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Zur Vorbereitung der Baumaßnahme hat der Investor bereits eine Stützmauer auf dem Grundstück an der Perronstraße errichtet. Die Anwohner haben Klage erhoben.

Sind aber zu Gesprächen bereit

Klinik-Pläne an der Perronstraße: Anwohner fordern Nachbesserungen

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Die Klinik für Frischzellentherapie soll so schnell wie möglich in Tegernsee-Süd gebaut werden - wenn es nach dem Investor geht. Die direkten Nachbarn haben da andere Pläne.

Tegernsee Klaus Dieter Burkhart, Chef des deutschen Zentrums für Frischzellentherapie, möchte so schnell wie möglich sein Projekt an der Perronstraße in Tegernsee realisieren: ein Sanatorium und eine Klinik, bestehend aus drei mehrstöckigen Baukörpern. Der Stadtrat befasst sich am Dienstag, 16. Januar, in einer Sondersitzung erneut mit dem Thema (wir berichteten).

Die Interessengemeinschaft Perronstraße, ein Zusammenschluss mehrerer Anwohner, kämpft um Nachbesserungen und lässt nicht locker. „Die Interessengemeinschaft ist über keine Änderungen zum bisher vorliegenden Bauvorhaben informiert worden“, erklärt deren Anwalt Bernhard Schex auf Nachfrage. Nach der vorläufigen Ablehnung des jüngsten Antrags durch den Stadtrat im November sei die Interessengemeinschaft auf den Investor zugegangen und habe um ein Gespräch im Beisein von Bürgermeister Johannes Hagn gebeten. Laut Schex könnte der Konflikt um die geplante Bebauung aus Sicht der Interessengemeinschaft durch zumutbare Veränderungen beigelegt werden. „Die Interessengemeinschaft wäre mit diesen Änderungen bereit gewesen, das Vorhaben zu unterstützen.“ Klaus Dieter Burkhart habe das Vermittlungsgespräch jedoch abgelehnt. Die Interessengemeinschaft bedaure dies und hoffe, dass der neue Entwurf nun entscheidende Verbesserungen mit sich bringen wird. „Leider wurden lediglich Verbesserungen beim Stellplatzschlüssel angekündigt, die bisher jedoch nicht offengelegt wurden“, so der Anwalt.

Die Interessengemeinschaft teile die Bedenken des Stadtrats wegen der nicht plausibel wirkenden Angaben des Antragstellers zur späteren Nutzung der riesigen Baukörper. Zudem stehe die Nutzung für zwei der drei Gebäudes noch gar nicht fest.

Thema Verkehr und Parken: Aus Sicht der Interessengemeinschaft müssten für eine funktionierende und sichere Verkehrsführung noch wesentliche Verbesserungen eingeplant werden. Insbesondere eine Linksabbiegerspur von der Hauptstraße und eine Verkehrsberuhigung der schmalen Perronstraße wären erforderlich, fasst der Anwalt die Auffassung seiner Mandanten zusammen. Laut einem Gutachten ist die aber nicht nötig. Auch Schallschutzmaßnahmen und Mindestabstände müssten geplant werden. Die Interessengemeinschaft hofft, „dass nun nachhaltiger geplant wird und der Stadtrat bei diesen Maßnahmen genau hinsieht“.

Gegen die aktuell laufenden vorbereitenden Baumaßnahmen haben Mitglieder der Interessengemeinschaft bereits Klage erhoben. Wie berichtet, wurde eine Stützmauer errichtet. „Wenn der Investor den bisher vorliegenden Bebauungsplan mit seinen Rechtsmängeln versucht duchzuboxen, wird dies einen vermeidbaren, vermutlich kostspieligen und längeren Rechtsstreit zur Folge haben“, so Schex. Die Nachbarn hoffen, dass dies vermieden werden kann. Schex: „Sie sind nach wie vor zu Gesprächen bereit.“

gr

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