davon noch nichts gehört“, erklärt Oberholzner.

Dabei wurde das Thema Ende Juli ganz in der Nähe diskutiert. Bei der Klausur des Kabinetts in St. Quirin nämlich. Da hieß es, es solle ab dem Schuljahr 2018/19 flächendeckend acht- und neunjährige Züge an den bayerischen Gymnasien geben. Die Entscheidung, welche Variante sie anbieten wollen, sollen die Schulen selbst treffen dürfen. „Es fragen schon Eltern nach“, berichtet Oberholzner. Im Moment müsse er die Antwort schuldig bleiben.

In Sachen Wahlfreiheit ist Oberholzner skeptisch. Nach seinem Empfinden braucht Bayern eine einheitliche Regelung, meint der Schulleiter. Persönlich könne er sich eine Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit durchaus vorstellen: „Auch wenn es schon das Eine oder Andere beim G9 gab, das mir nicht gefallen hat.“

Am Platz für einen zusätzlichen Jahrgang fehlt es in Tegernsee absolut nicht. Seitdem es das Holzkirchner Gymnasium gibt, schrumpft die Schülerzahl. Beim Start ins neue Schuljahr werden es 660 sein, etwa 20 weniger als im Vorjahr. Keine Überraschung. „Es gehen halt oben mehr raus als unten nachkommen“, weiß Oberholzner. Das werde sich auch noch eine Weile fortsetzen. „Wir werden uns wohl bei 600 Schülern einpendeln.“ Das reicht gerade so aus, um die Zukunft zu sichern. „Unter 600 würde wehtun“, meint der Direktor.

Zu seiner Freude sind die Anmeldungen für die fünfte Klasse mehr als stabil. 88 Gymnasiums-Neulinge werden nächste Woche erwartet, 2015 waren es 80. Fast alle kommen aus dem Tegernseer Tal und Waakirchen, nur noch eine Handvoll aus Holzkirchen und Umgebung.

Was dem Tegernseer Gymnasium sehr geholfen hat, ist die Entscheidung des Miesbacher Landratsamts im vergangenen Jahr, Waakirchner Gymnasiasten die Schulwegkosten in Richtung Tegernsee zu erstatten. Zuvor wurde nur die Fahrt zum Tölzer Gymnasium bezahlt. „Ich wusste das gar nicht. Ein Vater aus Waakirchen hat mich erst darauf aufmerksam gemacht“, berichtet Oberholzner. Inzwischen haben die Waakirchner Kinder und Eltern die freie Wahl zwischen den Gymnasien Tegernsee und Bad Tölz: Es werden die Schulwegkosten in beide Richtungen übernommen.

Sehr gefragt ist auch die Nachmittagsbetreuung am Tegernseer Gymnasium. Sie ist mit 60 Kindern ausgebucht, es gibt sogar eine – kurze – Warteliste. Die Diakonie Rosenheim bietet an vier Tagen die Woche, montags bis donnerstags, eine Betreuung an. „Da sind wir sehr zufrieden“, erklärt Oberholzner. Vor allem Fünft- und Sechstklässler nehmen teil, ältere Schüler haben meist keine Lust mehr auf betreute Nachmittage.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ganz schön stark, die neue Drehleiter
Die neue Drehleiter der Feuerwehr Rottach-Egern setzt neue Maßstäbe: Ihr Rettungskorb kann mit bis zu 500 Kilo beladen werden. Damit öffnen sich neue …
Ganz schön stark, die neue Drehleiter
Krankenhausareal in Tegernsee: Bauantrag verschoben
Auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal in Tegernsee wird ein Hotel gebaut, zudem Wohnhäuser und eine Tiefgarage. In Sachen Bauantrag gibt‘s noch Abstimmungsbedarf, wie …
Krankenhausareal in Tegernsee: Bauantrag verschoben
Verzögerung für den Kreuther Käse-Keller
Eigentlich sollten die ersten Laibe schon im neuen Reifekeller der Naturkäserei TegernseerLand liegen. Aber die Eröffnung verzögert sich. Es hapert am Brandschutz.
Verzögerung für den Kreuther Käse-Keller
„Sience Slam“: Wissenschaftstage setzen auf neues Konzept
Zum 16. Mal gibt es heuer die Wissenschaftstage am Tegernsee. Um einen größeren Kreis dafür zu gewinnen, haben die Organisatoren am Konzept gefeilt. 
„Sience Slam“: Wissenschaftstage setzen auf neues Konzept

Kommentare