Eine Weihnachtskrippe mit Figuren der Ulmer Künstlerin Julie Deininger-Eggert
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Der Tegernseer Schlossmarkt fällt heuer coronabedingt aus. Mitglieder des Krippenvereins Tegernseer Tal basteln trotzdem weiter - für nächstes Jahr. Symbolfoto.

Krippenverein Tegernseer Tal

Wegen Corona: Für Krippenverein fallen die meisten Termine aus - Vorsitzender im Interview

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der Schlossmarkt fällt aus, eine Krippen-Ausstellung hatte der Krippenverein Tegernseer Tal heuer nicht geplant. Im Interview verrät Christoph Rouleaux, was es trotzdem zu tun gibt.

Tegernsee – Die Adventszeit und Weihnachten sind nicht mehr fern – für den Krippenverein Tegernseer Tal bedeutet dies normalerweise Hochsaison. Die Mitglieder sind mit Bastelarbeiten und den Vorbereitungen für ihren Stand beim Tegernseer Schlossmarkt beschäftigt. Doch in diesem Jahr ist wegen Corona und des Teil-Lockdowns alles anders. Wir haben beim Vorsitzenden Christoph Rouleaux (46) aus München nachgefragt, wie das Vereinsleben derzeit aussieht und was er sich persönlich für die Vorweihnachtszeit erhofft.

Herr Rouleaux, im November ist Ihr Verein normalerweise besonders aktiv. Ist jetzt Stillstand angesagt?

Rouleaux: Nach den Lockerungen im Sommer hatten unsere Mitglieder gerade wieder damit begonnen, sich freitags zum Basteln im Quirinal zu treffen. Auch ein, zwei Monatstreffen haben stattgefunden, als die Gaststätten geöffnet waren. Diese Aktivitäten haben wir jetzt natürlich wieder komplett eingestellt. Ende November hätten wir außerdem gerne unsere Maiandacht nachgeholt – auch die kann nicht stattfinden. Unsere Weihnachtsfeier am 12. Dezember steht ebenfalls auf der Kippe – wie alle anderen Vereine auch können wir derzeit nur spontan entscheiden, was geht und was nicht.

Christoph Rouleaux ist seit 2012 Vorsitzender des Krippenvereins.

Da trifft es sich ganz gut, dass heuer turnusgemäß ohnehin keine Krippen-Ausstellung des Vereins geplant war, oder?

Rouleaux: Darüber bin ich eigentlich ganz froh. Die nächste Ausstellung gibt es erst wieder im Dezember nächsten Jahres – wir hoffen, dass wir dazu wieder das Tegernseer Heimatmuseum nutzen dürfen. Aber beim Schlossmarkt in Tegernsee wären wir heuer natürlich dabei gewesen. Nachdem dieser nicht stattfindet, können unsere Mitglieder heuer wenigstens entspannter und ohne Druck an ihrem Krippenzubehör arbeiten. Und die Sachen werden ja nicht alt – wir können sie beim nächsten Schlossmarkt verkaufen.

Haben Sie Sorge, dass das Vereinsleben wegen Corona nachhaltig leidet?

Rouleaux: Eigentlich nicht. Unsere Mitglieder halten ja untereinander Kontakt – natürlich alles unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen. Wir haben uns zum Beispiel auch zum Kirchweih-Essen getroffen. Außerdem fand ein Ausflug nach Österreich statt – das läuft nicht immer als Veranstaltung für den gesamten Verein, oft tun sich die Mitglieder in kleiner Runde zusammen.

Wie geht es denn mit den beiden großen Exponaten des Vereins – der Freiberger-Krippe und der Stegmaier-Krippe – weiter? Sind die immer noch im Tegernseer Pfarrzentrum Quirinal untergebracht?

Rouleaux: Tatsächlich befinden sich die Krippen noch immer im Quirinal und sind wegen der Brandschutzbestimmungen nach wie vor nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Das ist natürlich schade. Hier müssen wir uns dringend etwas überlegen. Wir werden wohl auf der Suche nach einem neuen Standort an die einzelnen Gemeinden herantreten.

Wie geht es Ihnen persönlich mit dem November-Lockdown?

Rouleaux: Was ich schade finde ist die Tatsache, dass man nicht mehr ungehemmt und spontan etwas mit Freunden und Bekannten ausmachen kann. Dafür sind zu viele Regelungen zu beachten. Da merkt man einfach, dass einem die persönlichen Kontakte plötzlich abgehen.

Und was erhoffen Sie sich für die Vorweihnachtszeit?

Rouleaux: Während der Advents- und Weihnachtszeit mag ich es ohnehin lieber häuslich – da muss ich nicht unbedingt raus. Auf den Märkten herrscht mir oft zu viel Trubel. Da kann man es sich auch gut zuhause gemütlich machen – wir werden wohl privat ein paar Sachen basteln und selbstverständlich eine Krippe wieder aufbauen.

Das Gespräch führte: Gabi Werner.

In der Reihe „Wie geht’s...?“ fragen wir bei Persönlichkeiten im Landkreis nach, wie sie die ungewöhnlichen Corona-Zeiten erleben.

Lesen Sie auch über die Krippenausstellung, die der Verein im Jahr 2019 im Heimatmuseum Tegernsee zeigte.

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