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Das Krankenhausgrundstück soll 2017 bebaut werden.

Bebauung in Tegernsee

Klinik-Grundstück: Die Bohne kommt als klassisches Hotel

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Tegernsee - Ein Hotel und Wohnungen sollen auf dem Krankenhaus-Grundstück in Tegernsee entstehen. Mit dem Baubeginn ist dem Bremer Investor zufolge im nächsten Jahr zu rechnen.  

Seit nun 18 Jahren hat Tegernsee kein Krankenhaus mehr. Wo es stand, ist eine grüne Wildnis gewachsen. An dem Zustand wird sich heuer auch nichts mehr ändern. Aber 2017, sagt der Bremer Investor Rolf Specht, wird gebaut: ein Hotel und Wohnungen.

Eigentlich hätten die Bagger noch in diesem Jahr anrollen sollen. Wie berichtet, plant die Bremer Residenz-Gruppe als Eigentümerin des 7600 Quadratmeter großen Areals ein Hotel in Form einer Bohne und drei Wohnblöcke. Im Oktober 2014 hatte das Unternehmen gemeinsam mit dem Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) das Siegermodell eines Architektenwettbewerbs vorgestellt. Damals war die Rede davon, dass der Bau 2016 beginnen könne. Getan hat sich seither zumindest nach außen hin nichts. „Wir warten immer noch auf den Bauantrag“, berichtet Hagn. Er rechne aber damit, dass dies bald geschehe. Dann könne der Spatenstich nächstes Jahr erfolgen. „Es schreitet voran, aber eben langsam“, meint Rolf Specht, Geschäftsführender Gesellschafter der Bremer Residenz-Gruppe. Sein Unternehmen werde den konkreten Bauantrag aber noch in diesem Jahr einreichen. 

2017 erfolge der erste Spatenstich. Es entstehen ein Hotel mit 120 Zimmern und rund 80 Wohnungen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 45 Millionen Euro. Specht will Hotel und Wohnungen auf einen Sitz hochziehen. Die Bauzeit schätzt er auf 18 bis 20 Monate. Eigentlich hätte Specht auf dem Klinik-Grundstück gerne ein sogenanntes Care-Hotel entstehen lassen (wir berichteten). Menschen, die zu Hause Angehörige pflegen, sollten dort Urlaub machen können – gemeinsam mit dem zu Pflegenden. „Aber es wird jetzt wohl doch ein klassisches Hotel werden“, meint Specht. Von der Idee sei er zwar weiterhin überzeugt. „Wir machen das noch, und ich bin auch davon überzeugt, dass es läuft.“ 

Aber: Der Aufbau eines Care-Hotels – das die Residenz-Gruppe selbst betreiben will – bedeute viel Arbeit. Und sei schon angesichts der Entfernung zwischen Bremen und Tegernsee für die Firma schwer zu stemmen. Zudem gebe es Interessenten, die gern ein Hotel in Tegernsee betreiben möchten. „Und dann geht man halt den einfachen Weg“, erklärt Specht. Das Unternehmen werde also die Führung des Hotels in andere Hände liegen. In welche, das verrät Specht noch nicht: „Wir haben Stillschweigen vereinbart.“ Es geht aber nicht nur um ein Hotel. Dem Stadtrat ist wichtig, dass auch Wohnraum entsteht. Ein Drittel der etwa 80 Wohnungen wird im sogenannten Tegernseer Modell bevorzugt an junge Familien zu einem vergünstigten Preis vergeben.

Die Modalitäten legt ein Durchführungsvertrag fest. Vorgesehen sind sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen. Ob die Residenz-Gruppe die Wohnungen selbst in der Hand behält oder – wie beim Hotel – einen Betreiber sucht, ist Specht zufolge noch offen. Wenn das Krankenhaus-Grundstück endlich eine neue Bestimmung erhält, schließt sich eine riesige Lücke im Ort. Lange hatte der Landkreis als Eigentümer versucht, es zu verkaufen. Das Geld sollte der Finanzierung des 1998 eröffneten Krankenhauses Agatharied dienen. Interessenten gab es schon damals reichlich, es wurden sogar Kaufverträge geschlossen. Doch diese erhielten nie Rechtskraft, kein Cent floss in die Kreiskasse. 

Die Erleichterung war groß, als im März 2014 der Verkauf an die Bremer Residenz-Gruppe glückte. Ein Rücktritt ist nicht mehr möglich. Darauf hatte der Werkausschuss des Landkreises bei der Vertragsgestaltung größten Wert gelegt.

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