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Landgericht fällt Urteil

Sansibarer (42) muss vier Jahre in Haft

Tegernsee – Der Asylbewerber (42) aus Sansibar, der einen anderen Asylbewerber (19) mit einem Pflasterstein attackiert hat, muss wegen versuchten Totschlags für vier Jahre ins Gefängnis.

Von 7. auf 8. Januar war es in der Tegernseer Turnhalle wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden gekommen, weil der Jüngere dem Älteren einen Tetrapack mit Rotwein gestohlen haben soll (wir berichteten). Laut Landgericht München II war es jedoch der Ältere, der die Situation eskalieren ließ.

Er griff zur Selbstjustiz, nahm die Schuhe des 19-Jährigen als „Pfand“ an sich und versteckte sie. So schaukelte sich der Streit weiter auf. Die beiden rauften so sehr, dass die Sicherheitskräfte zum wiederholten Mal eingreifen mussten, wobei ein Sicherheitsmann einen Schlag abbekam. Gegen zwei Uhr nachts verließ der Sansibarer die Unterkunft und besorgte sich einen rund 1,3 Kilo schweren und scharfkantigen Pflasterstein, den er in eine Plastiktüte wickelte. Derart bewaffnet ging er zurück, lief auf den 19-Jährigen zu und schlug damit in Richtung dessen Kopf. Dabei schrie er: „I kill you!“ Die Tüte riss jedoch, der Pflasterstein schoss aus der Tüte, verfehlte das Opfer und schlug in der Wand ein. Der 19-Jährige hatte großes Glück, dass er nicht getroffen wurde. Denn das Geschoss war geeignet, jemanden umzubringen. Deshalb ging das Gericht auch davon aus, dass der Angreifer den Tod seines Widersachers billigend in Kauf nahm.

Der 42-Jährige war vor vielen Jahren aus seiner Heimat geflüchtet, lebte in afrikanischen Ländern und Rumänien, bis er über den Balkan nach Deutschland kam. Er wollte hier „ein besseres Leben“ führen.

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