Orthopädische Klinik Tegernsee
+
Die Orthopädische Klinik soll zunächst durch eine Therapiehalle auf der Wiese rechts erweitert werden.

Wegen Verzögerungen bei Umbau der Orthopädischen Klinik

130 Mitarbeiter sorgen sich um ihre Jobs

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
    schließen

Die Erweiterung der Orthopädischen Klinik in Tegernsee kommt nur schleppend voran. Könnte das die Jobs der 130 Mitarbeiter gefährden? Am Donnerstag ruft ver.di zu einer Kundgebung auf.

Tegernsee – Die Orthopädische Klinik in Tegernsee soll in mehreren Schritten modernisiert werden. Doch die Umsetzung kommt nur sehr langsam voran. Aus diesem Grund treibt die Mitarbeiter nun die Sorge um, dass ihre Arbeitsplätze gefährdet sein könnten. Über Vertrauensleute der Gewerkschaft ver.di appellieren sie jetzt an den Vorstand, dass die Klinik Tegernsee bei den Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd an erster Stelle stehen und damit auch die Arbeitsplätze der 130 Beschäftigten gesichert werden müssen. 

Wenn der DRV-Vorstand am Donnerstag auf der Point tagt, dann lädt ver.di alle Beschäftigten und Auszubildenden im Innenhof der Klinik zu einer „aktiven Mittagspause“, also einer Kundgebung zwischen 11.45 und 13 Uhr ein. „Es ist wichtig, dass der Vorstand über die Sorgen und Bedenken der Mitarbeiter Bescheid weiß“, sagt Karin Seifert von ver.di. Bayern. „Die Beschäftigten haben viele Fragen.“

Vor allem jene Frage, ob die Verzögerungen zu Entlassungen führen könnten. „Auf keinen Fall“, betont DRV-Pressesprecher Jan Paeplow. Es dauere zwar tatsächlich alles sehr lange, räumt Paeplow ein. Aber das Vorhaben brauche nun mal eine lange Planungsphase. Der Sprecher betont jedoch, dass die DRV an den aktuellen Plänen festhalten werde. Dass man dennoch auf der Suche nach einem Alternativgrundstück sei, um einen Plan B zu haben, sei eine reine Vorsichtsmaßnahme. „Wir haben de facto noch kein Grundstück in Aussicht“, so der Sprecher. Auch von einer Normenkontrollklage, von der im Sommer die Rede war, sei nichts bekannt: „Es gibt aktuell keine Klagen.“

Konkret befindet sich der Bau der Therapiehalle, also der zweite Schritt des Stufenplans, noch immer in der Genehmigungsphase. „Der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt und der Klinik muss noch abgestimmt und unterschrieben werden“, weiß Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Erst dann könne der geänderte Bebauungsplan endgültig verabschiedet und rechtskräftig werden. Jeder Schritt, so Hagn, werde juristisch überprüft.

Schritt für Schritt zur Modernisierung – von Eile ist bei der DRV nichts zu spüren, sie steht auch nicht unter Zeitdruck, kann die Maßnahmen bei laufendem Klinikbetrieb ausführen. Dennoch fordern die Mitarbeiter bei ihrer Versammlung am Donnerstag klare Worte und ein klares Bekenntnis.

Schließlich standen Pläne in Tegernsee schon mal auf der Kippe: Anfängliche Neubaupläne mit spektakulären, wellenförmigen Baukörpern waren wegen rechtlicher Bedenken und heftigen Protesten verworfen worden. Daraufhin wurde ein Stufenplan erarbeitet, der mit der Sanierung und dem Umbau des Hauses Wedelstaedt in einem ersten Schritt bereits geschafft ist. Nun soll zwischen dem Seeufer und dem Bestandsgebäude, auf der Tiefgarage und direkt neben dem Sportplatz, eine 5,30 Meter hohe und 32 mal 38 Meter große Therapiehalle in Leichtbauweise errichtet werden. Auch dagegen gibt’s Proteste: Unter anderem von der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), Andreas Greither, Besitzer des benachbarten Stieler-Hauses wettert ebenso wie weitere Nachbarn, die bereits Anwälte beauftragt haben. Kommt es noch zu juristischen Auseinandersetzungen? „Wir lassen das auf uns zukommen“, so Paeplow.

Der dritte Schritt wäre dann der Bau eines Bettenhauses auf dem jetzigen Standort des Sportheims. Der Kliniktrakt bergseitig der Bundesstraße würde dafür aufgegeben. 

gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare