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Die Bodenmarkierungen grenzen den Raum ab, in denen Fahrräder stehen dürfen. Ist der Platz voll, darf kein Rad mehr in den Wagen.

Neue Bodenmarkierungen in der BOB

Klare Linie gegen Radl-Zoff im Zug 

Tegernsee - Der Radltransport im Zug birgt Zündstoff. Eine neue Bodenmarkierung soll helfen. Die Botschaft lautet: Räder, die dort keinen Platz mehr finden, können nicht mit.

Seit vergangener Woche hat die Bayerische Oberlandbahn (BOB) in all ihren Zügen nachgerüstet: In den Wagen sind jetzt mit Bodenmarkierungen die Stellplätze für Fahrräder ausgewiesen. Um zu erklären, wie der konfliktfreie Radl-Transport funktioniert, hatten Vertreter der BOB in Kooperation mit dem Radfahrerclub ADFC Bayern zum Pressetermin im Tegernseer Bahnhof eingeladen. 

„Uns geht es in erster Linie um die Sicherheit – und zwar die der Fahrgäste und unserer Mitarbeiter“, sagte BOB-Sprecher Christopher Raabe. 80000 Fahrradtickets werden jährlich für die BOB-Züge verkauft. Tendenz in den vergangenen Jahren steigend. Und freilich gehen die meisten davon in der Radl-Saison von Anfang Mai bis Ende September an die Radlausflug-Fans. Zusammen mit Karl-Peter Heim, Frank Wessel und Lebrecht von Necker vom Landeskreis Fahrrad und öffentlicher Verkehr ADFC erklärte Raabe, warum sich die BOB klare Markierungen gezogen hat. „Die Flucht- und Rettungswege im Zug müssen frei bleiben. Das hat die oberste Priorität“, betonte Raabe. 

Und so demonstrierten die Radl-Experten, wie man etwa mühelos sechs Tourenräder auf zwei gegenüberliegenden Stellflächen unterbekommt: „Ein vernünftiges Anordnen der Räder ist gefragt. Wir empfehlen ein gegenläufiges Stellen. Möglichst größenmäßig passend und eng aneinander.“ Die Bodenmarkierungen dürfen nicht überragt werden. „Wir sprechen nicht von einer konkreten Anzahl an Rädern, die dort platziert werden können. Das hängt auch von der Größe und den Radtypen ab“, betont Raabe. „Aber wenn die Fläche voll ist, ist sie voll. Dann können auch keine weiteren Räder mitgenommen werden.“ Weil sich die Radl-Stellflächen direkt bei den Klappsitzen befinden, war eine Kennzeichnung mit Piktogrammen notwendig. 

„Es kommt nämlich nicht selten zu Diskussionen, wenn Fahrgäste mit Rädern die Fahrgäste auf den Klappsitzen bitten, diese frei zu machen, damit die Radl, für deren Mitnahme ja schließlich auch bezahlt wird, ordnungsgemäß verstaut werden können“, berichtet Karl-Peter Heim. Hier träfen menschliche Interessen, Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten aufeinander. Nicht selten kommt es in der Bahn zu Konflikten und – meist verbalen – Auseinandersetzungen. „Oft kann der Konflikt nur durch das Einschreiten des Zugbegleiters gelöst werden“, wissen die Radl-Freunde aus Erfahrung. Und die wiederum erhalten regelmäßig psychologische Schulungen und Deeskalations-Trainings. Zuletzt übrigens mit der Bundespolizei. „Die BOB ist serviceorientiert und zugänglich für alles, was einem friedlichen Miteinander der Fahrgäste im Zug dient“, sagt Raabe. Deshalb seien die Zugbegleiter auch angehalten, beim Verstauen der Räder zu helfen. Die BOB sei darüber hinaus sehr offen für die Vorschläge und Anregungen des bayerischen ADFC mit seinen 25 000 Mitgliedern.

Von Alexandra Korimorth

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