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Hilfreiches Programm: Petra Berger zeigt den Tegernsee-Preisfinder. Gastgeber im Tegernseer Tal können das Programm kostenlos nutzen. Es wird zudem an andere Tourismus-Regionen verkauft.

Ausgezeichnete Web-Applikation

Klick für Klick zum richtigen Zimmerpreis

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Vor einem Jahr wurde „Der Tegernsee Preisfinder“ im Rahmen des Deutschen Tourismuspreises ausgezeichnet. Aber wie hat sich das Programm bewährt? Wir haben bei Petra Berger (TTT) nachgehakt.

-Wie nehmen die Gastgeber im Tegernseer Tal den Preisfinder an?

Schon bei der Entwicklung haben wir rund 30 Gastgeber einbezogen. Durch die enge Kooperation mit den „Elchtestern“ konnten Anregungen gleich eingearbeitet werden. Heute wenden knapp 80 Gastgeber den Preisfinder an. Schritt für Schritt, immer mit Gefühl und stets im Einklang mit einer Qualitätssteigerung, heben diese Gastgeber ihre Preise nun erfolgreich an. Dass ein Betrieb fürs Zimmer zu viel verlangt, haben wir übrigens noch nicht erlebt.

-Es gibt 650 Gastgeber im Tal. Warum nutzen nicht mehr von ihnen den Preisfinder?

Es ist immer eine Hürde, sich mit den eigenen Betriebsdaten intensiv auseinanderzusetzen. Es ist für den Gastgeber aber nur von zu Vorteil, regelmäßig seine Preise zu überprüfen und die eigene Marktposition zu kennen. Der „gute“ Preis eines Gästezimmers zählt immer mehr als schlagendes Argument für eine Buchung. Deshalb muss der Preis sitzen. Eine „Kröte“, die der Gastgeber schlucken muss, ist die gründliche Erfassung seiner Betriebsdaten und aktuellen Preise. Sie bilden die Basis für das vernünftige Ergebnis. Diese Grunderfassung kann für künftige Berechnungen jedoch immer wieder verwendet werden.

-Und wie sieht diese Grunderfassung aus?

Den Gastgebern im Tegernseer Tal stellt die TTT das Programm kostenlos zur Verfügung. Wer es nutzen will, bekommt von uns per E-Mail einen Link und kann sich anmelden. In vier Schritten wird der Gastgeber zur Erfassung navigiert. Im Schritt 1 werden Grunddaten des Betriebes erfasst, in Schritt 2 werden entweder die BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) automatisiert eingelesen oder die Kosten manuell erfasst. In Schritt 3 werden dann die aktuellen Provisionssätze eingetragen und im Schritt 4 die optimalen Zimmerpreise mit den gegenwärtigen verglichen. Ein Video unterstützt den Anwender außerdem bei allen vier Schritten. Zudem dient eine Permanenthilfe im Programm selbst bei Detailfragen.

-Ganz unkompliziert ist das ja nicht. Gibt es Hilfe?

Wir empfehlen die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Für ein einfaches Handling haben wir einen entsprechenden Zweit-Log-in eigens für Steuerberater entwickelt. So kann bequem an der Preisermittlung gearbeitet werden, unabhängig vom Standort. Eine detaillierte Erfassung aller relevanten Eckdaten und Fakten ist wichtig. Sonst wäre ein brauchbares Endergebnis nicht realistisch ermittelbar.

-Wo sehen Sie noch die Schwierigkeiten?

Grundsätzlich sehe ich keine Schwierigkeiten, sondern lediglich die jeweilige persönliche Hürde, sich dem Thema Preis und Preisgestaltung widmen und öffnen zu wollen.

-Nutzen auch andere Regionen das Programm?

Der Preisfinder wird an Tourismusregionen verkauft. Die TTT macht keinen Direktvertrieb an Gastgeber. Der Kontakt zwischen den örtlichen Touristikern und den Gastgebern soll durchs gemeinsame Arbeiten eher verstärkt werden. Deshalb werden in jeder Region sogenannte „Der Tegernsee-Trainer“ speziell durch uns ausgebildet. Der Preisfinder wird ab 20 Lizenzen zum Preis von 3400 Euro plus Mehrwertsteuer angeboten. Bis dato hat die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH unseren Preisfinder in seiner Angebotspalette. Der Landesverband Bauernhof- und Landurlaub Bayern startet Anfang 2018 mit der Einführung, und diverse weitere Regionen beraten derzeit intern verschiedene Einführungs- und Umsetzungsmethoden.

-Was war die Idee hinter dem Preisfinder?

Das primäre Ziel ist es, das Preis-/Leistungsverhältnis sowie die Qualität der gesamten Ferienregion Tegernsee zu steigern und zu optimieren. Der Gastgeber wird unterstützend in die Lage gebracht, gewinnorientiert zu wirtschaften und somit in seinen Betrieb investieren zu können. Daran hängt viel. Wenn der Betrieb wirtschaftlich läuft, ist die leistungsorientierte Entlohnung des angestellten Personals gesichert. Zum anderen ist es auch einfacher, einen Nachfolger zu finden, wenn der Betriebsinhaber in den Ruhestand geht.

-Ist schon eine Weiterentwicklung geplant?

Als Weiterentwicklung des Preisfinders wäre der Investitionsplaner der nächste Schritt. Die Investitionsplanung könnte in den Preisfinder übernommen werden und in die Preisberechnung einfließen. Ob wir diese Programmierung in Auftrag gegen, hängt maßgeblich vom Erfolg der Web-Applikation „Der Tegernsee Preisfinder“ ab. Programme erstellen zu lassen, kostet viel Geld.

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