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Das Mietshaus am Klosterrichterweg gehört seit 1951 der Kirche. Weil eine teure Sanierung ansteht, hat sie das Haus in Erbpacht vergeben. 

Sanierung nötig

Kirche trennt sich von Tegernseer Mietshaus

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Seit 1951 gehört der Kirche ein Haus am Klosterrichterweg mit sechs Mietwohnungen. Weil eine Sanierung überfällig ist, hat der Pfarrverband es jetzt in Erbpacht an einen Unternehmer aus Aalen vergeben. 

TegernseeDas Haus marode, die sechs Wohnungen mit insgesamt 300 Quadratmetern stark sanierungsbedürftig: Die Kirche hatte an ihrem Besitz am Tegernseer Klosterrichterweg 5 keine Freude mehr. Jetzt hat ein Privatmann das Haus übernommen, in Erbpacht. Es handelt sich um den Inhaber eines Sanitär- und Heizungstechnikbetriebes in Aalen. Dieser sei in der Lage, die Sanierung in erster Linie aus eigener Kraft zu stemmen, erklärt Fidel Niggl, der das Projekt als sogenannter Verbundspfleger im Auftrag des Kirchenverbands Tegernsee/Egern/Kreuth betreut hat. Größten Wert habe die Kirche bei Vertragsschluss auf den Schutz alter Mietverhältnisse gelegt, versichert Niggl: „Es wird auf keinen Fall eine Luxussanierung geben.“ Der neue Besitzer werde sich dort selbst eine Wohnung ausbauen.

Wie alt das Gebäude ist, lässt sich Niggl zufolge nicht mehr sicher feststellen. Es dürften um die 200 Jahre sein. „Das war mal ein sogenanntes Bauernsacherl“, meint er. 1951 hatte es die Eigentümerin der Kirche vermacht. Lange Zeit nutzte es die Pfarrei, um Bedienstete der Kirche dort unterzubringen. Verschiedene Kaplane und Ordensschwestern wohnten dort. Aktuell lebt noch die Witwe eines Mesners in dem Haus. Ihr die günstige Wohnung zu erhalten, sei ein ganz großes Anliegen gewesen, erklärt Pfarrer Walter Waldschütz.

Dem heutigen Standard entsprechen die kleinen Wohnungen nicht mehr. Der Sanierungsaufwand bewegt sich im sechsstelligen Bereich. Selbst stemmen wollte die Kirche dies nicht. Schließlich gehöre der Unterhalt eines Mietshauses nicht zu den ureigenen Aufgaben der Kirche, meint Waldschütz.

Verkaufen aber darf die Kirche das geschenkte Haus nicht. Darum entschloss sich der Pfarrverband zu einer Übertragung des Eigentums in Erbpacht. Der Vertrag läuft 75 Jahre, kann aber verlängert werden. Die Vergabe erfolgte nach den vom Ordinariat festgelegten Kriterien im Rahmen eines Bieterverfahrens. Dabei setzte sich der Handwerker aus Aalen durch. „Das Haus ist in guten Händen“, ist Niggl sicher.

Aktuell sind fünf der sechs Wohnungen vermietet, eine steht leer. Das zugehörige Grundstück ist mit 370 Quadratmetern sehr klein. 

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