Das Gerüst für die Interims-Halle der Feuerwehr Tegernsee an der Grundschule steht schon. Im Hintergrund ist das alte Feuerwehrhaus zu sehen.  Foto: Thomas Plettenberg
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Das Gerüst für die Interims-Halle der Feuerwehr Tegernsee an der Grundschule steht schon. Im Hintergrund ist das alte Feuerwehrhaus zu sehen.

Experte hat Kosten für Feuerwehrhaus unter die Lupe genommen

Kosten klettern auf über 15 Millionen Euro

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Ein Projektsteuerer hat die Kosten für das geplante Feuerwehrhaus unter die Lupe genommen und sein Ergebnis jetzt im Stadtrat vorgestellt. Dass das Vorhaben am Ende wohl über 15 Millionen Euro kosten wird, ist jetzt allen klar.

  • Projektsteuerer hat Kosten für geplantes Feuerwehrhaus Tegernsee unter die Lupe genommen.
  • 15 Millionen Euro am Ende als realistisch eingeschätzt.
  • Stadtrat verabschiedet Bebauungsplan gegen Stimmen der Grünen.

Tegernsee – Rund 13 Millionen Euro – diese Kosten standen bisher für das Feuerwehrhaus mitsamt Wohnungen im Raum. Angesichts dieser Summe war es ausdrücklicher Wunsch des Stadtrats, dass ein Experte seinen Blick auf die Kosten wirft und die schon vorliegende Berechnung der Architektin Claudia Schreiber überprüft. Mit dem Ergebnis wurde der Stadtrat jetzt konfrontiert.

Er stelle zwar Schwankungen fest, erläuterte Florian Ewald vom Stuttgarter Unternehmen Drees & Sommer seinen Prüfbericht, doch sehe er, bis auf einzelne Ausreißer nach oben und unten, zum jetzigen Zeitpunkt keinen maßgeblichen Korrekturbedarf der angesetzten Preise. Viele Einsparpotenziale seien schon diskutiert worden, so Ewald, weitere Details müssten im Rahmen der Ausführungsplanung noch besprochen werden. Während Kostengruppen für das Herrichten und Erschließen des Grundstücks, die Baukonstruktion selbst, die technischen Anlagen, Außenanlagen und Ausstattung laut Expertenprüfung nur geringfügig über dem Ergebnis der Architektin liegen, so kommen Drees & Sommer vor allem bei den Baunebenkosten zu einer Summe von rund drei Millionen Euro gegenüber den veranschlagten 1,8 Millionen Euro. Im Schnitt müssten 4,8 Prozent an jährlicher Steigerung und zudem eine Risikoreserve von fünf Prozent als Rücklage für Unvorhergesehenes eingeplant werden. Den bisherigen Ansatz von 18 Prozent hält der Experte für zu gering. Unterm Strich stehe nach mittlerer Bauzeit und einer Fertigstellung im Jahr 2022 eine Summe von rund 15,2 Millionen Euro.

Kein Low-Budget-Projekt, aber ein solider Bau für die Zukunft

Claudia Schreiber, Architektin des Feuerwehrhauses

Claudia Schreiber sah sich im Großen und Ganzen bestätigt in ihrer Berechnung und war erfreut von dem Ergebnis. „Risikosummen“ hätte sie bewusst noch nicht berücksichtigt, sie seien aber berechtigt. Insgesamt werde das Feuerwehrhaus „kein Low-Budget-Projekt“, sondern ein solider Bau für die Zukunft, ohne Luxus.

Feuerwehrhaus Tegernsee: Alle Kosten sollen weiterhin transparent vorgelegt werden

Marcus Staudacher (Grüne) erinnerte daran, dass seine Fraktion schon vor einem halben Jahr das Worst-Case-Szenario von 15 Millionen Euro beschrieben habe. Jetzt sei es wichtig, im weiteren Verlauf alle Kosten transparent im Stadtrat vorzulegen und darauf zu achten, dass sie nicht aus dem Ruder laufen. Dieser Bitte, gerichtet an die Architektin, schloss sich Ursula Janssen (Grüne) an. „Die Diskussion über weitere Details darf kein Wunschkonzert sein, in dem wir die Rechnung am Ende zahlen.“ Ihre Forderung für eine genaue Vorlage aller weiter Kosten griff Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) auf, schon allein, um den Haushalt konservativ planen zu können.

Vize-Bürgermeister Michael Bourjau (FWG) lobte die kompetente Arbeit des Projektsteuerers, betonte jedoch, dass er das Ursprungsbudget gerne wieder schaffen würde. Dafür müssten Wege gesucht werden. Thomas Mandl (SPD) hatte Einsparmöglichkeiten im Blick: „Auch wenn’s die offenbar nur in homöopathischen Dosen gibt, so müssen sie angemessen sein und sich auch summieren.“ Die Stadt sei bei den Kosten jetzt am Ende der Fahnenstange angekommen.

Hagn fand, dass der Projektsteuerer jetzt zum richtigen Zeitpunkt gekommen sei und er das Vorhaben weiter begleiten werde. „Wegen 5000 Euro etwa für einen Beamer müssen wir uns aber nicht kaputtsparen.“

Feuerwehrhaus Tegernsee: Bauantrag noch vor Weihnachten

Am Ende wurde beschlossen, dass sich Verwaltung, Architektin und Projektsteuerer auch weiter eng abstimmen und Einsparpotenziale suchen. Der Bauantrag soll nun vorbereitet und noch vor Weihnachten eingereicht werden. Auch die Ausführungsplanung soll in Auftrag gegeben werden.

Dann wurde der geänderte Bebauungsplan endgültig verabschiedet. Das Landratsamt weist darauf hin, dass der Abriss des alten Feuerwehrhauses bis Februar erfolgen solle, um dem Artenschutz gerecht zu werden. Das peilt die Feuerwehr an: Das Gerüst für die Interimshalle steht bereits.

Die beiden Grünen-Räte stimmten dagegen. Ursula Janssen begründete ihr Nein: „Aus Verkehrssicherheitsgründen und weil ich finde, dass das Vorhaben zu groß und zu teuer ist.“

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